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„Das Ergebnis ist wunderbar geworden“

Bürger übernehmen Gemeinschaftshaus „Das Ergebnis ist wunderbar geworden“

Als Dieter Lauer 2011 sein Amt als Ortsvorsteher von Schönbach antrat, erlebte er gleich einen Schock: Dem maroden Dorfgemeinschaftshaus drohte die Schließung. Jetzt ist das Haus saniert, seineZukunft gesichert.

Scgönbach. Dass dem so ist verdanken die Schönbacher sowohl ihrer Dorfgemeinschaft als auch der Stadt Kirchhain. Die Stadt hatte ihr finanzielles Engagement für die Sanierung des 59 Jahre alten Hauses von der Bereitschaft der Schönbacher Bürger abhängig gemacht, ihr Dorfgemeinschaftshaus nach der Sanierung in eigener Regie zu verwalten und zu vermarkten. Nach anfänglich kontroverser Diskussion im Dorf fand sich die Bereitschaft zur Gründung eines Trägervereins für das Gemeinschaftshaus unter dem Dach des Schönbacher Bürger- und Verschönerungsvereins.

20 Bürger kümmern sich um das Gemeinschaftshaus

Mit der Unterschrift unter den Überlassungsvertrag wurde das Haus, das Eigentum der Stadt bleibt, am Mittwochabend offiziell an den derzeit 20 Mitglieder zählenden Verein übergeben.

Noch vor Jahresfrist strahlte das Haus den verblichenen Charme der 50er Jahre als. Jetzt wirkt es hell, freundlich und modern, ohne modernistisch zu sein. „Es hat sich viel getan. Es ist eine tolle Atmosphäre im Saal entstanden, den wir noch ganz anders in Erinnerung haben“, sagte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) vor der Vertragsunterzeichnung. Kirchner nannte zwei Ziele, die die Stadt mit dem zuvor schon in den Stadtteilen Burgholz und Himmelsberg vollzogenen Übertragung der Gemeinschaftshäuser erreichen möchte:

nDie Bindung der Bürger an ihre Gemeinschaftshäuser soll wieder hergestellt, die ursprüngliche Funktion der Gebäude als gut frequentierte Begegnungsstätte wieder hergestellt werden.

n Die Stadtkasse soll durch das Modell spürbar entlastet werden. Nach Berechnungen der Verwaltung gehen mehr als 50 Prozent der Unterhaltungskosten für Verwaltung, Hausmeister und Bauhof-Leistungen drauf. Diese Leistungen sollen von den Trägervereinen erbracht oder organisiert werden. Kirchner versicherte, dass die Stadt den Verein nicht im Regen stehen lasse. Sie komme weiterhin für Wasser, Strom und Heizung auf, stelle dem Verein dazu jährlich einen Betrag zur Verfügung, der den Verbrauchskosten vor der energetischen Sanierung entspreche. Solle diese Pauschale nicht mehr ausreichen, werde die Stadt nachbessern. Der Verein trage kein finanzielles Risiko, stellte der Bürgermeister klar. Eigenleistung: 40Helfer auf dem Dach

Insgesamt investierte die Stadt 267000 Euro in die energetische Sanierung und Modernisierung des langgestreckten Hauses, zu dem ein Wohnhaus und das Feuerwehrgerätehaus gehören. Dabei bleibt die Stadt, so Bauamtsleiter Volker Dornseif, knapp 10000 Euro unter den veranschlagten Kosten. Zudem wurde rasend schnell gearbeitet: zwischen Juni und Oktober wurde das Werk vollbracht - unter großem Zeitdruck, um den Zuschuss aus dem Investitionspakt nicht zu gefährden.

Dies gelang nur, weil die Schönbacher kräftig mit anpackten und 700 Arbeitsstunden leisteten. 40 Helfer waren allein beim Abdecken des Daches im Einsatz gewesen. Und der Ortsvorsteher sieht das Engagement noch lange nicht am Ende. Der zweite Bauabschnitt mit dem Bau der nach Süden gerichteten Terrasse warte bereits. Außerdem seien noch einige Pflasterarbeiten zu erledigen.

„Das Ergebnis ist wunderbar geworden“, freute sich Lauer. Zum Gelingen trugen auch 11000 Euro bei, die der Ortsbeirat für den Ankauf von Tischen und Stühlen bereitstellte.

Für den Trägerverein beginnt nun das Kerngeschäft. Eine der nächsten Herausforderungen sei es, das direkt neben dem naturnah gestalteten Spielplatz gelegene Haus mit attraktiven Angeboten mit Leben zu füllen, sagte der Vereinsvorsitzende Walter Hansen. Für eine bessere Vermarktung über Schönbachs Grenzen hinaus seien ein Flyer und ein Internet-Auftritt geplant, kündigte Hansen an. Mithilfe von Dienstplänen sollen die einzelnen Aufgaben rund um das Haus verteilt und gewährleistet werden.

von Matthias Mayer

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