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Das Ende der Todes-Kreuzung ist nah

Bauprojekt Das Ende der Todes-Kreuzung ist nah

Stoppschilder und Warnleuchten an einem Kirchhainer Sorgenkind gehören bald der Vergangenheit an. In zwei Wochen beginnen die Arbeiten an einem Gefahrenpunkt vor den Stadttoren.

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Stoppschilder und Blinklichter warnen vor der gefährlichen Kreuzung, die durch einen Kreisel ersetzt wird.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Viele Jahre lang war die Kreuzung zwischen Stausebach, Anzefahr, Niederwald und Kirchhain ein echtes Sorgenkind. Immer wieder kam es zu schweren Unfällen – einige davon endeten sogar tödlich. Ende November 2009 hielt die Unfallkommission des Landkreises Marburg-Biedenkopf fest, dass der Bau eines Kreisverkehrs an der Abzweigung bei Stausebach dringend notwendig sei, weil es eine beträchtliche, über das übliche Maß hinausgehende Gefährdung gebe. Die inzwischen zur Landesstraße abgestufte, ehemalige Bundesstraße 62 führt über mehr als zwei Kilometer kerzengerade von Anzefahr Richtung Kirchhain und verlockt selbst gemäßigte Autofahrer zum Rasen. Wenige Monate nach dem Hinweis aus dem Kreishaus erteilte das Land Hessen den Planungsauftrag für den Bau des Kreisels.

Danach floss jedoch noch eine Menge Wasser sowohl die Wohra als auch die Ohm hinab. Die Polizei erkannte die Kreuzung als „Unfallhäufungspunkt“ an. Zudem wurden Stoppzeichen und Warnlichter aufgebaut, um zumindest für ein bisschen Entschärfung zu sorgen. Die Stadt Kirchhain sorgte sich weiter und setzte sich beim Land vehement für den Umbau ein.

Es ging auf und ab für das Projekt

Zwischenzeitlich gab es immer mal wieder Grund zur Freude. Der Gefahrenpunkt rückte auf der Prioritätenliste des Landes nach vorn. „Beim Wechsel der Landesregierung im vergangenen Jahr gab es dann jedoch die Problematik, dass mehr Geld verausgabt worden war als zur Verfügung stand – und das Projekt flog wieder von der Liste“, erinnert sich Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner. Der neue Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe dann Kirchhain allerdings gut bedacht, unter anderem mit dem Ausbau der Straße Richtung Rauschenberg, vor allem aber mit dem Kreisverkehr.

Dass dieser nach vielen Jahren der Sorgen und Bemühungen nun endlich kommen soll, sorgt beim Bürgermeister für große Freude. „Es ist schön – vor allem für die Stausebacher und Anzefahrer, denn aus den beiden Orten sind an der Kreuzung mehrere Personen tödlich verunglückt.“ Immer wieder kam es zu Unfällen: „Das war eine große Belastung. Es ist wichtig, dass dort etwas passiert.“

Die Arbeiten beginnen am Montag, 17. August, mit dem ersten Bauabschnitt. Voraussichtlich fünf Wochen lang ist dann die Kreisstraße 11 Richtung Stausebach gesperrt. Der zweite Bauabschnitt soll laut Planungen am 21. September beginnen, und die Landesstraße 3073 Richtung Niederwald, also der Zubringer zur Bundesstraße 62, ist dann gesperrt – wahrscheinlich für drei Wochen.

Umleitung gilt ab 14. August

Die Stadt teilt mit, dass von den Verkehrsbeschränkungen auch die Abfallentsorgung betroffen ist: Da auch die Zufahrt zum Biomassezentrum Stausebach gesperrt ist, könne diese Einrichtung nur über die Umleitungsstrecke Rauschenberg/Himmelsberg/Stausebach erreicht werden. Das gilt ebenso für den Anlieferverkehr. Auf Anfrage dieser Zeitung teilte die EAM gestern mit, dass der angedachte Ausbau eines Feldweges zum Biomassezentrum vom Tisch sei und auch die Anlieferer auf die „normale“ Umleitung zurückgreifen müssten.

Laut Stadt wird zudem die Müllabfuhr beeinflusst: Diese müsse ihre Routen ändern, was dazu führe, dass die Abfallsammelfahrzeuge zu anderen Zeiten als gewohnt kommen könnten. Daher sollten Bürger ihren Müll am Abfuhrtag bis spätestens 5.30 Uhr an die Straße stellen.

Nach Angaben von Hessen Mobil wird zunächst die nördliche Hälfte (Richtung Stausebach) des Kreisels gebaut, inklusive der Anschlussäste in Richtung Kirchhain, Stausebach und Anzefahr. Anschließend folgt die südliche Hälfte (Richtung B62 / Niederwald). „Durch die Aufteilung auf zwei Bauabschnitte kann der Verkehr auf diesem Kreuzungspunkt weitestgehend aufrecht erhalten werden“, erklärt Pressesprecherin Sonja Lecher.

Vorbereitende Arbeiten ab 11. August

Am Dienstag, 11. August, beginnen die vorbereitenden Arbeiten im Bereich der Kreuzung: Aus Richtung Anzefahr kommend wird die Fahrbahn der L3089 vor der Kreuzung verbreitert; aus Richtung B62/ Niederwald kommend werden vor der Kreuzung die bestehenden Fahrbahnteiler zurückgebaut.

Im Laufe des Freitags, 14. August, wird die Verkehrsführung für die Zeit des ersten Bauabschnittes eingerichtet – ab dann gelten auch die Sperrung der K11 nach Stausebach und die Umleitungen.

Während des zweiten Bauabschnittes ist die L3073 in Richtung B62 und Niederwald gesperrt, daher kann aus Richtung der B-62-Anschlussstelle Kirchhain-West und Niederwald nicht nach Kirchhain, Anzefahr oder Stausebach gefahren werden. Der Verkehr wird aus Richtung Marburg kommend bereits ab Cölbe-Bernsdorf über Betziesdorf und Anzefahr (B3 und L3089) umgeleitet. Für den Verkehr von und nach Niederwald führt die Umleitung über Anzefahr und die K31.

Bis Mitte Oktober soll der Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr abgeschlossen sein. Die Baukosten in Höhe von rund 550.000 Euro trägt das Land Hessen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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