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"Das Abitur war wie eine Wundertüte"

Alfred-Wegener-Schule "Das Abitur war wie eine Wundertüte"

Im Jahr 1963 gab es die erste Reifeprüfung an der Kirchhainer Gesamtschule. In fünf Jahrzehnten schafften 3500 Schüler dort ihr Abitur. Das war Grund genug für einen Festakt.

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Der Leistungskurs Musik aus der zwölften Jahrgangsstufe begleitete den Festakt musikalisch. Kleines Foto: Schulleiter Matthias Bosse sprach mit Helmut Orf, einem seiner Vorgänger. Orf leitete die Gesamtschule 21 Jahre lang. Fotos: Karin Waldhüter

Kirchhain. Mit einem Festakt feierte die Schulgemeinde der Alfred-Wegener-Schule und ehemalige Schüler und Lehrer „50 Jahre Abitur in Kirchhain“. Vor fast genau 50 Jahren, am 23. Februar 1963 wurde an der Gesamtschule Kirchhain die erste Reifeprüfung absolviert. Stolz blickt die Schule heute auf mehr als 3500 Abiturienten zurück.

Feierlich durch den Leistungskurs 12 Musik, unter der Leitung von Dr. Michael Korte eröffnet, gaben die Schüler mit ihrem ersten Beitrag „Come together“ das Motto des Abends vor. Mit einem selbst geschriebenen Lied und dem Song „Blowin in the Wind“ von Bob Dylan umspannte der Leistungskurs im Verlauf der zweistündigen Veranstaltung die vergangenen 50 Jahre musikalisch.

Schulleiter Matthias Bosse, freute sich unter den Gästen viele ehemaligen Schüler und Lehrer, sowie Freunde der Alfred-Wegener Schule zu sehen. Im ersten Teil des Abends fesselte Festredner Hermann Sauer die Besucher mit einem bebilderten historischen Rückblick. Dabei ging der 77-jährige Schulhistoriker und Verfasser der Broschüre „Schulstadt Kirchhain“ vor allem auf die Zeit zwischen 1963 bis 2013 ein. „Anfang der 50er Jahre wird auch in Kirchhain die Forderung nach einer weiterführenden Schule immer lauter“, so Sauer, der von 1966 bis 1998 an der Gesamtschule als Studien- und Fachbereichsleiter wirkte. Als Ursachen benennt der Historiker die starke Zunahme der Bevölkerung durch Heimatvertriebene, die Ansiedlung von Industrie und damit der Zuzug von Fachkräften, sowie die Raumnot an den bestehenden Schulen in Kirchhain auf. „Man entschloss sich schließlich für das reformpädagogische Konzept der Gesamtschule, in der die drei Schulformen Volksschule, Mittelschule und Gymnasium in einer wohlabgewogenen Synthese verwirklicht werden sollten“, sagte Sauer.

Ein Dialog über das Abi im Wandel

Er erinnerte an erfolgreiche Absolventen der Schule und an Rituale wie Zeugnisübergabe, Abiball, Abifeten und Abistreiche. Im Jahre 1997 erhielt die Gesamtschule den Namen Alfred-Wegener-Schule. Als Vertreter der ersten Abiturienten traten dann Hans-Hermann Wilhelm und Erich Lecher mit den heutigen Abiturienten Alexander Preis und Izel Karagöz auf der Bühne in einen unterhaltsamen Dialog. „Das Abitur war wie eine Wundertüte, ich wusste nicht was kommt, kannte keine Inhalte und trat so vor das große Gremium“, erinnerte sich Erich Lecher. „Ich kam mir vor wie Martin Luther vor dem Reichstag“, ergänzte Hans-Hermann Wilhelm.

Von 1965 bis 1986 leitete Helmut Orf die Schule. In seinem Grußwort appellierte der 92-jährige, die Renovierung des Oberstufengebäudes nicht weiter auf die „lange Bank“ zu schieben. Der Kirchhainer Stadtrat Dr. Christian Lohbeck betonte die große Bedeutung der Schule für die Stadt. „Die Schule ist wie ein Stadtteil und wir versuchen zu unterstützen wo es geht“, sagte er. Er stellte das Projekt „Gedenktafel für den Namenspatron der Schule“ vor und warb um Unterstützung. Für die Verbundschulen sprach Schulleiter Urban Sersch von der Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf. Er sprach den Kollegen seine Achtung und Dank aus und lobte die Arbeit im Schulverbund. „Es ist wichtig und gut, dass wir eine abwechslungsreiche Schullandschaft haben“, betonte der Amöneburger Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg im Namen der umliegenden Gemeinden. „Ich bin froh, dass sie das G8-Modell ins Schularchiv schicken“, sagte er und erntete dafür einen Extraapplaus des Publikums. Im Anschluss an den Festakt wurde das Wiedersehen in der Mensa weiter gefeiert.

von Karin Waldhüter

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