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DDR-Grenze steht noch - auf der Anlage

Modellbahnausstellung DDR-Grenze steht noch - auf der Anlage

Zwei Tage präsentierten die TT-Modellbahn­freunde Hessen mit Sitz in ­Neustadt in den Räumen des Hauses der Begegnung ihr Hobby einer breiten Öffentlichkeit.

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Die Modellbahn bleibt ein generationenübergreifendes Hobby. Junge und nicht mehr ganz junge Modellbahner kamen zur Präsen­tation der TT-Modellbahnfreunde Hessen nach Neustadt. Foto: Heinz-Dieter Henkel

Neustadt. Der große Raum im ehemaligen Soldatenheim war gut gefüllt mit Gleisen und den unterschiedlichsten Landschaften. Überall bewegt sich etwas. Und manchmal zischt und schnaubt es wie bei alten Dampfloks früherer Tage. Erbauer und Besucher können sich gar nicht satt sehen an all der Pracht.

Da gab es einen großen Bahnhof, einen Grenzübergang - der Helmstedt mit seinen Wach- und Beobachtungstürmen nachempfunden war - Gebirge, wo ein Bus von Zauberhand gesteuert seine Runden zog, Seen, Tunnel und einen noch unfertigen und im Bau befindlichen Hindenburgdamm, der bekanntlich das Festland mit der Insel Sylt verbindet. Insgesamt reihten sich rund 100 Meter Gleisanlagen in rund 40 Modulen aneinander.

Die erste größere Ausstellung im Vorjahr fand noch im Foyer des historischen Rathauses statt und wurde kurzerhand von vereinsintern geplanten Fahrtagen in „1. Neustädter Modellbahntage“ umbenannt. Zu den nun „2. Modellbahntagen“ hatten sich die Neustädter die befreundete Interessengemeinschaft Modellbau aus Stadtallendorf hinzugeladen, die mit anderer Spurweite aufwartete.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, berichtete Vereinsvorsitzender Heinz-Jörg Naumann, der sich gleichermaßen über Väter mit Kindern wie auch über überaus fachkundiges Publikum freute und viele Informationen und Spezialwissen übermittelte.

Die TT-Modellbahnfreunde Hessen gibt es erst seit 1998. Das TT kommt aus dem englischen und steht für „Table Top“, was soviel bedeutet wie: Es passt auf einen Tisch. Ihren Ursprung hat die Spur TT, deren Maßstab 1:120 des Originals beträgt, in Amerika. Von dort schwappte die Welle über den großen Teich bis nach Deutschland, wo aber am Ende nur noch in der ehemaligen DDR die kleinen Züge, Wagen und Gleise von einer Fachfirma gebaut wurden. So ist verständlich, dass dort auch heute noch die meisten Fans der kleinen Miniaturbahnen leben.

Viele der 22 Mitglieder der Modellbahnfreunde Hessen stammen aus der ehemaligen DDR. Nach einer wahren Odyssee von Bahnhof zu Bahnhof sind sie in Neustadt verortet, weil Bürgermeister Thomas Groll ihnen im Haus der Vereine eine Heimstätte bietet.

So ist der Neustädter Rathauschef bei den Modellbauern ein gern gesehener Gast, insbesondere, weil er mit Töchterchen Leonie unangekündigt Präsenz zeigt und zusammen mit dem Nachwuchs einige Runden auf der eigens für solche Zwecke aufgebauten kleinen Bahnstrecke absolviert.

Von 15 bis 71 Jahren reicht die Altersspanne der TT-Fans, die sich einmal im Monat in Neustadt treffen, sich austauschen und neue Projekte planen. „Dann ist Kreativität verlangt“, berichtet der Vereins­vorsitzende.

Seit inzwischen sechs Jahren ist Sebastian Müller dabei. Der Braunfelser hat sich auf den Bau neuer Dampfloks spezialisiert. Er lobt den starken Zusammenhalt der Gleichgesinnten. Seine Umbauten, die er auch verkauft, sind nur von Eingeweihten als Eigenbauten erkennbar.

Weitere Informationen zum Hobby der Miniatureisenbahner findet man im Netz unter www.tthessen.de

von Heinz-Dieter Henkel

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