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Bürgerhelfer gehen nächsten Schritt

Stadtallendorf Bürgerhelfer gehen nächsten Schritt

Die Zahl der Interessenten an der Gründung einer Stadtallendorfer Bürgerhilfe ist stetig gewachsen. Am Donnerstag, 13. März, sollen nun entscheidende Schritte auf dem Weg dorthin unternommen werden.

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Ingelore Falkenberg und Martin Kewald-Stapf sind zwei Bürgerhelfer, die sich in Amöneburg um Mitmenschen kümmern, ähnliche Angebote soll es in Stadtallendorf geben.Archivfoto

Stadtallendorf. Eine junge Familie braucht für einige Tage Hilfe bei der Hausaufgabenbetreuung der Kleinen. Ein Senior ist handwerklich ungeschickt und sucht jemanden, der bei ihm in der Wohnung eine Lampe fachgerecht anschließt. Das sind zwei mögliche Beispiele dafür, wo eine Stadtallendorfer Bürgerhilfe einspringen und unterstützen könnte.

Seit vergangenem Juni treffen sich Interessenten an einer Stadtallendorfer Bürgerhilfe (die OP berichtete). Sie informierten sich auf verschiedenen Ebenen über Varianten wie auch Voraussetzungen, kamen mit dem Sozialen Netzwerk Kirchhain ebenso in Kontakt wie mit der Bürgerhilfe Mardorf, der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf oder dem Netzwerk der Bürger- und Nachbarschaftsinitiativen im Landkreis. Klar ist inzwischen, dass die Stadtallendorfer Bürgerhilfe definitiv kommt - und wohl in Form eines Vereins. Am Donnerstag, beim nächsten Treffen, sollen die Details zu Satzung und Vereinszweck erörtert werden, eine letzte Hürde auf dem Weg zum Start des Projekts. „Schön ist, dass die Zahl der Interessenten seit vergangenem Jahr von Treffen zu Treffen gewachsen ist. Inzwischen sind es rund 25 Bürger“, freut sich Birgit Thiel, Seniorenbeauftragte der Stadt Stadtallendorf und eine treibende Kraft hinter dem Projekt.

Von Anfang an dabei ist Kerstin Wagner. „Mir geht es darum, dass wir alle wieder einen Blick in die Nachbarschaft werfen und der Gedanke der gegenseitigen Hilfe eine größere Rolle spielt“, beschreibt sie ihre Motivation, warum sie dabei ist. Klar ist für Kerstin Wagner und Birgit Thiel, stellvertretend für die Interessentenschar, dass es der Bürgerhilfe nicht nur um Hilfsangebote für Senioren gehen wird. Sie ist für Bürger aller Generationen gedacht. Der Vereinszweck findet sich dabei schon beinahe von selbst: Gedacht ist an Hilfen, die eben nicht bei professionellen Anbietern erhältlich sind. Die bisherigen Überlegungen orientieren sich dabei in Richtung des Sozialen Netzwerks Kirchhain. „Doch entscheidend ist, dass wir das anbieten, was in unserer Stadt fehlt“, sagt Kerstin Wagner. Und das hängt auch von den Mitgliedern des Vereins ab, die sich zusammenfinden. Er lebt von seiner Vielfalt.

Wer eine Hilfe benötigt oder Hilfen anbietet, soll Vereinsmitglied werden. Ideal wäre aus Sicht von Thiel und Wagner dabei, wenn es zu „Tauschgeschäften“ von Mitgliedern käme. Ein weiteres Beispiel: Ein Senior kann seinen großen Garten nicht mehr pflegen. Dabei hilft eine junge Familie, die im Gegenzug immer wieder mal den Garten mitbenutzen kann. Oder: Ein Pensionär muss ins Krankenhaus, ein junges Mitglied kümmert sich in der Zeit um seinen Hund. Im Gegenzug hilft der Pensionär seinem Helfer Monate später bei einer Renovierungsaktion daheim. So könnte das Modell Bürgerhilfe-Verein in Stadtallendorf aussehen. „Es wird aber nie an Mitgliedsbeiträgen oder ähnlichem scheitern, wenn jemand eine Hilfe braucht“, tritt Birgit Thiel gleich denkbaren Vorbehalten entgegen. Auch zusätzliche Qualifizierungen sollen über den zukünftigen Bürgerhilfe-Verein möglich sein.

„Nach der Gründung müssen wir vor allem mehr Werbung für uns machen“, sagt Kerstin Wagner über die nächsten Schritte, die jetzt anstehen werden.

Geld ist dabei zunächst keine große Hürde. Bürgermeister Christian Somogyi wolle ein Startkapital von 4800 Euro im Haushalt vorsehen, freut sich Thiel.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 13. März, von 17 bis 19.30 Uhr im Untergeschoss des Gemeinschaftszentrums statt.

Weitere Informationen gibt es bei Birgit Thiel unter der Rufnummer 06428/707-262.

von Michael Rinde

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