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Das Ende der Flexibilität

Betreuungszeit kann nicht geändert werden Das Ende der Flexibilität

Die Umsetzung des Gesetzes KiFöG bringt für das neue Kindergartenjahr in Kirchhain einige Veränderungen. Das berichtete Hauptamtsleiter Dirk Lossin vor dem Kirchhainer Ausschuss für Umwelt und Soziales.

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Derzeit werden in der Kirchhainer Krabbelstube „Sonnenkinder“ 50 Kinder unter drei Jahren betreut. Damit ist die Einrichtung voll ausgelastet.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Dirk Lossin ist unter anderem für das Kindergartenwesen in der drittgrößten Stadt des Landkreises zuständig, und in dieser Eigenschaft erstattet er dem Fachausschuss jährlich einen umfassenden Sachstandsbericht nebst Bedarfsplanung für das neue Kindergartenjahr.

Der Fachbereichsleiter legte den Parlamentariern erfreuliche Zahlen vor, die aber auch ein Problem in sich bergen. „Wir sind in der Kernstadt früh im Jahr zu 100 Prozent ausgebucht. Der Magistrat erwägt für den Herbst die Eröffnung einer weiteren Gruppe“, sagte er.

Die Zahl der Kindergartenkinder in ganz Kirchhain ist in diesem Jahr um 50 auf 850 Kinder gestiegen. Bei den unter dreijährigen Kindern gibt es im Vergleich zu 2013 einen Zuwachs um 30 auf 413 Kinder. Zuwächse, die laut Dirk Lossin nicht allein durch Geburten, sondern auch durch Zuzüge erreicht wurden. „Die Baugebiete ziehen offensichtlich junge Familien nach Kirchhain“, mutmaßte er.

Die Entwicklung führt dazu, dass sämtliche acht städtischen Kindertageseinrichtungen inklusive der Grundschulbetreuung und der Kita „Bärenhöhle“ in Niederwald zu 100 Prozent ausgebucht sind. Dagegen gibt es in den in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Kitas in den Stadtteilen noch freie Plätze. 301 von 367 möglichen Plätzen sind belegt, wobei Emsdorf mit 15 und Großseelheim mit 12 freien Plätzen den größten Spielraum haben.

U-3-Betreuungsquote liegt bei knapp 40 Prozent

Für die unter drei Jahre alten Kinder bieten die Kirchhainer Kitas insgesamt 128 Betreuungsplätze - 75 Plätze in der Kernstadt und 53 Plätze in den Stadtteilen. Da zudem Kirchhainer Tagesmütter weitere 36 Betreuungsplätze bereitstellen, gibt es in der Stadt für bis zu 164 Kinder in dieser Altersgruppe Betreuungsangebote, was einem Prozentsatz von 39,7 entspricht. Damit liegt Kirchhain über der Zielvereinbarung von 35 Prozent. Dirk Lossin sieht zudem in der Krabbelstube „Schwalbennest“ noch eine stille Reserve. Für dieses Gebäude gebe es eine Betriebserlaubnis für eine zweite Gruppe mit zehn Kleinkindern.

Flüchtlingskinder würden bei der Platzvergabe genauso berücksichtigt, wie alle anderen Kinder, sagte Dirk Lossin auf Nachfrage von Dorothea Schmidt (Grüne). Allerdings sei es nicht mehr möglich, Kita-Plätze für Kinder bis Januar oder Februar freizuhalten.

Eltern müssen sich ein Jahr im Voraus festlegen

Für Dirk Lossin beginnt mit der Anwendung des neuen Personalschlüssels nach KiFöG zum 1. August ein Paradigmenwechsel. Die Personalstärke orientiert sich dann nicht mehr an der Anzahl der Gruppen, sondern an der tatsächlichen Betreuungszeit für jedes einzelne Kind. Mit Ausnahme der Niederwälder „Bärenhöhle“ gewönnen alle Kirchhainer Einrichtungen Betreuungszeit hinzu, die nicht mit dem jetzigen Personalstamm zu bewältigen sei, erklärte Lossin. Eine Folge für die Eltern: Sie müssen sich für ein ganzes Jahr im Voraus auf eine Betreuungszeit festlegen. „Die Zeit der großen Flexibilität ist vorbei“, sagte Lossin.

Bürgermeister Jochen Kirchner erklärte, dass die Stadt angesichts der neuen Zahlen nicht mehr daran denke, die Kita im Steinweg an den Falkenweg zu verlegen. Mit Blick auf ein sich abzeichnendes Kapazitätsproblem erwäge die Stadt, das alte Gemeindehaus zu erwerben. Mit der Kirche müsse „mit Bedacht“ verhandelt werden.

von Matthias Mayer

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