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Die Vereine und die Trägerschaft

Bürgermeisterwahl Amöneburg Die Vereine und die Trägerschaft

Zu drei Themen werden sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl schriftlich äußern, ehe am 17. März um 19.30 Uhr das OP-Wahlforum in der Roßdorfer Mehrzweck-halle ansteht.

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Anders Arendt (parteilos, von links), Michael Richter-Plettenberg (parteiunabhängig) und Jan-Gernot Wichert (CDU) beantworteten die Frage nach der Zukunft der Bürgerhäuser per E-Mail von ihren Arbeitsplätzen aus.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg . Jeweils 2 300 Zeichen standen den drei Kandidaten für die Amöneburger Bürgermeisterwahl zur Verfügung, um sich zur Frage zu äußern, wie sie die Zukunft der Bürgerhäuser sichern wollen. Amtsinhaber Michael Richter-Plettenberg (parteiunabhängig), Jan-Gernot Wichert (CDU) und Anders Arendt (parteilos) werden sich in der Berichterstattung dieser Zeitung zu zwei weiteren zentralen Themen äußern, ehe sie am Donnerstag, 17. März, beim Höhepunkt des Wahlkampfes, dem OP-Wahlforum, aufeinandertreffen und sich den Fragen von OP-Chefredakteur Christoph Linne, von Ostkreis-Redakteur Florian Lerchbacher und den Gästen der Veranstaltung stellen. Doch zunächst zur ersten Frage: „Wie wollen Sie die Zukunft der Bürgerhäuser sichern?“

Richter-Plettenberg : „Ganz einfach: Kosten sparen und Nutzung erhöhen und Trägerschaftsmodelle! Wir haben keine überdimensionierten Häuser. Doch müssen wir auf die Kosten achten und intelligent modernisieren. Begegnungsräume werden zukünftig wieder an Bedeutung gewinnen, denn Gemeinschaft vor allem im Alter wird wieder wichtiger. Bei Investitionen Förderprogramme zu nutzen, hält die Abschreibungen niedrig. Das Mardorfer Gemeenshaus ist vor allem aber wegen der vorbildhaften Trägerschaft des Backhausvereins finanziell keine große Belastung.

Im selbst verwalteten Haus der Vereine in Roßdorf entsteht derzeit ein Trachtenmuseum, was das Haus beleben wird. Für die Erweiterung des gigantischen Eigenleistungsprojekts Bürgerhaus Erfurtshausen haben wir nur etwa 15 Prozent Eigenanteil, und durch die energetische Sanierung werden laufende Kosten eingespart. Energetische Modernisierung ist zudem wichtig. In der Mehrzweckhalle Roßdorf z.B. wurden in den letzten Jahren Maßnahmen mit ganz viel Eigenleistung unternommen. 2011 ist eine energiesparende neue Heizung vorgesehen. Die Halle soll für gesellschaftliche Veranstaltungen verbessert werden. In Rüdigheim hat gerade die Planung für die Erweiterung des Treffpunktes begonnen. Dieses Gebäude soll mit Augenmaß erweitert werden, um die Nutzbarkeit zu steigern. Das Haus liegt absolut zentral und hat die Chance, ein echtes Ortszentrum zu werden, am besten im Trägermodell.

Das Bürgerhaus Erfurtshausen wird im Zuge der Dorferneuerung ebenfalls zukünftig noch stärker Ortsmittelpunkt werden. Den Ansatz unterstütze ich genauso wie die derzeit laufenden Gespräche über eine Trägerschaft. Ich halte es für wichtig, die Frage der Übernahme von Trägerschaften vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Dörfer einen zusätzlichen Nutzen für ihre Gemeinschaft daraus erzielen.

Die Räume in den Amöneburger Bürgerstuben sind ausreichend und es gibt Ausweichmöglichkeiten. Im Gegenzug ist eine Trägerschaft aktuell wohl nicht machbar.

Beim Bürgerhaus Mardorf sehen wir aktuell, weil das Haus wegen eines Wasserschadens gesperrt ist, wie wichtig das Haus für die Stadt geblieben ist. Viele Veranstaltungen, auch der Stadt selbst, gehen einfach nur dort. Eine Verpachtung mit gastronomischer Nutzung würde den Gaststätten im Ort schaden, deshalb bin ich derzeit nicht dafür.“

Arendt : „Die Zukunft der Bürgerhäuser sehe ich nicht in Gefahr! Sicher wäre es für die heutige Finanzlage der Stadt besser gewesen, man hätte in früheren Zeiten auf den Bau des einen oder anderen Bürgerhauses verzichtet. Nun haben wir sie aber und an der Unterhaltung sollte und wird es in Zukunft nicht scheitern. Eigenleistung erbringen fleißige ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger bereits heute in lobenswertem Umfang. Zum Teil gibt es bereits ehrenamtliche Hausmeister bzw. Lösungen in Kooperation mit Vereinen. Zukünftig müssen wir möglicherweise noch stärker darauf setzen, dass Ehrenamtliche die Verwaltung und Instandsetzung der Bürgerhäuser sicherstellen.

Die rechnerischen Defizite im Haushaltsbereich Bürgerhäuser entstehen in erster Linie durch Abschreibungen und Zinsen. Darauf haben wir heute keinen Einfluss mehr. Die Schließung eines Bürgerhauses bringt somit keine nennenswerte finanzielle Entlastung. An eine lukrative Veräußerung ist ebenfalls nicht zu denken. Natürlich kann man über die Zusammenarbeit mit Gastronomiebetrieben nachdenken, so wie z.B. im Bürgerhaus Fronhausen. Dort befindet sich eine Pizzeria.“

Wichert : „Amöneburg verfügt in jedem seiner Stadtteile über öffentliche Räumlichkeiten zur Begegnung der Menschen. Dies begrüße ich außerordentlich und werde dieses Angebot als Bürgermeister weiterentwickeln. Ich sehe aber auch die Unterschiede der Nutzungsmöglichkeiten in den einzelnen Stadtteilen, die eine Einheitslösung nicht möglich machen. Zur Sicherung des Angebotes möchte ich Einsparpotenziale aufspüren und zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Somit werden Ausgaben, die den Haushalt der Stadt belasten, reduziert und es werden Freiräume für notwendige Veränderungen und Verbesserungen geschaffen.

Was werde ich konkret tun: Neben der Untersuchung unserer Liegenschaften auf Einsparpotenziale muss der aktuelle Bedarf von Bürgern, Vereinen und Verbänden ermittelt werden. In einem Gesamtkonzept sollen Bedarf und Angebot gegenüber gestellt werden. Dabei sollen alle Räumlichkeiten berücksichtigt werden – unabhängig davon, ob es sich um eine städtische oder kirchliche Einrichtung, ein privates Angebot oder ein Vereinsheim handelt.

Den begonnenen Weg, Kooperationen mit Vereinen und Verbänden einzugehen, um städtische Gebäude und Flächen zu verwalten und zu betreuen, werde ich konsequent ausbauen. Eine private Überlassung ist für mich eine mögliche Variante der Kostensenkung bei gleichbleibendem bzw. besserem Angebot!

Neben der Kostensenkung und der bedarfsgerechten Bereitstellung von öffentlich nutzbarem Raum sehe ich die Erweiterung des Angebots, also eine intensivere Nutzung der Räumlichkeiten, als ein wichtiges Standbein, um die Zukunft der Bürgerhäuser zu sichern. Die Erweiterung des Angebots ist mit den Bürgern, mit den Vereinen, Verbänden und den Kirchen zu erarbeiten und durch die Bereitstellung von bedarfsgerechten, funktionsfähigen und modernen Gemeinschaftseinrichtungen zu unterstützen.

Hier ist es ähnlich wie in der freien Wirtschaft: Maschinen müssen laufen, damit sie Geld verdienen. Bürgerhäuser müssen leben, dann haben sie auch ihr Geld verdient und rechtfertigen ihren Bestand! Dafür werde ich mich einsetzen!“

von Florian Lerchbacher

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