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"Busfahrt" zeigt die Sprachenvielfalt

Stadtallendorf "Busfahrt" zeigt die Sprachenvielfalt

Erstmals fand die Prüfung zum Sprachzertifikat für Türkisch nicht in Frankfurt, sondern an der Georg-Büchner-Schule (GBS) statt. Die Schülerinnen verbessern mit der Bescheinigung ihre Jobchancen, wirbt das Schulamt.

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Im Bus der Vielsprachigkeit haben die Besitzerinnen der Zertifikate Platz genommen. In den letzten beiden Reihen (von links) sitzen Schulleiter Urban Sersch, Türkischlehrer Turhan Dalmis, Bürgermeister Christian Somogyi und Jutta Wagner vom Schulamt. Fot

Stadtallendorf. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8G spielten einen vielsagenden Sketch, den die Leiterin des gymnasialen Schulzweiges, Cornelia Gampe, mit ihnen einstudiert hatte. Ein älteres Ehepaar, das schon goldene Hochzeit hatte, fährt in Ermangelung eines Linienbusses in einem Schulbus mit.

Das Paar geht durch die Sitzreihen und fragt höflich nach einem Sitzplatz. Verwundert schütteln sie den Kopf und stellen fest: „Die sprechen hier aber komisch.“ Erst in der letzten Reihe finden sie deutschsprachige Schüler und einen Sitzplatz. Die Schüler selbst klären auf, in welchen Sprachen sie gesprochen haben. Dazu zählten Englisch und Italienisch ebenso wie Russisch oder Ukrainisch. Voller Stolz berichten sie von der Sprachenvielfalt an der GBS.

Nach diesem gelungenen Einstieg in die kleine Feierstunde übergab Schulleiter Urban Sersch zusammen mit Jutta Wagner vom staatlichen Schulamt Zertifikate an acht Schülerinnen der Klassen acht, neun und zehn. Dabei handelte es sich um Zertifikatsprüfungen für Türkisch der Stufe B2, der höchsten Stufe, die Schüler erreichen können.

Erstmalig wurde die sonst in Frankfurt zentral vorgenommene Prüfung auf Bestreben der Schulleitung der GBS und des Schulamtes in Stadtallendorf abgelegt. Die Prüfung wird nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen von telc (The European Language Certifikates, also die europäischen Sprachzertifikate) und des hessischen Kultusministerium abgenommen.

„Warum das Zertifikat, ihr könnt doch schon türkisch?“ fragte Schulleiter Urban Sersch provokant, um dann selbst die Antwort zu geben. „Mit den international anerkannten Türkisch-Zertifikaten haben die Schülerinnen und Schüler mehr Chancen auf dem deutschen und internationalen Arbeitsmarkt.“ Der Türkischlehrer Turhan Dalmis ergänzte: „Mit dem Zertifikat heißt es jetzt nicht mehr: ich kann türkisch. Die Schüler können nachweisen, dass sie die türkische Sprache auf der Niveaustufe B2 in Schrift und Wort können.“

Schulamt wirbt um männliche Teilnehmer

Auf die Wichtigkeit derartiger Zertifikate wiesen auch Jutta Wagner vom Schulamt und Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi hin. Das gezeigte Stück habe ihn nachdenklich gemacht, erklärte Somogyi. Die Sprachen hätten gerade in Stadtallendorf als multikulturelle Stadt eine große Bedeutung, aber besonders im Arbeitsleben oder gar im ausländischen Urlaub, betonte er.

Jutta Wagner stellte heraus, dass nur Mädchen das Zertifikat erhalten hätten. „Da macht mal Reklame, dass auch Jungen und insgesamt noch mehr teilnehmen“, hob sie hervor und betonte: „Zertifikate benötigt man bei der Bewerbung und im Beruf.“

Die GBS bietet herkunft­sprachlichen Unterricht ab der fünften Klasse an. „Die Schule möchte die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler aktiv fördern und damit auch ihre Persönlichkeit stärken“, heißt es in einer Erklärung der Schulleitung und weiter: „Deshalb werden einerseits verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Deutschkenntnisse angeboten, andererseits aber auch die Muttersprache durch verschiedene Kurse gefördert. Neben dem Sprachwissen gehören auch kulturelle Inhalte dazu.“

von Klaus Böttcher

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