Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Das Land gibt 220000 Euro

Mardorf Das Land gibt 220000 Euro

Bei einer Veranstaltung im früheren Mardorfer Schwesternhaus erhielten zwölf Frauen und vier Männer ihre Ernennungsurkunden zum Alltagsbegleiter

Voriger Artikel
Vielfalt bleibt, Beliebtheit wächst
Nächster Artikel
250 Kinder begrüßen "heiligen Mann"

Diese ausgebildeten Alltagsbegleiter stehen in Mardorf zur
Verfügung. Zwei Frauen fehlen auf dem Bild. Foto: Jonas Hielscher

Mardorf. Sie sind teilweise schon selber in ihrer zweiten Lebenshälfte. Dennoch haben es sich 16 engagierte Männer und Frauen aus Mardorf und Amöneburg zur Aufgabe gemacht, älteren und einsamen Senioren beizustehen. Dieser Beistand wird ab dem Jahreswechsel viele Seiten haben. Das gemeinsame Spielen oder Spazierengehen gehört ebenso zu den Aufgaben der Begleiter wie das Kochen und Haushalten oder der Gang zu den Behörden. Einen wesentlichen Schwerpunkt wird auch das Arbeiten mit Demenzkranken bilden.

Ruth Schlichting, die Stabsleiterin für Altenhilfe des Landkreises, sprach von einer Pyramide der Betreuung und Versorgung. Auf der untersten Stufe würden die Angehörigen und enge Freunde stehen, ganz oben die professionellen Pflegedienste. Das Bindeglied zwischen diesen beiden Ebenen sollen in Zukunft die ausgebildeten Alltagsbegleiter darstellen. Schon vor dem offiziellen Start der Arbeit der Ehrenamtlichen wurde von einigen Senioren im Dorf Interesse an der Betreuung bekundet.

Ab Anfang Dezember startet das Bürgerbüro im Schwesternhaus. Hier können sich Senioren oder deren Verwandte melden und die Dienste der Alltagshelfer beantragen. Für das Bürgerbüro wurde extra eine neue hauptamtliche Stelle eingerichtet. Das Mardorfer Projekt ist in ein Förderprogramm des Landes Hessen aufgenommen worden.

Auch die Stadtsagt weitere Hilfe zu

Über die nächsten drei Jahre verteilt werden insgesamt 220000 Euro zur Verfügung gestellt. Kreis-Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern erklärte, dass das Geld für das Bezahlen des Bürgerbüros, die Ausbildung der Helfer und die wissenschaftliche Begleitung der Arbeiten vorgesehen sei. Er übergab dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bürgervereins Burckhard Wachtel den ersten Check über mehr als 3000 Euro.

Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg gab bekannt, dass sich die Stadt auf unbestimmte Zeit an den laufenden Kosten des Schwesternhauses und dessen Erhalt beteiligen wird. Das Thema demografischer Wandel wird die ganze ländliche Bevölkerung betreffen und den Alltag dort verändern. McGovern glaubt, dass die Mardorfer Vorbild für andere sein könnten. Die abgeschlossene Ausbildung der ersten 16 Alltagsbegleiter soll erst der Anfang sein. Sowohl die Dozenten als auch die politisch Verantwortlichen setzten auf weitere Engagierte und einen bald folgen­den neuen Ausbildungskurs.

von Jonas Hielscher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr