Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Bund will es im Frühjahr anpacken

Bundeswehrgelände Stadtallendorf Bund will es im Frühjahr anpacken

Anwohner aus dem Finkenweg dürften es gelassen sehen: Die Sanierung der Altlasten auf Bundeswehrgelände hat sich abermals um etwa ein halbes Jahr verzögert.

Voriger Artikel
Wasserader führt derzeit Gesteinsmehl mit sich
Nächster Artikel
Vom Haareziehen und wüsten Tritten

Dieses frühere Schmelz- und Gießhaus stand auf dem Gelände der Füllstelle I.

Quelle: Archivfoto: DIZ Stadtallendorf

Stadtallendorf. Formal, so sieht es das „Presse- und Informationszentrum für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen“ der Bundeswehr in Bonn, läuft die Sanierung der sogenannten Füllstelle I längst. Offizieller Beginn war demnach im Februar 2013, wie die Bundeswehr auf eine Anfrage der OP hin mitteilte.

Bäume wurden gerodet, es gab zusätzliche Bodenuntersuchungen bis hin zum Bohren von Brunnen. Doch mehr ist noch nicht zu sehen. Büsche und Sträucher haben sich auf der gerodeten Fläche längst wieder ausgebreitet.

Als die OP zuletzt im August vergangenen Jahres über die Planungen berichtete, gingen die Verantwortlichen noch von Beginn der eigentlichen Bauarbeiten im Herbst 2014 aus. Nun nennt eine Sprecherin des Presse- und Informationszentrums das Frühjahr 2015 als Starttermin. Inzwischen liefen die Ausschreibungen. Eine Ausschreibungsfrist endete vor wenigen Tagen. Dann soll es auch einen „nach außen sichtbaren Sanierungsbeginn“ geben.

Inzwischen ist das gesamte Vorhaben „Füllstelle I“ bis in das Jahr 2017 hinein geplant. Damit ist dann aber wohl noch nicht Schluss. Denn: Dieses Projekt dient auch dem Gewinnen von Erfahrungen mit den Altlasten der Wasag, der Westfälisch-Anhaltischen Sprengstoff-ActienGesellschaft, wie das Werk mit vollständigem Namen hieß. Der Bund ist in der Pflicht, weil er letztlich im Jahr 1959 rund 300 Hektar des geschätzt 400 Hektar großen ehemaligen Werksgeländes kaufte, um dort Platz für die Bundeswehr zu schaffen.

Bundeswehr hat Interesse an Übungsplatz

Mitten im damaligen Werksgelände liegt auch die Hessen-Kaserne. Hinzu kommen Flächen auf dem Standort-Übungsplatz.

Teile des Übungsplatzes möchte die Division Schnelle Kräfte unabhängig von der jetzigen Sanierungsplanung auch wieder für Fallschirmabsprünge nutzen (die OP berichtete). Es geht dabei um eine begrenzte offene Fläche, die vorher von Experten des Kampfmittelräumdienstes untersucht und freigegeben werden soll. Das hatte zuletzt Divisionskommandeur Eberhard Zorn angekündigt. Auch seine Vorgänger hatten sich dafür stark gemacht, den Standort-Übungsplatz wieder zu nutzen, wenn auch nur für einzelne Übungssprünge und nicht in größerem Stile.

Das hessische Baumanagement, das die Sanierung der Altlasten im Bundesauftrag federführend übernommen hat, hat ein Gesamtkonzept dafür erstellt. Es befinde sich in der „fachlichen Mitprüfung“ verschiedener Stellen. Danach werde es im Verteidigungs- und Finanzministerium vorgestellt, heißt es in diesem Zusammenhang aus Bonn.

Nach der Genehmigung der Ministerien soll das Konzept dann parallel zu den Arbeiten an der Füllstelle I weiterverfolgt werden. Einen genaueren Zeitplan gibt es aber noch nicht. Frühere Einschätzungen gingen von Sanierungskosten für den militärisch genutzten Teil der Wasag von 20 Millionen Euro aus. Bei der Sanierung der Füllstelle I haben sich die Kosten bereits erhöht. Nach einst geschätzten Kosten von rund 3,1 Millionen Euro beziffert sie das Presse- und Informationszentrum ganz aktuell auf knapp 3,9 Millionen Euro.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr