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Das Interesse an Nahwärme ist groß

Machbarkeitsstudie Das Interesse an Nahwärme ist groß

Nach Amöneburg und Rüdigheim widmete sich nun auch der Ortsbeirat in Roßdorf der Frage, ob eine Machbarkeitsstudie für ein Nahwärmenetz auf den Weg gebracht werden soll.

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Der Ortsbeirat ist für die Machbarkeitsstudie, fordert aber zunächst eine Bürgerversammlung ein.Foto: Karin Waldhüter

Roßdorf. Nach rund einer Stunde Diskussion sprach sich der Ortsbeirat für eine Machbarkeitsstudie aus - unter der Voraussetzung, dass in drei Wochen eine Bürgerversammlung einberufen wird. Bis dahin will sich das Gremium im kleinen Kreis und unter Einbindung von Fachmann Georg Stegemann von der Firma Viessmann auch mit dem Thema Geothermie befassen.

Vor allem Ortsvorsteher Stephan Maus (FWG) hatte sich dafür starkgemacht, dass die Mitglieder des Beirats während der Sitzung eine Entscheidung treffen. Rund 70 bis 75 Roßdorfer hätten bisher theoretisches Interesse an Nahwärme angemeldet, erklärte Maus in einem Vorabgespräch mit der Oberhessischen Presse. Nach der ersten Informationsveranstaltung im Januar seien viele Leute auf ihn zugekommen, so Maus. Das Thema Solarthermie und Hackschnitzelanlage spalte jedoch die Bürger, deshalb gelte es, andere Möglichkeiten in die Überlegungen einzubeziehen.

„Ich freue mich auf das Projekt“, erklärte Bürgermeister Michael Plettenberg nach der Abstimmung und versprach Unterstützung vonseiten der Stadt. Zuvor hatte Plettenberg kurz den Weg der beiden Bioenergiedörfer Erfurtshausen und Mardorf erläutert und an die Entscheidung der Stadtverordneten erinnert. Rund 30000 Euro will die Stadt Amöneburg für Machbarkeitsstudien in Roßdorf, Rüdigheim und Amöneburg zur Verfügung stellen.

In Amöneburg und Rüdigheim gingen die geführten Diskussionen gerade in eine „komische“ Richtung, so Plettenberg. Neben der Idee, wie in Mengsberg Hackschnitzel mit Solarthermie zu kombinieren, stelle die Geothermie eine gute Perspektive dar. Geothermie biete den Vorteil, dass weniger Fläche benötigt und Energie rund um die Uhr zur Verfügung gestellt werden könne. Mit Blick auf die große Zahl der Interessierten sehe er in Roßdorf großes Potenzial.

Das Stadtoberhaupt betonte, nicht nur den Wärmepreis zu sehen, sondern auch an die eingesparten Betriebskosten zu denken. „Wenn das Projekt nach rund 17 Jahren abgezahlt ist, dann macht es richtig Spaß“, erklärte Plettenberg und stellte heraus, dass die Roßdorfer nicht an die Firma Viessmann gebunden wären, auch wenn diese sich um die Machbarkeitsstudie kümmere. Die ermittelten Daten stünden auch für andere Konzepte zur Verfügung. Plettenberg zeigte sich zuversichtlich, dass bei zu geringem Interesse mit dem Unternehmen ausgehandelt werden könne, die Studie in dem Fall nicht weiterzuführen.

Ist die Roßdorfer Dorfstruktur ein Problem?

Nicht an der Sitzung teilnehmen konnte Ortsbeiratsmitglied Andrea Luzius (FWG). In einer E-Mail hatte sie sich dafür ausgesprochen, zunächst die Bürger zu befragen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten formulierte Ortsbeiratsmitglied Stefan Rhiel (CDU) ebenfalls diesen Wunsch.

Ortsvorsteher Stephan Maus hob das große Interesse im Ort hervor. „Diskussionen hier und da - am Ende passiert nichts“, sagte er mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung Amöneburg und Rüdigheim und sprach sich für eine Machbarkeitsstudie aus, sparte aber auch nicht an Kritik. Die Stadtverordneten hätten den Ortsbeiräten ein Ei ins Nest gelegt. „Vor der Beschlussfassung hätten die Ortsbeiräte eingebunden werden sollen“, sagte er.

Ortsbeiratsmitglied Winfried Bieker (SPD) verwies auf das Problem der „weit auseinandergezogenen Dorfstruktur“, Rudolf Rhiel (FWG) sah ein Problem bei dem nötigen Engagement. Besucher Walter Wachtel, zweiter Vorsitzender des Seniorenbeirates, verwies auf die Kosten für Heizung und Überprüfung der Öltanks. „Wir brauchen einen Anführer, der vorangeht. Für Roßdorf ist es den Versuch wert“, so Maus und ergänzte: „Wenn wir das so beschließen, dann machen wir nix kaputt.“

- Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ informierte Plettenberg über die kürzlich stattgefundene Verkehrsschau. Demnach soll es auf der Landesstraße Richtung Schröck, auf Höhe der Posthäuser, bauliche Veränderungen geben, um eine sichere Querung zu ermöglichen. Weiter bestehen Überlegungen, die Bushaltestelle in Höhe Torstraße zu verlegen.

Als Konsequenz aus dem töd­lichen Unfall soll es Geschwindigkeitsmessungen auf der L3048 geben. Mögliche Veränderungen sollen von der Straßenverkehrsbehörde geprüft werden.

Das Programm für das Jubiläumsfest der Städtepartnerschaft zwischen Roßdorf und Tuoro sul Trasimeno sowie das große Ringpartnerschaftstreffen mit Tragwein und Chateau-Garnier vom 6. bis 10. Juli steht. Der Schwerpunkt der Termine wird sich in Roßdorf abspielen. Da am kommenden Wochenende Kirmes in Erfurtshausen ist, wird es auch dort Veranstaltungen geben.

von Karin Waldhüter

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