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Das Ein-Euro-Modell hat funktioniert

Kirchhain erprobt rsikoarme Form der Baugebietserschließung Das Ein-Euro-Modell hat funktioniert

Zehn Bauwillige können demnächst von ihrer Terrasse aus die berühmte Sindersfelder Fernsicht genießen, denn am Neubaugebiet Platzäcker kann jetzt gebaut werden.

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In Sindersfeld kann jetzt gebaut werden. Darüber freuen sich (von links) Stadtverordneter Uwe Pöppler (CDU), Stadtrat Holger Kuhn (SPD), Erster Stadtrat Dietmar Menz (CDU). Bauamtsleiter Volker Dornseif, Stadtverordneter Reiner Nau (Bündnis 90/ Die Grünen) und die Sindersfelder Ortsvorsteherin Elke Schall. Foto: Matthias Mayer

Sindersfeld. Bauwillige fanden schn seit etlichen Jahren in dem hoch gelegenen Kirchhainer Stadtteil keine Bauplätze mehr. Deshalb stand die Ausweisung eines kleinen Baugebiets ganz oben auf der Wunschliste des Sindersfelder Ortsbeirats. Aber nicht nur für Ortsvorsteherin Elke Schall war der offizielle Baustart ein besonderes Ereignis, sondern auch für die Stadt.

Darauf wies der Erste Stadtrat Dietmar Menz (CDU) hin. Denn das Baugebiet ist das erste, das die Stadt nach dem so genannten Ein-Euro-Modell realisiert hat.

Dieses Modell hole alle Beteiligten in das selbe Boot: Die Grundeigentümer, die künftigen Bauherrn und die Stadt. Die Grundeigentümer verkauft ihr Land zunächst für einen Euro pro Quadratmeter an die Stadt im Vertrauen darauf, dass sie nach Realisierung des Baugebiets den Differenzbetrag zwischen den Erschließungskosten und dem vorher festgelegten Gesamtverkaufspreis erhielten. Erschlossen werde das Neubaugebiet erst dann, wenn so viele Bauplätze verkauft worden seien, dass diese die Erschließungkosten deckten. Dieses Vorgehen schütze die klamme Stadt Kirchhain davor, auf einem großen Berg Erschließungskosten sitzen zu bleiben und erlaube es gleichzeitig, preisgünstiges Bauland für junge Familien anzubieten, erklärte Dietmar Menz.

Und diese Zielgruppe hat die Stadt in Sindersfeld erreicht, wie Ortsvorsteherin Elke Schall mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit ihres Ortes zufrieden feststellte. Fünf junge Familien hätten sich bereits einen Bauplatz in Sindersfeld gesichert, sagte sie.

Dietmar Menz wertete das Modell als Alternative zur privaten Erschließung. Bei dieser habe die Stadt allerdings keinen Einfluss auf die Preisgestaltung. Wie entscheidend diese für den Erfolg ist, skizzierte Bauamtsleiter Volker Dornseif am Beispiel „Röthe III“. Dieses Baugebiet sei innerhab von drei Jahren komplett verkauft worden - allein wegen der günstigen Preise.

Auch Uwe Pöppler, Fraktionsvorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion und Stadtrat Holger Kuhn (SPD) bewerteten das Ein-Euro-Modell nach dem erfolgreichen Sindersfeder Probelauf als zukunftsfähig für künftige Neubaugebiete.

Reiner Nau, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen in der Stadtverordnetenversammlung und Haushaltsexperte, hob hervor, dass das Baugebiet nach dem Ein-Euro-Modell schneller verwirklicht worden sei, als die meisten nach der klassischen Methode entstandenen Neubaugebiete. Zugleich stellte er fest, dass wohl nur noch wenige Neubaugebiete ausgewiesen werden würden. Innenentwicklung müsse auch in Kirchhain vor Außenentwicklung gehen, sagte er.

Am 22. April wurde mit dem Bau der Baustraße begonnen, die über die Ringstraße an das Gemeindestraßennetz angebunden ist. Die Straße selbst ist eine Sackgasse, die an einem Wendehammer endet. Zu beiden Seiten der Straße gibt es je fünf Bauplätze.

von Matthias Mayer

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