Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Bürger sehen Abbau kritisch

Niederwald Bürger sehen Abbau kritisch

Die Betreiber des Kieswerks haben just beim RP beantragt, in der umstrittenen Abbaufläche 5 nahe Niederwald nach Kies graben zu dürfen. Selbst Kritiker sehen keine Chance, dieses Vorhaben zu verhindern.

Voriger Artikel
"Ein Hoch auf uns" kommt am Ende
Nächster Artikel
Bunt, international und feierlich

Projektleiter Thilo Orgis stellt sich den kritischen Fragen der Niederwälder Bürger.

Quelle: Yanik Schick

Niederwald. Vor rund einem Jahr ist Christina Ollmann samt ihrer Familie in den Norden Niederwalds, das Neubaugebiet, gezogen. „Ich bin extra aufs Dorf gekommen, um Idylle und Ruhe zu haben“, erklärt sie. Doch genau darin sieht sich Ollmann nun bedroht. Denn die Betreiber des Kieswerks Herrmann haben vor wenigen Tagen einen Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium eingereicht.

Inhalt: Die Firmen möchten ab dem kommenden Jahr in der sogenannten Abbaufläche 5 nach Kies graben. Der dann entstehende, knapp 15 Hektar große Baggersee wäre nur etwa 200 Meter von Christina Ollmanns Grundstück entfernt. „Im Endeffekt bin ich in ein Industriegebiet gezogen. Aber was die Niederwälder wollen, scheint einfach nicht zu zählen.“

Wenig Hoffnung, Antrag blockieren zu können

Die Kirchhainer SPD hatte die Kiesabbau-Erweiterung in Richtung des Dorfs immer wieder kritisch bewertet. Nun lud sie zu einem Besichtigungstermin für die Bürger am Rande der besagten Fläche ein. „Wir wollen bewusst machen, wovon wir hier sprechen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Olaf Hausmann.

Man habe wenig Hoffnung, die Genehmigung des RP für den Antrag der Kieswerkbetreiber zu blockieren, ergänzte der SPD-Stadtverordnete Karl-Heinz Geil. Aber man wolle alles daran setzen, dass die Bedingungen im Rahmenbetriebsplan eingehalten werden, kündigte Geil an. Dabei geht es vor allem darum, dass der Baggersee in Abbaufläche 5 nach seiner Ausbeutung wieder voll verfüllt wird. Die Niederwälder hätten die Sorge, in den kommenden Jahren von einer Seenlandschaft eingegrenzt zu werden.

Genehmigung der Anträge liegen voraussichtlich im Dezember vor

Daneben sind die Beseitigung der Wälle am Ortseingang sowie der Bau eines Umgehungsweges für den landwirtschaftlichen Verkehr vorgesehen. Etwa 30 Bürger aus Niederwald kamen zur Besichtigung. Den vielen offenen Fragen stellten sich Thilo Orgis, Projektleiter beim Kieswerkbetreiber Holcim, sowie Matthias Nörthen von der Teilgesellschafterfirma Oppermann. Er rechne damit, sagte Orgis, dass die Genehmigung zur Nutzung der Abbaufläche 5 spätestens bis Weihnachten vorläge.

Nach etwaigen weiteren Untersuchungen könne der Boden ab Februar oder März des kommenden Jahres ausgekiest werden. Grob sieben Jahre wird es wohl dauern, bis die Kiesquelle auf diesen 15 Hektar ausgeschöpft ist. „Weiter werden wir in Richtung Dorf dann nicht mehr gehen. Da ist dann Ende“, versprach Thilo Orgis. Die Betreiber hoffen weiter darauf, langfristig das 50 Hektar große Ohm-Rückhaltebecken auskiesen zu dürfen. Ebenfalls im kommenden Jahr findet dort ein Probe-Einstau statt, bei dem getestet werden soll, ob Kiesabbau und die Funktion des Rückhaltebeckens miteinander vereinbar sind (die OP berichtete).

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr