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Dämmung erschwert das Löschen

Großbrand Dämmung erschwert das Löschen

Den beiden bei dem Wohnhausbrand in der Nacht zu Montag leicht verletzten Feuerwehrleuten geht es inzwischen besser. Sie erlitten Prellungen, die behandelt werden mussten.

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Unter anderem über Drehleitern bekämpfte die Feuerwehr in der Nacht zu Montag den Brand in dem Zweifamilienhaus.

Quelle: Florian Gaertner

Stadtallendorf. Bis in den Montagvormitttag hinein war eine Brandwache, am Ende gestellt von der Feuerwehr Wolferode bei dem stark beschädigten Haus Im Kronring nötig. Was genau das Feuer auslöste, lässt sich möglicherweise nicht mehr endgültig klären, wie Polizeisprecher Jürgen Schlick gestern erläuterte. Die Ermittlungen laufen aber noch. Im Augenblick könne die Polizei eine wie auch immer geartete Brandstiftung ausschließen. Fest steht bisher, dass das Feuer vom Carport ausging, in dem ein Fahrzeug stand. „Eventuell war ein technischer Defekt am Auto die Ursache“, sagt Schlick zum Stand der Ermittlungen. Auch die Schadenshöhe lässt sich noch nicht genauer beziffern, zumal zunächst Brandgutachter das Gebäude näher untersuchen müssen.

Verletzten Feuerwehrleuten geht es besser

Die gute Nachricht: Den beiden leichtverletzten Feuerwehrleuten geht es mittlerweile besser, wie Uli Weber, Stadtallendorfs Stadtbrandinspektor der OP berichtete. Eine Feuerwehrfrau hatte eine starke Schulterprellung erlitten, ein Feuerwehrmann eine leichtere Rippenprellung. Die Hausbewohner kamen noch in der Nacht bei Nachbarn in einer derzeit leeren, möblierten Wohnung unter. Eine Bewohnerin hatte das Feuer am Carport früh genug entdeckt, so dass alle Bewohner das Gebäude gleich unbeschadet verlassen konnten.

Solidarität gegenüber den Hausbewohnern

Die Hausbesitzer bedankten sich zwischenzeitlich auch öffentlich bei den Einsatzkräften für ihren Einsatz. Bürgermeister Christian Somogyi hob gestern die Hilfsbereitschaft hervor, die es gegenüber den betroffenen Hausbewohnern gleich nach dem Brand gegeben habe. „Da gab es meinem Eindruck nach wieder große Solidarität“, sagt er.

Für die Feuerwehren der Stadt Stadtallendorf bildete der Brand des Zweifamilienhauses eine besondere Herausforderung, wie Stadtbrandinspektor Weber auf Nachfrage verdeutlichte. Das Haus hatte eine Außendämmung. „Eigentlich sind diese Dämmplatten schwer entflammbar, in dem Fall hatten sie sich aber entzündet und waren danach kaum mehr abzulöschen oder zu kühlen“, sagt Weber. Dass Brände nahe einer Außendämmung verheerend sein können, war schon wiederholt Thema der Bauministerkonferenz. Die Konferenz hat eine Arbeitsgruppe hierzu eingesetzt, die im April laut Medienberichten auch Vorschläge hierzu vorgelegt hat

Glutnester sind schwer zugänglich

Im Falle des Zweifamilienhauses in der Straße Im Kromring hatte sich das Feuer laut Weber über die Außendämmung „von unten nach oben hochgearbeitet“. Von dort sei es offenbar durch ein geplatztes Giebelfenster in die Dachwohnung und das Dachgebälk eingedrungen. Beim Dach bekam die Feuerwehr es dann mit einem anderen Problem zu tun. „Wir mussten über die beiden Drehleitern teilweise jeden Ziegel kaputtschlagen, um an die Glutnester zu gelangen.“

Dort war die Dämmung tatsächlich nicht brennbar, musste aber geöffnet werden, um an die Balkenkonstruktion zu kommen.

Einsatzbelastung für Feuerwehr ist derzeit hoch

Rund 120 Einsatzkräfte waren in der Nacht zum Montag im Einsatz gewesen, erst gegen 4.30 Uhr konnte das Gros abrücken. Unterstützung bekam die Feuerwehr Stadtallendorf unter anderem durch eine zweite Drehleiter der Feuerwehr Kirchhain und die „Atemschutzkomponente“ der Feuerwehr Marburg (die OP berichtete).

Für die Feuerwehr Stadtallendorf war der nächtliche Brand im „alten Dorf“ bereits der zweite Großeinsatz in diesem Jahr. Am 17. März hatte es in einem Mehrfamilienhaus in der Straße In der Spaltanlage gebrannt. Dort starb ein 58-Jähriger an den Folgen einer Rauchvergiftung, es gab mehrere Schwerverletzte. Auch insgesamt gehe die Einsatzzahl in diesem Jahr stark nach oben, sagt Weber. Bisher rückten Stadtallendorfs Feuerwehren 49-mal in diesem Jahr zu Brand- und Hilfeleistungs-Einsätzen und Fehlalarmen aus.

von Michael Rinde

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