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Bürgerhaus-Nutzung kostet mehr

Geld Bürgerhaus-Nutzung kostet mehr

Vor knapp einem Jahr war der Gemeindevorstand mit seiner Absicht, die Nutzungsgebühren für die Bürgerhäuser in Wohratal anzuheben, noch gescheitert. Das war diesmal anders.

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Die Gebühren für die Nutzung der Gemeinschaftshäuser, wie die Hofreite in Wohra, werden im nächsten Jahr steigen. Archivfoto

Wohratal. Das Thema „Finanzlage“ begleitet die politischen Vertreter Wohratals auf Schritt und Tritt. Nahezu bei jeder Entscheidung spielt nur noch das Geld die entscheidende Rolle. Immer der Blick gen Landesregierung in Wiesbaden gerichtet, wird Bürgermeister Peter Hartman (parteilos) gefragt, ob denn dies Auswirkungen auf die anstehende Genehmigung des Haushalts der Gemeinde habe.

Zur vorgesehenen Anhebung der Nutzungsgebühren für die fünf Gemeinschaftseinrichtungen der Kommune sagte er: „Ich würde auch lieber andere Vorlagen einbringen.“ Die letzte Erhöhung datiere vom 1. Januar 2012 und die jetzige falle mit rund zehn Prozent doch sehr moderat aus.

So muss zum Beispiel ein externer Nutzer der Hofreite Wohra mit Saal, Theke, Küche und Kühlraum statt bisher 242 Euro zukünftig 267 Euro bezahlen. Der ermäßigte Beitrag für Wohrataler Bürger erhöht sich von 121 auf 133,50 Euro. Gleiche Beträge gelten für die Dorfscheune in Langendorf und das Feuerwehrgerätehaus in Hertingshausen.

Dr. Gerhard Wilmund (CDU) hatte sich intensiv mit dem vom der Gemeindevertretung geforderten und von der Verwaltung vorgelegten Zahlenwerk zur Nutzung der Bürgerhäuser aus 2013 beschäftigt und summierte insgesamt 954 Nutzungen, von denen allerdings nur knapp 100 zahlungspflichtig gewesen seien. Die Vereine hätten 720 Mal die Gemeinschaftshäuser belegt, was einem Anteil von 75,5 Prozent aller Nutzungen entspreche. Mit Blick auf das Defizit, welches die Gemeinschaftshäuser verursachen, stellte Bürgermeister Hartmann die Frage, ob die Vereine auch für ihre Nutzung bezahlen sollten. An entsprechenden Beispielen aus anderen Kommunen mangelte es weder dem Gemeindeoberhaupt noch den politischen Vertretern.

Hannelore Keding-Groll (Offene Bürgerliste Wohratal) entgegnete, dass die anstehende Erhöhung der Gebühren die Gemeinde wohl nicht retten werde. Eine finanzielle Beteiligung wie in anderen Kommunen „würde den Vereinen das Genick brechen“, sagte Keding-Groll. In der Folge käme es zu Leerständen bei den Gemeinschaftsräumen. Der sei nicht beabsichtigt. Auch Klaus-Dieter Engel (SPD-Fraktionsvorsitzender) wollte die Nutzungspraxis der Dorfgemeinschaftshäuser nicht zur Diskussion stellen und bezeichnete die Gebührenerhöhung als das kleinere Übel.

Die Abstimmung zur Gebührenerhöhung brachte ein überraschend einstimmiges Ergebnis. Die neue Gebührenordnung tritt zum 1. Januar nächsten Jahres in Kraft. Einstimmig fiel auch die zweite Entscheidung des Abends. Die Gemeindevertretung beschloss eine zeitlich befristete Mitwirkung und finanzielle Beteiligung an der „Tourismus AG Marburger Land“ mit einem Jahresbeitrag von rund 360 Euro.

von Heinz-Dieter Henkel

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