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Anders Arendt: Die Heimatliebe treibt ihn zurück

Kandidaten im Porträt Anders Arendt: Die Heimatliebe treibt ihn zurück

Er war schon einmal Bürgermeister von Amöneburg, nach 20 Monaten Amtszeit wählten ihn die Bürger jedoch ab. Nun will Anders Arendt (parteilos) als Rathauschef zurückkehren.

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Anders Arendt war schon einmal Bürgermeister in Amöneburg und will es wieder werden.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mardorf. Seit seiner Jugend interessiert sich Anders Arendt für Politik: „Das kam wohl auch durch meinen Vater, mit dem ich heute noch gerne diskutiere.“ Kommunale Wirtschaftspolitik sei ein prägendes Thema während seines Studiums (Wirtschaftswissenschaften und -pädagogik) an der Universität in Kassel gewesen. Nach seinem Abschluss habe er das Wissen praktisch umsetzen wollen und kandidierte in Amöneburg als Bürgermeister.

Die Bürger stimmten für Arendt, doch schon nach 20 Monaten hatten sie und die Stadtverordneten genug von ihm und wählten ihn im Jahr 2005 wieder ab. Eine Flugblattaktion gegen die Pläne zum Bau einer Sakristei, ein irregulärer Haushaltsplanentwurf und das Fehlen bei repräsentativen Terminen waren nur einige der Kritikpunkte. Die Kommunalaufsicht beschäftigte sich mehrfach mit ihm, der Landrat sprach gar eine Missbilligung aus. Letztlich war der Begriff „Amöneburger Verhältnisse“, der für Chaos und Streit stand, sogar über die Kreisgrenze hinaus fester Bestandteil der Sprache.

„Ich hätte mehr tun können, um die Eskalation zu verhindern“, sagt Arendt heute und behauptet, die Vorwürfe seien „überwiegend in ihrer Härte nicht gerechtfertigt“ gewesen. „Den Gegner als unfähig darzustellen, gehört zur Politik. Aber wenn man sich auf das Spiel einlässt, muss man damit leben können“, ergänzt der gebürtige Mardorfer, der Helmut Schmidt und Ludwig Erhard sowie, „bis vor kurzem“, Horst Köhler seine politischen Vorbilder nennt. Als guten Fachmann, der an seiner Außenwirkung arbeiten müsste, bezeichnet er Bundestagsmitglied Karl Lauterbach.

Trotz der Vergangenheit glaubt er, dass er in Amöneburg einen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern Jan-Gernot Wichert (CDU) und Amtsinhaber Michael Richter-Plettenberg (parteiunabhängig) hat: „Was mir zuspielt, ist die Parteiverdrossenheit der Menschen.“

Er will den Bürgern in Zukunft mehr Mitspracherecht einräumen – sei es über Bürgerentscheide oder -befragungen: „Die Amöneburger sollen mehr mitreden. Ich kann mir gut vorstellen, bei Themen wie der nächtlichen Abschaltung der Straßenbeleuchtung oder dem Winterdienst zunächst die Menschen zu befragen. Gerade bei Finanzfragen seien sie die richtigen Ansprechpartner: „Das Volk neigt nicht dazu, Geld zu verschwenden – das tun die Parteien.“

von Florian Lerchbacher

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