Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Windkraft-Disput dominiert am Anfang

OP-Wahltalk Windkraft-Disput dominiert am Anfang

Erst nach und nach wurden die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Amöneburg beim OP-Wahltalk konkreter, was ihre Ziele im Falle der Wahl anbelangt. Unterschiede offenbarten sich bei Reizthemen.

Voriger Artikel
Kandidaten treffen erstmals aufeinander
Nächster Artikel
Die „Zankstelle“, die nur die Kirchhainer sehen

OP-Chefredakteur Christoph Linne (von links) befragte die Kandidaten Stefan Backhaus, Michael Plettenberg und Rainer Wiegand beim Wahltalk in Roßdorf. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Roßdorf. Gleich in der ersten Halbzeit sahen sich die Kandidaten Stefan Backhaus, Michael Plettenberg (beide parteilos) und Rainer Wiegand mit dem Thema konfrontiert, das Amöneburg emotional bewegt: die geplanten Windräder auf der Mardorfer Kuppe und im Roßdorfer Forst.

Die Bürgermeisterkandidaten stellten sich in Roßdorf der Diskussion.

Zur Bildergalerie

Unter der Moderation von OP-Chefredakteur Christoph Linne und Ostkreis-Redakteur Florian Lerchbacher mussten sich die drei allerdings zunächst gegenseitig vorstellen und sich zu Zielen wie auch Stärken und Schwächen äußern.

Gerade bei den eigenen Zielen während der am 1. September beginnenden Amtszeit blieben Backhaus und

Plettenberg zunächst unkonkret. Der Amtsinhaber machte klar, dass er seinen eingeschlagenen Weg weitergehen wolle angesichts der positiven Entwicklung Amöneburgs. Backhaus kündigte im Falle seiner Wahl eine Bestandsaufnahme bei Amtsantritt an. Auf Nachfrage von Moderator Linne könnte bei ihm der Marktplatz in Amöneburg im Vordergrund stehen, gefolgt vom Projekt „Atmen“, bei dem er aber andere Ziele habe.

Rainer Wiegand, der „Hessenhenker“, setzt wie angekündigt auf Geothermie - die Nutzung von Erdwärme - als Geldquelle und das von ihm favorisierte Spielcasino. Mit dem dann fließenden Geld will Wiegand Abgaben abschaffen und auf Kindergartengebühren schließlich verzichten.

Beim Streitthema Windkraftanlagen zeigten sich dann die Unterschiede zwischen den Bewerbern deutlicher. Backhaus hatte sich auf eine Frage hin dagegen gewehrt, auf das Thema „Windenergie“ nach Gründung der Bürgerinitiative „aufgesprungen“ zu sein.

Amtsinhaber Plettenberg pries den runden Tisch, der in der nächsten Woche erstmals zusammenkommt. Dabei grenzte er sich von den Waldinteressenten Mardorf etwas ab. „Sie dürfen sich nicht aus der Verantwortung ziehen“, sagte Plettenberg und forderte den Interessensausgleich. Acht Anlagen seien zu viele, er halte „vier bis fünf, leiser und weiter weg“ für vernünftig. Für Backhaus ist der „runde Tisch“ ein Schritt in die richtige Richtung, er komme allerdings deutlich zu spät. Seinem Wettbewerber hielt er dabei vor, sich bisher zu einseitig in Richtung Projektierer positioniert zu haben.

Fragen nach Lärm und politischer Erfahrung

Rainer Wiegand erinnerte schließlich an die nüchternen formalen Realitäten: „Das Problem kommt von außen, durch die Vorgaben vom Land.“ Man müsse ehrlich sagen, dass man über genehmigte Flächen rede, was für Windkraftinteressenten schließlich auch Klagemöglichkeiten ergebe.

Dabei blieb es gestern Abend bei diesem Thema aber nicht. Bei der ersten Fragerunde für das Publikum bezog sich Markus Dörr auf frühere Aussagen auf der Internetseite der Stadt Amöneburg zu den Roßdorfer Windkraftanlagen. Man habe sich darauf verlassen, dass es keinen Lärm und keinen Schattenschlag durch die inzwischen gebauten Anlagen geben werde. Jetzt sieht er sich eines anderen belehrt. Plettenberg verwies darauf, dass die Stadt der falsche Adressat sei. Gleichwohl habe er nach Klagen von Bürgern aus Erfurtshausen und Rauischholzhausen eine Beschwerde an das Regierungspräsidium Gießen geschrieben.

Josef Schick aus Mardorf wollte in der ersten Fragerunde von Stefan Backhaus etwas über dessen kommunalpolitische Erfahrung hören. „Ich habe keine“, erwiderte der in Hatzbach lebende Kandidat. In den vergangenen Wahlkampfmonaten habe er das aber eher als Vorteil erlebt, „weil ich unbefangen an die Dinge herangehe“.

Einen weiteren, ausführlichen Bericht vom Wahltalk lesen Sie am Samstag in der OP.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr