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Bunt, international und feierlich

Jubiläumsfest Bunt, international und feierlich

Tausende genossen das Programm rund um "25 Jahre Arbeitskreis Europafest "im Heinz-Lang-Park auf der Bühne, bei den Skatern oder auch am Boxring. Hinzu kam eine Kunstausstellung im Zelt und im Freien.

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Die Gruppe „Wüstenblume“ unterhält die Besucher, Fotoapparate blitzen bei ihrem Auftritt auf.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Am Ende waren die Organisatoren mehr als überrascht über die breite Resonanz auf das Fest „25 Jahre Arbeitskreis Europafest“. Rund 3500 Besucher, so schätzt Arbeitskreissprecher Stephan Runge, kamen während des Samstags in den Park. Die Schätzung beruht unter anderem auf den verkauften Speisen und Getränken.

Am frühen Vormittag gab es eine kurze offizielle Eröffnung durch Runge, Bürgermeister Christian Somogyi, Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert und den Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow. Vor 25 Jahren hatte sich die Niederkleier Straße erstmals in eine bunte, multikulturelle Meile verwandelt. Damals hatte der Verkehrsverein noch alleine die Regie geführt. Daraus ging dann der Arbeitskreis hervor. Ein Veteran, der erste Arbeitskreissprecher Horst Fisbeck, wurde am Samstag von allen Rednern gewürdigt.

Menschen aus 75 Nationen leben in Stadtallendorf

Inzwischen leben Menschen aus etwa 75 Nationen in Stadtallendorf zusammen. „Auf das friedliche Zusammenleben sind wir besonders stolz“, hob Somogyi hervor. Der Erste Kreisbeigeordnete bezeichnete die Stadt gar als „Leuchtturm der Integration“.

Während die „Momberger Blaskapelle“ die Gäste mit Polkas und böhmischer Blasmusik unterhielt, zeigten am anderen Ende des Heinz-Lang-Parks tollkühne Skater auf ihren fliegenden Brettern zu wummernden Bässen ihr Können. Die Stadtjugendpflege hatte dort in Kooperation mit dem Verein „Jumpers“ zum Skater-Contest eingeladen. Insgesamt 19 Teilnehmer aus Marburg, Gießen, Stadtallendorf, Frankfurt, Treysa und Kirchhain hatten, aufgeteilt in zwei Altersklassen, zur Musik von DJ „Dusk“ je eine Minute lang Zeit für ihren „Run“.

Dabei wurde jeder gelungene „Boardslide“, „Air“ oder „Lip­slide“ selbst von den Gegnern mit Applaus bedacht, denn es geht beim Skater-Contest nicht um den Sieg, wie Lokalmatador Mokhtar Meguenni verdeutlichte. „Wir sind nicht hier, um zu gewinnen, sondern um uns gegenseitig zu ergänzen, unsere Kompetenzen zu erweitern und etwas hinzuzulernen“, erzählte der 27-jährige Stadtallendorfer. „Es gibt kein Neid und es herrscht unter den Skatern ein angenehmes Klima, jede Übung wird honoriert und der Wettbewerb steht im Hintergrund“, so Streetworker Sebastian Habura.

Die erfahrenen Skater Immi Griesel, Frank Balke und Christian Murgian bewerteten die einzelnen Tricks. Zu gewinnen gab es Skateboards, Zubehör und T-Shirts, die ein Sponsor zur Verfügung gestellt hatte. Zudem grillte der Verein „Jumpers“ für einen guten Zweck. „Wir unterstützen damit Kinder und Jugendliche in Stadtallendorf und das Minirampen-Projekt des Vereins“, erklärte Philipp Kanzinger, der fachkundig durch das Programm führte.

Freiluftpremiere für türkischen Chor

Um Fairness, Engagement und Kämpferherz ging es Boxtrainer Waldemar Adler. Er präsentierte gemeinsam mit 15 Teilnehmern das Boxcamp, ein Projekt der „Sozialen Stadt Stadtallendorf“. In Trainingskämpfen zeigten die Teilnehmer am Trainer oder am Partner ihr Gelerntes. Mit den steigenden Temperaturen wuchs auch auf der Bühne die Stimmung. Hier führte Andreas Schumacher vom Arbeitskreis Europafest durch den Nachmittag.

Zum ersten Mal war der türkische Chor „Türk Sanat Müzigi“ unter der Leitung von Orhan Mercan „open air“ zu hören. Unter der Leitung von Elsa Demirhan begeisterten die „Zumba-Kids“, bevor sich die Mädchengruppe vom Ganztagsangebot der Georg-Büchner-Schule und Toptas Hydar mit seiner türkischen Saz den Applaus des Publikums abholten.

Fotoapparate blitzten beim Auftritt der Folkloretanzgruppen der VHS unter der Leitung von Oksana Walth. Schließlich gehörte die Bühne der Trommelgruppe „Karibik Sound“ aus Fronhausen. Beteiligt waren auch verschiedene Stadtallendorfer Vereine.

Markus Hirth vom Progamm „Soziale Stadt Stadtallendorf“ und später Uwe Volz von der Stadtverwaltung baten an einem Stand Bürger um ihre Meinung zu einer weiteren Aufwertung des Heinz-Lang-Parks. Wie die OP berichtete, hatte das Stadtparlament im vergangenen Jahr weiteres Geld für Aufwertungen bereitgestellt.

Bei der Kunstausstellung „Flower Power“ des Kulturkreises war bereits der Gang ins Ausstellungszelt ein Erlebnis, rechts am Wegesrand standen bunte, markante Regenschirme. Ein Weg zwischen bunt eingefärbten und vermeintlich eingepflanzten Klobürsten musste durchschritten werden. Im Inneren waren die verschiedenen Interpretationen der Stadtallendorfer Künstler rund um das Thema „Florales und Farbe“ zu sehen. Die Kunstausstellung ist Teil der Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtage.

Die jungen Mitglieder der Jugendfeuerwehr Wolferode übergaben am Rande der Veranstaltungen fünf Gutscheine für die fünf Kinder, die unter den Folgen des Brandes in der Straße „In der Spaltanlage“ im März zu leiden hatten. Streetworker Habura nahm die Gutscheine stellvertretend entgegen. „Die Kinder haben sich überlegt, wie sie helfen können und Geld gesammelt“, berichtete Wolferodes Wehrführer Henning Fisbeck der OP.

Mit Tanz und Musik von den „Skyliners“ wurde am Abend das Jubiläum gebührend weiter gefeiert. Am Sonntag zog Arbeitskreissprecher Runge sein Fazit: „Es war ein gutes Fest“.

von Karin Waldhüter und Michael Rinde

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