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Mehr Einnahmen ohne Bürgerbelastung

Amöneburg Mehr Einnahmen ohne Bürgerbelastung

Welcher Kandidat ist der beste Bürgermeister für Amöneburg? Rund 370 Besucher aus der Kernstadt und den Stadtteilen wollten sich ein eigenes Bild machen und besuchten am Donnerstagabend das Wahlforum der Oberhessischen Presse zur Bürgermeisterwahl am 27. März.

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OP-Redakteur Florian Lerchbacher (links) und OP-Chefredakteur Christoph Linne (rechts) stellten die Fragen an die Bewerber (von links) Anders Arendt (parteilos), Jan-Gernot Wichert (CDU) und Amtsinhaber Michael Ricther-Plettenberg (parteiunabhängig).

Quelle: Tobias Hirsch

Roßdorf . Das wurde am Donnerstagabend beim Wahlforum der Oberhessischen Presse zur Bürgermeisterwahl in Amöneburg deutlich. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, der sich trotz seines SPD-Parteibuches als parteiunabhängiger Bewerber zur Wahl stellt, möchte „die vielen positiven Dinge, die Parlament und Magistrat gemeinsam angeschoben haben, fortsetzen“, denn Kommunalpolitik brauche auch Kontinuität. Zudem wolle er besonders die Haushaltskonsolidierung, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Seniorenpolitik voranbringen. Amöneburg müsse auch der zunehmenden Zahl älterer Menschen eine gute Lebensqualität bieten.

Jan-Gernot Wichert (CDU) bezeichnete die demografische Entwicklung als entscheidende Zukunftsaufgabe. „Wir müssen dazu junge Familien in den Focus nehmen, die Infrastruktur so verbessern, dass sich Familien mit Kindern hier gern ansiedeln“, sagte er. Zugleich wolle er die Wirtschaftskraft der Stadt durch neue Gewerbegebiete wie in Roßdorf und den Ausbau des vernachlässigten Tourismus stärken.

Anders Arendt unterstützte Wicherts Positionen, plädierte zugleich für eine bürgernähere Kommunalpolitik. Der Diplom-Ökonom kritisierte in diesem Zusammenhang die Praxis der Anliegergebühren beim Straßenbau. „Die Bürger werden radikal abkassiert, das geht so nicht. Die Stadt soll Straßenbau-Projekte entweder zurückstellen oder selbst bezahlen“, sagte Arendt, der ab 2002 bis zu seiner Abwahl 2005 Bürgermeister in Amöneburg war.

Arendt warf Richter-Plettenberg vor, einen Schuldenberg angehäuft zu haben, während Amöneburg während seiner Amtszeit Schulden abgebaut habe.

Wo kann eingespart werden?, wollten die Moderatoren, OP-Chefredakteur Christoph Linne und OP-Redakteur Florian Lerchbacher, von den Kandidaten wissen. Richter-Plettenberg lehnte ein „Sparen mit der Axt“ ab. In einem Objekt wie der Roßdorfer Mehrzweckhalle stecke viel ehrenamtliche Arbeit drin. Dies dürfe man nicht mit Sparprogrammen gegen die Lebensqualität in der Stadt bestrafen. Er war dagegen für Mehreinnahmen, die die Stadt durch den Windpark oder die Rekommunalisierung des Stromnetzes generieren können. Wichert warb für Einsparungen durch eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit. Ziel müssten mehr Einnahmen sein, ohne den Bürger zu belasten. Arendt plädierte für mehr bürgerschaftliches Engagement auf freiwilliger Basis. Dieses könne auch in Form von Geld erbracht werden.

Entschieden wehrte sich Arendt gegen den in OP-Leserkreisen erhobenen Vorwurf, seine Kandidatur sei nach seiner Abwahl ein Witz. Er habe das Recht, zu kandidieren, und habe sich zudem für die Zeit seiner Amtsführung nichts vorzuwerfen. Er sei 2004 und 2005 Opfer einer unfairen Kampagne geworden, ohne dass ihm je eine wirkliche Verfehlung vorgeworfen worden sei.

Richter-Plettenberg riet den Bürgern, die mit seiner Amtsführung unzufrieden seien, sich direkt im Rathaus zu beschweren. „Meine Tür steht immer offen.“

Wichert wollte den Vorhalt, er verfüge über keine Verwaltungserfahrung, nicht als Nachteil ansehen. Sein halbes Berufsleben habe er in der Wirtschaft verbracht. Das dabei erworbene Wissen sei auch für eine Verwaltung Gold wert.

von Matthias Mayer

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