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Bürgerbus rollt auf Kirchhain zu

Fortschritt Bürgerbus rollt auf Kirchhain zu

Die Idee zur Einrichtung eines Bürgerbusses für Kirchhain ist schon etwas angestaubt. Bereits 2011 wurde die Verwirklichung des Projekts angekündigt. Allerdings hat bis heute ein solcher Bus in Kirchhain keinen Meter zurückgelegt.

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Neben der Linie 72 könnte demnächst auch der Kirchhainer Bürgerbus an drei Tagen in der Woche die Bushaltestelle im Stadtteil ­Betziesdorf anfahren.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) kündigte am Rande der jüngsten Ortsbeiratssitzung die wahrscheinliche Umsetzung des Projekts für den Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres an. Eine ähnliche Ankündigung hatte es bereits im Jahr 2011 für den Dezember 2012 im Kirchhainer Sozialausschuss gegeben.

Die Idee für das Projekt geht auf das Kirchhainer Senioren­forum zurück. Damals hatte sich eine der Arbeitsgruppen ausschließlich mit der Frage beschäftigt, wie die Mobilität älterer Menschen in den Kirchhainer Stadtteilen gewährleistet werden kann. Das ist in einer Stadt, die gleich mit zwölf zum Teil weit auseinanderliegenden Stadtteilen gesegnet ist, wahrlich eine Herkulesaufgabe. Das Ergebnis der Beratungen war das in den Niederlanden entwickelte Bürgerbus-Modell.

Im Ortsbeirat Betziesdorf stieß das Vorhaben auf ungeteilte Zustimmung, korrespondiert dieses doch mit dem Projekt „Leben und alt werden in Betziesdorf.“ Michael Feußner berichtete seinen Kollegen, dass viele Vorarbeiten bereits erledigt seien. Ein bestimmtes Kleinbus-Modell sei ausgewählt worden, die Abstimmung mit den Linienbusunternehmen liefen.

Ziel sei es, Bürgerinnen und Bürger aus den Stadtteilen abseits der Schulbuszeiten zu den Kirchhainer Einkaufsmärkten und zum Ärztehaus zu bringen und wieder abzuholen, erklärte Michael Feußner. Gearbeitet werde derzeit am Aufbau eines Fahrerpools. Die Ortsvorsteher würden gebeten, geeignete Kandidaten für diese ehrenamtliche Aufgabe anzusprechen, sagte Michael Feußner. Ortsvorsteher Dieter Tourte kündigte an, sich darum zu kümmern.

Der Bürgerbus ist ein Gemeinschaftsprojekt des Magistrats der Stadt Kirchhain und des Kirchhainer Seniorenbeirats. Die Projektleitung hat Herbert Landmesser übernommen. Gegenüber der OP informierte der Vorsitzende der Kirchhainer Arbeiterwohlfahrt (Awo) und SPD-Stadtverordnete über den Stand der Dinge.

Das Fahrzeug: Die Wahl fiel auf einen Kleinbus, den die Gemeinde Bad Endbach als Bürgerbus einsetzt. „Wir haben uns das Fahrzeug in Bad Endbach angeschaut und uns für dieses Modell entschieden“, sagte Herbert Landmesser. Das Angebot eines großen Autohauses für ein identisches Fahrzeug liege vor und werde derzeit geprüft.

Die Finanzierung: Üblicherweise werden die Bürgerbusse über Werbung finanziert. Ebenso üblich ist es, dass Agenturen die Werbeflächen verkaufen - und sich ihre Dienstleistung teuer bezahlen lassen. Das wird es in Kirchhain nicht geben.

Ehrenamtliche Fahrerdringend gesucht

Die Stadtverordneten Angelika Aschenbrenner und Dr. Christian Lohbeck (beide FDP) aus Anzefahr haben sich bereiterklärt, ehrenamtlich die Akquise für die Werbung auf dem Bus zu betreiben, wie der Projektleiter berichtete. Der Kirchhainer Ortsverein der Awo werde 10000 Euro für die Anschaffung des Bürgerbusses spenden. Das sei die Schwerpunktspende der Awo in diesem Jahr. Das Geld werde aus den Überschüssen der ehrenamtlich betriebenen Awo-Kleiderstube generiert, sagte Herbert Landmesser.

Der Kirchhainer Magistrat habe sich bereiterklärt, gegebenenfalls eine Finanzierungslücke zu schließen.

Die Fahrer: Sie sind derzeit laut Herbert Landmesser der Knackpunkt. Erst fünf bis sechs Fahrer haben zugesagt. Aber der Projektleiter hofft, dass sich über die persönliche Ansprache durch die Ortsvorsteher genügend Fahrerinnen und Fahrer finden werden. Die müssen mindestens 18 Jahre alt sein und den Führerschein Klasse 3 oder den entsprechenden EU-Führerschein der Klasse B oder BE haben.

Ein Personenbeförderungsschein ist nicht mehr erforderlich. Dafür absolvieren die künftigen Chauffeure des Bürgerbusses beim Fahrzeughersteller ein kostenloses Fahrertraining. Herbert Landmesser hält dieses für unverzichtbar. Schließlich sei der acht Passagieren Platz bietende Kleinbus gar nicht so klein, dass er ausreichend Platz für Rollatoren und große Einkaufstaschen benötige.

Der Fahrplan: Der Bürgerbus soll nach einem festen Fahrplan montags, dienstags und donnerstags fahren. Der Fahrplan wird derzeit vom RNV ausgearbeitet und soll etwa in zwei Wochen vorliegen. Erst nach Vorliegen des Entwurfs wird sich zeigen, ob alle Stadtteile an allen drei Tagen angefahren werden können. „Wir haben eine riesige Fläche zu betreuen“, stellte Herbert Landmesser dazu fest.

von Matthias Mayer

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