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Bund geht eine große Altlast an

Wasag-Gelände Bund geht eine große Altlast an

Im Februar beginnen Altlastensanierungen auf dem früheren Gelände des Sprengstoffwerks der Wasag. Das Areal liegt auf Bundeswehrflächen.

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Dieses historische Foto aus dem Februar 1948 zeigt ein Schmelz- und Gießhaus der Füllgruppe 1 der Wasag, dem Werk Herrenwald. Dieses Areal will die Wehrbereichsverwaltung jetzt sanieren lassen. Archivfoto: Dokumentations- und Informationszentrum

Stadtallendorf. Knapp 3,1 Millionen Euro will der Bund dafür ausgeben, dass die giftigen Überreste der „Füllgruppe 1“ endgültig verschwinden. Im Februar soll die Sanierung beginnen, bis Mitte nächsten Jahres soll sie aller Voraussicht nach dauern. Die Füllgruppe 1 ist die Abfülleinrichtung, die sich beim Werk Wasag am längsten in Betrieb befand. Sie wurde im Herbst 1940 in Betrieb genommen.

Das Areal, um das es geht, liegt in der Nähe der Wohnflächen, die schon vor Jahren durch das Land Hessen saniert worden sind. Rund eine Million Euro kostete diese reine Bodensanierung im Jahr 2004.

Wie ein Sprecher der Wehrbereichsverwaltung West erläuterte, liegt das Füllstellengelände, um das es jetzt geht, in einem Gebiet östlich des Finkenwegs, zwischen Artilleriestraße und Scharnhorststraße. Es ist ohnehin eingezäunt, denn es gehört der Bundeswehr. Die wird durch die vorgesehenen Sanierungsarbeiten aber nicht im Tagesgeschäft gestört, wie Hauptmann Stefan Latteyer von der Pressestelle der Division Spezielle Operationen erläutert.

Rund 4000 Kubikmeter Boden will die Wehrbereichsverwaltung austauschen, die übriggebliebenen Trümmer beseitigen und am Ende das Gebiet wieder aufforsten. Außerdem will der Bund die frühere Kanalisation des Sprengstoffwerkes erkunden und sanieren.

Die frühere Werkskanalisation war in der Vergangenheit auch in der Wasag ein Problem. Über sie konnten Sprengstoff- und Chemierückstände in das Kanalnetz gelangen. Das Wasag-Kanalnetz wurde daraufhin vom öffentlichen Netz getrennt, wie das Regierungspräsidium in Gießen erläuterte. Der Sanierungsplan für das Projekt wird derzeit allerdings noch abschließend erarbeitet. Noch gibt es keine Genehmigung seitens des Regierungspräsidiums.

Die Arbeiten im Gebiet der früheren Füllgruppe 1 sieht die Wehrbereichsverwaltung auch als ein Projekt, mit dem der Bund eigene Erfahrungen beim Umgang mit den Hinterlassenschaften der Wasag gewinnen will. Das Land Hessen hat diese Erfahrungen bereits gemacht. Bis zum Jahr 2006 habe es großflächige Boden- und Bauwerkssanierungen im Gebiet des früheren Sprengstoffwerkes der DAG, veranlasst und finanziert. 143 Millionen Euro gab allein das Land dabei aus.

Derzeit entsteht ein Gesamtkonzept des Bundes für den von der Bundeswehr genutzten Teil des Wasag-Gebietes (die OP berichtete). Bei den Altlasten der Wasag geht es dabei nicht nur um den Sprengstoff TNT und seine chemischen Vorprodukte. Im Werk Herrenwald der Wasag wurden teilweise andere Sprengstofftypen und Munitionsarten für die Kriegsmarine (zum Beispiel Minen oder Torpedoköpfe) hergestellt.

von Michael

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