Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Bürgergarde wird Teil des Oktoberfestes

Nummer 20b im Umzug Bürgergarde wird Teil des Oktoberfestes

Wer am Sonntag ab 10 Uhr in der ARD die Übertragung des zum Münchner Oktoberfest gehörenden Trachten- und Schützenumzugs schaut, der sollte besonders auf die Festzugsnummer 20b achten.

Voriger Artikel
Sänger gestalten Kirmes in Anzefahr musikalisch
Nächster Artikel
Land steuert 65 000 Euro bei

Die Bürgergarde um ihren Ehrenkommandanten, General a. D. Dr. Klaus Wittmann, und die Biedermeierdamen sind als Repräsentanten Neustadts Aushängeschild.

Quelle: Privat

Neustadt. Wenn morgen früh der neue Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter zum ersten Mal in seiner Karriere mit gezielten Schlägen das Fass ansticht und dem Ruf „O‘zapft is“ das Oktoberfest eröffnet, dann sitzen auch zahlreiche Neustädter in einem der Festzelte. Gehen viele Menschen nur zum Biertrinken und Feiern auf die „Wiesn“, so haben die 23 Uniformierten der Bürgergarde und die 12 zum Verein gehörenden Biedermeierdamen eine Mission: Sie nehmen am Sonntag ab 10 Uhr unter der Startnummer 20b am traditionellen Trachten- und Schützenumzug teil - was als besondere Ehre zu bezeichnen ist, denn die Veranstalter treffen alljährlich eine strenge Auswahl. Zwar beteiligen sich insgesamt rund 9000 Menschen an dem Festzug, sie sind aber sozusagen handverlesen. Nach dem Jahr 2004 darf die Neustädter Bürgergarde zum zweiten Mal beim Trachten- und Schützenumzug mitmachen. Damals hatte sie ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert, in diesem Jahr prägt das 20-jährige Bestehen das Vereinsleben.

In Neustadt ist die Freude groß über die Einladung aus München. „Wir kamen auf die Idee, uns zu bewerben, weil wir mal wieder etwas Besonderes machen wollten und einige im Verein gerne zum Oktoberfest - ab und an mal - reisen“, sagt Martin Krapp, Sergeant und Schriftführer der Bürgergarde, und ergänzt: „Es ist nicht so leicht, eine gute Bewerbung zu formulieren, die dann den doch recht strengen Regeln der Festring München als Ausrichter des Umzuges standhält.“

"Würdige Belohnung für Mitglieder"

Doch die Neustädter hatten ein Ziel - und das verfolgten sie zielgerichtet: „Wir wollten gerne teilnehmen, weil es eine Veranstaltung ist, die in Erinnerung bleiben wird, und wir unsere Stadt ein kleines Stück bekannter machen“, erklärt Krapp und freut sich, aus dem „riesengroßen Topf an Bewerbern aus aller Welt“ gefischt worden zu sein. Es sei aber auch „eine würdige Belohnung für die aktiven Vereinsmitglieder, einen Festzug mitzugestalten, den Millionen von Zuschauern an den Straßen und vor dem Fernsehen verfolgen werden“.

Und aktiv ist das Neustädter Aushängeschild allemal: Im Laufe der Jahre beteiligte sich die Bürgergarde an einigen Hessentagsfestzügen. In erster Linie ist sie aber bei Neustadt-spezifischen Veranstaltungen dabei, zum Beispiel bei der Trinitatis-Kirmes, bei der Rathaus-Verteidigung am Rosenmontag (als williges Opfer) oder beim Neustadt-Treffen. Noch dazu organisiert sie zahlreiche gesellige Termine wie das Aufstellen des Maibaumes, Abendserenaden, Festlichkeiten wie den „Tanz in den Mai“, Turmfeste oder das „Neustädter Bierfest“. Nicht zu vergessen sind dabei die Biedermeier­damen, die seit zehn Jahren dem Verein angehören, ihren männlichen Mitstreitern in optischer Hinsicht alle Ehre machen und bei verschiedenen Veranstaltungen ihr beliebtes „Biedermeiercafé“ öffnen.

108 Schritte pro Minute

Sind die Neustädter oft gestalterisch tätig, so müssen sie am Sonntag einige Regeln befolgen, wie Krapp erläutert: „Es muss eine bestimmte Festzugs-Formation eingehalten werden mit bis zu sechs Personen in einer Reihe - was bedeutet, dass man erst einmal eine relativ große Gruppe zusammenbekommen muss, damit das Erscheinungsbild entsprechend wirkt.“ Dann gilt es, über die sieben Kilometer lange Strecke von der Maximilianstraße bis zur Theresienwiese ein Tempo von 108 Schritten pro Minute einzuhalten.

Logisch ist, dass die Teilnehmer ihre historische Tracht tragen müssen. Ebenfalls vorgeschrieben sind einheitliche, schwarze Schuhe - es sei denn, zur Uniform oder Tracht gehört ein anderes Schuhwerk. Des Weiteren ist es Frauen verboten, lange Haare ohne passenden Kopfschmuck offen zu tragen.

Von heute bis Sonntag ist die Bürgergarde in München. „Es ist ein herausragendes Ereignis in unserem Vereinsleben - ohne Frage. Aber auch die Abendserenade zum 20-jährigen Bestehen im Juni war ein absoluter Höhepunkt. Wir haben viele positive Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten“, sagt Krapp und fasst zusammen. „Die Fahrt nach München ist sozusagen der Abschluss unserer Feierlichkeiten und soll ein Stück weit unsere aktiven Mitglieder für ihre Treue zum Verein belohnen.“

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr