Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Bürger verteilen Lob und Tadel

Einzelhandesbefragung Bürger verteilen Lob und Tadel

Der Abschlussbericht von Stadtallendorfs Bürger- und Einzelhandelsbefragung zeigt: Die befragten Bürger fühlen sich größtenteils wohl, Gewerbetreibende müssten allerdings mehr investieren.

Voriger Artikel
Medaille füllt Lücke im Trachtenmuseum
Nächster Artikel
Zustimmung mit Bauchgrimmen

Bürgermeister Christian Somogyi (von links), Professor Christian Friedrich und Christoph Grimmel von der Verwaltung bei der Übergabe der Ergebnis-Dokumentation.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Zwei Auswertungen, jeweils etwa 60 Seiten umfassend, übergab Professor Dr. Christian Friedrich nun dem Stadtallendorfer Bürgermeister. Darin sind die Ergebnisse dokumentiert, die die Projektgruppe der Hessischen Hochschule für Verwaltung und Polizei im Rahmen ihrer Bürger- und Einzelhandelsbefragung in Stadtallendorf ermittelt haben. Ergänzend zur Präsentation dieser Ergebnisse Ende vergangenen Jahres (die OP berichtete) differenziert der Bericht zwischen Geschlechtern sowie Altersklassen und interpretiert die Antworten der Befragten.

Das Fazit: „Der Bürger hat das Gefühl, in Stadtallendorf tut sich etwas und es entsteht mehr Dynamik in der jüngsten Zeit“, sagte Professor Christian Friedrich, der die Umfrage geleitet hatte. „Trotzdem ist die Situation im Einzelhandel und der medizinischen Versorgung problematisch“, ergänzte Friedrich. Zahlen, die bereits im Dezember vorgestellt worden waren, stützen die Aussagen Friedrichs. Auf der einen Seite gaben 72 Prozent der 378 befragten Bürger an, sich in Stadtallendorf wohl zu fühlen. Gleichzeitig bemängelte aber ein Großteil, das Warenangebot in Stadtallendorfs Einzelhandel sei zu gering und - ein weiterer zentraler Kritikpunkt - der Stadt fehle es an Fachärzten. Vor allem die Situation im Einzelhandel griff Professor Friedrich während der Übergabe des Berichts noch einmal auf. „Es ist wichtig, den betreffenden Gewerbetreibenden ins Stammbuch zu schreiben, dass es so nicht weiter geht“, betonte er. An der Befragung der Gießener Studierenden nahmen auch 31 Einzelhändler und Immobilienbesitzer teil. Bei den Ergebnissen zeigte sich laut Friedrich, dass die Befragten der Meinung sind, dass Stadtallendorfer Geschäftsleute insgesamt zu wenig investierten.

Kunde will auch beim Einkauf was erleben

„Man muss klipp und klar sagen, es wäre für den Wirtschaftsstandort Stadtallendorf eine Katastrophe, wenn diese Geschäfte irgendwann zum Erliegen kommen“, so Friedrich. Bürgermeister Christian Somogyi ist sich der Bedeutung der Situation bewusst. Der Kunde suche eben zunehmend nach einer Erlebniswelt, selbst beim Einkaufen. Deshalb versicherte er: „Wir werden an einem Strang ziehen, um das in den Griff zu bekommen.“ Ähnliches galt für die Kritik am Fachärztemangel.

Somogyi wird die detaillierten Ergebnisse demnächst an die politischen Gremien der Stadt weitergeben. „Wir schauen, welche finanziellen Ressourcen eingesetzt werden können und werden darauf basierend Ziele aufstellen.“ In vier Jahren soll es voraussichtlich eine erneuete Befragung geben, um Veränderungen in der Wahrnehmung zu analysieren. Die Befragung der 18 Studierenden war für die Stadt kostenfrei, wurde allerdings von der Verwaltung unterstützt. Ein Randaspekt der Umfrage im vergangenen Jahr war das Thema Sicherheit. Mehr als ein Drittel der Befragten bewertete die Sicherheit in Stadtallendorf mit der Schulnote „ausreichend“ oder schlechter. Da in diesen Tagen die ersten Flüchtlinge in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt ankommen, stellte sich bei der Präsentation der Ergebnisse die Frage, inwiefern dieser Umstand das Sicherheitsgefühl der Stadtallendorfer weiter beeinflusst. Die beiden Bürgermeister Somogyi und Thomas Groll aus Neustadt hatten unlängst mehr Einsatzkräfte für die Polizeistation Stadtallendorf gefordert, um Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl entgegenzuwirken. „Natürlich ist eine ausreichende Präsenz vor Ort wichtig“, wiederholte Somogyi, „aber die Rahmenbedingungen müssen durch das Land Hessen geschaffen werden. Man darf die Kommunen damit nicht alleinlassen.“

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr