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Christian Willert holt DM-Titel nach Kirchhain

Endlauf der Minicars Christian Willert holt DM-Titel nach Kirchhain

Von Dauerregen bis Sonnenschein, spektakulären Überschlägen und heißen Positionskämpfen war alles dabei, bei den Deutschen Meisterschaften der Minicars in der Klasse VG8 in Kirchhain.

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Im Fahrerlager gab es für die Helfer und für die Mechaniker an den Minicars immer etwas zu schrauben.

Kirchhain. Im Fernsehen wird der 8. Lauf zur DTM in Oschersleben übertragen, doch dies interessiert im Kirchhainer Motodrom hinter dem Bahndamm keinen der hier versammelten Motorsportler. Auf der Kirchhainer Asphaltpiste fahren die Piloten zum Abschluss der DM-Läufe um den Titel des deutschen Meisters.

Die ersten Fahrer waren bereits Donnerstag angereist, um die 230 Meter lange Bahn zu testen und ihre Autos auf die Gegebenheiten abzustimmen. Freitag folgten die offiziellen Trainingsläufe und pünktlich am Samstag zu den Qualifikationsläufen setzte Dauerregen ein. Schlangestehen an der Druckluftstelle zum reinigen der Modellflitzer war die Folge.

Im überdachten Fahrerlager, wo jeder der 90 Teilnehmer einen Arbeitsplatz zugewiesen bekommen hatte, herrschte drangvolle Enge. Zwischen Wartungs- und Reparaturarbeiten wird intensiv gefachsimpelt. Die meisten Fahrer kennen sich. Man trifft sich ja mehrmals im Jahr, denn so viele Asphaltbahnen gibt es in Deutschland nicht.

Der 20-jährige Nicolai Bähr aus Heidelberg muss zum Training bis nach Karlsruhe fahren. In Kirchhain kam für ihn im Achtelfinale das Aus. So wechselte er vom Fahrer- ins Helferlager, um von der Piste geflogene Minicars wieder auf die Strecke zu stellen.

Abflüge sind bei Spitzengeschwindigkeiten um 120 Kilometer pro Stunde keine Seltenheit. Die Motoren schaffen sagenhafte 46000 Umdrehungen pro Minute und mit dieser Motorleistung brauchen die besten Fahrer nur blanke 12 Sekunden für eine Runde. Exakte Zeitnahme ist durch eingebaute Transponder Stand der Technik. Nach jedem Rennen wird eine Statistik mit exakten Rundenzeiten ausgehängt, die die Fahrer sorgfältig studieren und auswerten.

Dauern die Vorläufe noch jeweils 5 Minuten, werden im Achtel- und Viertelfinale 15 Minuten höchste Konzentration verlangt. Die Halbfinalläufe dauern 30 Minuten und die besten 10 Fahrer messen sich 45 Minuten lang, um ihren Sieger zu ermitteln.

Da alle vier bis fünf Minuten nachgetankt werden muss, ist klar, dass jeder Fahrer auch einen Helfer in der Boxengasse braucht. Spätestens hier sieht man auch Frauen im Einsatz, die an der Fernsteuerung äußerst selten anzutreffen sind. Auch für den so genannten Le- Mans-Start sind die Helfer unverzichtbar.

Seit 1980 ist der Motor-Sport-Club Kirchhain aktiv. Alle der 60 verfügbaren Vereinsmitglieder waren am Wochenende im Einsatz. An vorderster Front Vorsitzender Jürgen Schuch, der als Rennsportleiter keinen Protest entscheiden musste. „Das Wichtigste ist, dass die Teilnehmer zufrieden sind“, sagte er und das waren sie. Allen voran der Einheimische Christian Willert, der sich bei den Senioren in der Klasse 2 mit dem 4. Platz den Titel des Deutschen Meisters sicherte. Seine Kirchhainer Mitstreiter Sven-Michael Lienhop und Wolfgang Hederich belegten in der gleichen Klasse die Plätze 11 und 13.

Deutscher Meister mit einem Start-Ziel-Sieg in der Fahrerklasse 1 wurde Weltmeister Robert Pietsch aus Rosenheim, der nach einer dreiviertel Stunde Rennzeit eine Runde Vorsprung auf den Wiesbadener Oliver Mack herausgefahren hatte.

von Heinz-Dieter Henkel

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