Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
"Butzche" überwinden alle Schwierigkeiten

Karneval "Butzche" überwinden alle Schwierigkeiten

Gasthaus Schwab statt Bürgerhaus - ein bisschen Bammel ließ sich Präsidentin Claudia Umbeck vor der Sitzung schon anmerken. "Zurück zu den Wurzeln", sagte sie. Aber konnte das gelingen?

Voriger Artikel
Kaminbrand beschädigt Fachwerk
Nächster Artikel
Zum Frühstück gibt‘s Humor

Monika Metz (links) und Sonja Hahn tauschten sich vor dem „Woscht-Auto“ über die wichtigsten Begebenheiten aus.

Quelle: Yanik Schick

Schweinsberg. Ohne Frage: Das provisorische Zuhause des Schweinsberger Karnevals verlangte gerade von den vielen Akteuren eine Menge Flexibilität. Auch das Publikum musste etwas enger als gewohnt zusammenrücken. Und doch hatte die Sitzung bei ihrer Rückkehr ins Gasthaus Schwab einen besonderen Charme, der auch die Präsidenten am Ende höchst zufrieden stimmte: „Ich fand es total gelungen. Wir hatten eine richtig angenehme, lustige Veranstaltung.“

Um die Improvisationskünste der Schweinsberger zu bestaunen, genügte schon ein Blick auf die Montur des Elferrats. Die Mitglieder hatten in diesem Jahr sämtliche Narrenkappen und einheitliche Kleidung zu Hause gelassen, stellten sich stattdessen in simplen Latzhosen und mit Schutzhelmen ausgestattet auf der Bühne vor.

Der Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Bürgermeister Christian Somogyi war nicht zu übersehen - wäre doch nach Meinung der Narren ein solches Bauarbeiter-Team am sanierungsbedürftigen Bürgerhaus genau richtig gewesen, um das Gebäude pünktlich zur Prunksitzung herzurichten. Da dieser Wunsch der Karnevalisten allerdings nicht in Erfüllung gegangen war, hatten sie in ihrem früheren Veranstaltungsort, im Saal des Gasthauses Schwab, frühzeitig ihr Ausweichquartier gefunden. Weil dort nicht so viele Leute Platz finden wie im BGH, machte man aus einem Faschingsabend eben kurzerhand zwei.

Mit Erfolg, wie sich herausstellte: Schon am Freitag kamen knapp 200 Feierlustige in das Gasthaus, beklatschten die vielen verschiedenen Showgruppen, die der SV Schweinsberg traditionell zu bieten hat, und tanzten bis um kurz nach 2 Uhr - dann musste pünktlich Schluss sein, aus Rücksicht auf die Anwohner.

Zweiteilung war ein Erfolg

Einen Tag später schloss sich dann die traditionelle Prunksitzung an. Der Saal war noch im Laufe des Vormittages mit Stühlen und Tischen ausgestattet worden, zum Abend hatte sich auch wieder eine Delegation aus der karnevalistischen Partnerstadt Neustadt an der Aisch eingefunden. Tanzmariechen Carolin Birk eröffnete die Sitzung gewohnt würdevoll, es folgten mitreißende Sing- und Tanzdarbietungen von „Montagne de Porco“, die mit Live-Musik überzeugten, der Modern-Dance-Gruppe „Remember“, den diesmal spanisch angehauchten „Pink Pepper“ sowie des „Robinson Clubs“, der sich in diesem Jahr mit den „Pig-mountain-city-dancers“ zusammengetan hatte und eine ausgefallene Hochzeitsshow präsentierte.

Für viel Begeisterung - gerade beim weiblichen Anhang - sorgte auch der Auftritt der „Begnadeten Körper 2.0“. Die neue Gruppe aus jungen Schweinsbergern und Erfurtshäusern machte ihrem Namen (fast) alle Ehre. Mit dabei war natürlich auch wieder „Out of the Dorf“, die das Leben tänzerisch in wenigen Minuten an sich vorbei ziehen ließen. Den feierlichen Abschluss bildeten wie üblich die „Schweesborcher Wätz“.

Stimmung familiärer als im Bürgerhaus

Und wie schwierig war nun die Umstellung für die Aktiven? Immerhin hatten die meisten vom einen Jahr aufs andere nur noch eine halb so große Bühne für ihre Choreographie zur Verfügung. „Es war schon nicht einfach dadurch, dass wir die Maße nicht genau kannten“, sagte Franziska Weber, die bei „Out oft the Dorf“ mittanzte. Auch hinter der Bühne sei nicht allzu viel Raum zum zwischenzeitlichen Umziehen gewesen. „Aber es hat gepasst“, erklärte sie und betonte: „Die Stimmung ist hier sogar etwas besser, familiärer als im Bürgerhaus.“

Davon hatte auch das Büttenredner-Duo Lisbeth (Monika Metz) und Kathrine (Sonja Hahn) profitiert. Die beiden trafen sich vor dem in Schweinsberg berühmt gewordenen „Woscht-Auto“ und tauschten sich über die wichtigsten Begebenheiten aus. Da durfte die Odyssee bezüglich der Bürgerhaus-Sanierung natürlich nicht fehlen. „Ich habe gehört, es war derselbe Planer wie beim Berliner Flughafen am Werk“, erzählte Kathrine in wohl unnachahmlichem Platt. Sollte sich diese Info bestätigen, müssten sich die Schweinsberger tatsächlich schon einmal damit befassen, wo im kommenden Jahr Karneval gefeiert werden soll. „Wir lassen das jetzt erst mal auf uns zukommen“, resümierte Umbeck.

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr