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Bürger wissen um Wert der Stadtmitte

Innenstadtstudie Bürger wissen um Wert der Stadtmitte

Stadtallendorfer Bürger wünschen sich nach den Ergebnissen einer repräsentativen Bürgerbefragung eine bessere Angebotsstruktur. Lob gibt es für das hervorragende Arbeitsplatzangebot.

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Ein Teil der Befragten fühlt sich unsicher in Stadtallendorf

Diese Gießener Studierenden, hier mit Bürgermeister Somogyi und Professor Christian Friedrich, erstellten die Studie.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Rund 50 Zuhörer, darunter zahlreiche Kommunalpolitiker, verfolgten am Mittwochabend die Präsentation der Bürgerbefragung der Hessischen Hochschule für Verwaltung und Polizei. An zwei Tagen hatten Studierende 1074 Bürger angesprochen, 378 von ihnen antworteten. Das gilt aus wissenschaftlicher Sicht als repräsentativ, wie der verantwortliche Professor der Hochschule, Christian Friedrich am Mittwoch erläuterte.

Außerdem befragten die Studierenden Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer, 204 schrieb oder sprach die Stadt an, nur 31 nahmen teil. Dieser Teil der Befragung ist nicht repräsentativ. Es gab interessante Rückmeldungen, vor allem aus der Bürgerschaft Stadtallendorfs.

72 Prozent fühlen sich wohl

Zunächst einige sehr positive Ergebnisse: 72 Prozent der Befragten fühlen sich in Stadtallendorf wohl, einen sehr guten Wert erreichte das Industriezentrum des Kreises auch beim Arbeitsplatzangebot. „Die Befragten nehmen Stadtallendorf in erster Linie als Wohn- und Arbeitsstandort wahr“, erläuterte Maximilian Großmann, einer der Sprecher des Studierendenteams. Den Befragten liegt etwas an der Situation und Entwicklung der Stadtmitte: 73 Prozent der Befragten finden ihre weitere positive Entwicklung wichtig oder sehr wichtig.

Mängel und Probleme sehen die Befragten überwiegend beim Warenangebot und der Gastronomie. So wünschen sich die Teilnehmer unter anderem hochwertigere Bekleidungsartikel oder Schuhe, Elektronik wie auch mehr Gastronomieangebote im Herzen der Stadt.

Defizit bei Kulturangeboten

Defizite sehen die Befragten auch beim Kulturangebot in Stadtallendorf. Gefragt nach Wünschen tauchten als Antworten unter anderem ein Kino, Theater und mehr Museen auf. Bei der Bewertung der Parkplatzsituation gab es auch bemerkenswerte Ergebnisse: Bei der Bewertung von vier großen Parkflächen (vor Lidl, Niederkleiner Straße, Stadtmitte und Einkaufszentrum „Rewe-Markt“) gab es beim Einkaufszentrum die schlechtesten Ergebnisse. Die Durchfahrten werden ebenso wie die Stellplätze als zu eng empfunden. Der Gebäudekomplex befindet sich im Besitz einer Immobiliengesellschaft. Ein weiterer Punkt, bei dem die Bürger „austeilten“, war die medizinische Versorgung in der Stadt: Dort erkannten die Auswerter der komplexen Fragebögen ebenfalls dringenden Handlungsbedarf. Die Gesamtnote lag dort bei einem „Befriedigend“. Bei den Anmerkungen lag die Kritik am Fachärztemangel und einem fehlenden eigenen Notdienst vor Ort auf dem Spitzenplatz.

Insgesamt 80 Folien mit Einzelergebnissen präsentierte die Gruppe von Bachelor-Studenten aus Gießen. Ein detaillierter Bericht wird noch folgen. Bürgermeister Christian Somogyi kündigte am Mittwoch an, die Ergebnisse zeitnah auf der Internetseite der Stadt unter www.stadtallendorf.de zu veröffentlichen. Worin sollte die Stadt nach Meinung der befragten Bürger mehr investieren? Da gibt es ebenfalls Spitzenreiter: in die Sicherheit (siehe unten stehenden Bericht) und in das Freizeit- und Kulturangebot.

Somogyi versprach am Mittwochabend, die Ergebnisse weiter zu analysieren. Ihm ist an einer Wiederholung in einigen Jahren gelegen. Mit Blick auf die Innenstadtentwicklung machte der Bürgermeister deutlich, dass er sich mehr privates Engagement in der Stadtmitte wünscht: „Wir haben viel investiert. Doch an Grundstücksgrenzen enden unsere Möglichkeiten.“

von Michael Rinde

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Innenstadtstudie

Bei einem Punkt der Bürgerbefragung gibt es die größte Überraschung. Bei der Frage "Wie beurteilen Sie Stadtallendorf bezüglich Sicherheit?" gab es im Ergebnis einen Mittelwert von 3,29.

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