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Socken sortieren in der Duplo-Arena

Bürgermeisterwahl Socken sortieren in der Duplo-Arena

Bürgermeister Christian Somogyi sortiert Socken, Jürgen Berkei geht zum Erntedankgottesdienst in die Brücker Mühle und Manfred Thierau will keine Blumen verteilen. Das ergab die Wahlparty.

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Somogyi macht das Rennen

Mit Blumen kennt sich Bürgermeister Christian Somogyi nicht so gut aus – zumindest nicht damit, wie ihre Nährwerte für Bienen sind.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Während der Wahlparty von Stadt und Oberhessischer Presse mussten die Kandidaten einen Einblick in ihren Tag geben - an manchen Stellen gingen sie aber auch noch ein Stück weiter. Bürgermeister Christian Somogyi verriet beispielsweise, dass er am Morgen des Wahlsonntags ­Socken sortierte. Das ­beruhige ihn, verkündete der Titelver­teidiger - dessen eigene Wahl übrigens auf schwarze Socken fiel. Bei der Krawatte entschied er sich indes für das Rot seiner Partei.

Jürgen Berkei hatte morgens den Erntedankgottesdienst in der Brücker Mühle besucht. Ähnlich sah der Tagesbeginn bei Peter Fuhrmann aus, der nach dem Gottesdienst eigentlich sämtliche Wahllokale besuchen wollte - aber letztendlich nicht alle schaffte. Mubarik Sabir hatte sich dazu entschlossen, die Bezirke mit zumeist niedriger Wahlbeteiligung zu besuchen - und brachte nach eigenem Bekunden den ein oder anderen Bürger gar ins Wahllokal.

Thierau schießt scharf in Richtung Somogyi

Manfred Thierau indes konzentrierte sich bei seinem Blick zurück auf den Vorwurf, dass Wahlvorstände Plakate von ihm entfernt hätten. Auch im weiteren Verlauf des Abends ­zeigte er sich eher angriffslustig. So kritisierte er - ohne Namen zu nennen - Somogyi dafür, im Wahlkampf Blumen verteilt zu haben. So etwas komme für ihn selber nicht in Frage. Später ging er sogar noch einen Schritt weiter: Da warf er den Bürgern grob gesagt vor, die Arbeit des Rathauschefs nicht angemessen bewerten zu können - dies könnten nur die Stadtverordneten. Also Menschen wie er.

Das war der Augenblick, als dem Bürgermeister beinahe der Kragen geplatzt wäre: „Bürger haben die Kompetenz, zu erkennen, was wichtig ist“, entgegnete er - während er den Angriff rund um die Blumen mit Humor nahm. Zu seinem Glück, denn beim Hintergrund seines Wahlwerbegeschenkes ­holperte es ein wenig: Er habe gehört, dass es in Stadtallendorf zu wenig Blumen für Bienen gebe, und da etwas gegen unternehmen wollen.

Nette Idee, ausbaufähige Ausführung: Unverzügliche OP-Recherchen bei Stadtallendorfs Bienenkönig Werner Gemmecker ergaben, dass die Chrysanthemen, auf die die Wahl gefallen waren, in Sachen Pollen und Nektar für Bienen unbrauchbar sind.

Besonders schön wurde es dann aber beim Thema Fußball. CDU-Mann Fabian Gies regte während der Wahlparty an, Somogyi könne ja dafür sorgen, dass Eintracht Stadtallendorf eines Tages in der dritten Liga antritt. Der Bürgermeister nahm den Ball auf, lobte zunächst den Zusammenhalt des Teams und des ganzen Vereins und kam dann aufs Stadion zu sprechen - in das die Stadt im Sommer hatte Geld stecken müssen.

Er lenkte das Gespräch auf den SSV Jahn Regensburg, der in Sachen Sponsoring Glück hatte und ja bekanntlich in der Duplo-Arena spiele? Duplo? Nein, Dunlop, sagte Somogyi, wollte sich dann aber nicht festnageln lassen auf das Einwerben von Sponsorengeldern für den Profifußball - und auch nicht darauf, dass Hanuta-Arena vielleicht als Name geeigneter sei, da Duplo schließlich auch Spielklötze bezeichne.

Ach, übrigens: Jahn Regensburg spielt in der Continental-Arena - aber wer 68 Prozent der Stimmen erhält, darf auch mal ein Fußballstadion in der Ferne umbenennen.

von Florian Lerchbacher

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