Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Bürgermeister setzt auf stärkere Kooperationen

Bürgermeisterwahl Bürgermeister setzt auf stärkere Kooperationen

Seine Terminliste am Sonntag war leer – was eigentlich ungewöhnlich für Michael Richter-Plettenberg ist, aber dafür hatte der Bürgermeister genug Zeit, Gratulationen entgegenzunehmen und kleinere Aufgaben zu erledigen.

Voriger Artikel
Haushoher Sieg für Amtsinhaber
Nächster Artikel
Kandidaten treffen erstmals aufeinander

„Um die Erneuerung des Schildes hat sich der Verkehrsverein gekümmert“, hebt Michael Richter-Plettenberg 17 Stunden nach seiner Wiederwahl hervor.

Amöneburg. Er verhält sich wie immer: Leicht hektisch springt Michael Richter-Plettenberg durch sein Büro, kramt, sortiert und klickt durch Dateien auf seinem Computer. Auf eine Krawatte hat er verzichtet, dafür trägt er den obersten Knopf seines Hemdes offen, ein breiteres Grinsen als üblich ziert sein Gesicht. „Ich will meine Wahlplakate mit einem Danke-Schild bekleben“, lautete der Plan, den er am Sonntagmittag fasste. Ansonsten freue er sich auf zwei freie Tage und ein James-Blunt-Konzert mit seiner Frau, kommentierte der Bürgermeister einen Tag nach seinem überwältigenden Sieg mit mehr als 80 Prozent der Stimmen. Nur bis 23 Uhr habe er im Schützenhaus Mardorf – wo er mit Feuerwerk begrüßt wurde – gefeiert, dann habe er mit der versprochenen Rücksichtnahme auf seine Familie begonnen und sei mit ihr nach Hause gefahren.

Dort setzte sich allerdings der Trend der Vor-Wahl-Nächte fort. Wieder konnte Richter-Plettenberg kaum schlafen, doch dieses Defizit kann er an zwei Urlaubstagen, die er in weiser Voraussicht schon vor Monaten in diese Woche legte, sicherlich aufholen. Ansonsten wartet das Tagesgeschäft auf ihn: Schon am Sonntagmorgen klingelte das Telefon und er bekam die Erinnerung, dass er noch einen Antrag einreichen müsse.

„Bei dem Ergebnis kann es ja eigentlich nur schlechter werden“, denkt der frisch wiedergewählte Bürgermeister direkt an die Zukunft und bewertet die überwältigende Mehrheit als Zustimmung zu seiner Person, seiner Art, vor allem aber auch zu seinen Inhalten. „Ich habe konkrete Punkte angesprochen und interpretiere die Wahl so, dass die Bürger meinen Ideen und Plänen zustimmen“, betont Richter-Plettenberg und sendet direkt eine Botschaft an seine Kritiker: „Die CDU hat jetzt eine gewisse Verpflichtung, stärker zu kooperieren.“

Zu dieser Aussage gelange er, wenn er alle Wahlergebnisse des Sonntages aus Amöneburg analysiere: Eigentlich habe die Partei mit Blick auf die Kreisebene gut abgeschnitten – nur eben bei der Bürgermeisterwahl nicht. Daher hege er nun die Hoffnung, vor allem beim Thema Stromkonzession weiterzukommen und die Rekommunalisierung des Netzes und den Wechsel zu den Stadtwerken zu erreichen: „Ich will an die Geldtöpfe kommen. Es muss eine Entscheidung her und die Stadtverordneten müssen aufhören, sich wegzuducken.“

von Florian Lerchbacher

Mehr lesen Sie am Dienstag in der gedruckten OP und bereits am Montagabend auf Ihrem iPad.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr