Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Breite Sympathie und reichlich Spenden

Benefizspiel Breite Sympathie und reichlich Spenden

Walid Merzai, afghanischer Spieler des RSV Roßdorf, ist von der Abschiebung bedroht und klagt gegen die Ablehnung seines Asylantrages. Sein Verein unterstützt ihn unter anderem mit einem Aktionstag.

Voriger Artikel
Kult um die „KuRa-Bar“ lebt weiter
Nächster Artikel
Eine Feuerwehr-Legende tritt kürzer

Walid Merzai (links) freute sich am Samstag über die große Unterstützung des RSV Roßdorf und seiner Mitspieler.

Quelle: Michael Hoffsteter

Roßdorf. Am Wochenende veranstaltete der RSV Roßdorf den Aktionstag „RSV für Walid“, mit dessen Einnahmen der von der Abschiebung bedrohte Spieler Walid Merzai finanziell unterstützt werden soll. Der afghanische Flüchtling benötigt rechtlichen Beistand im Klageverfahren gegen seinen abgelehnten Asylantrag (die OP berichtete).

Als Kapitän durfte Merzai die Roßdorfer Mannschaft im Benefizspiel gegen den SV Erfurtshausen aufs Feld führen. Das Ergebnis - Roßdorf gewann am Ende 3:2 - war an diesem Samstag allerdings eine Nebensache.

SV Langenstein TSV Kirchhain II li.Lang.Nr.7 Nico Zöller, re.Kirch.Nr.11 Matthias Kaliebe : Foto / Michael Hoffsteter

Zur Bildergalerie

Für den 26-Jährigen war das nur eins von vielen besonderen Erlebnissen an diesem Tag, wie er selbst später erzählte. „Ich bin allen Leuten sehr dankbar“, sagte er. Rund 150 Besucher waren über den Tag verteilt an den Sportplatz am Einweg gekommen, um sich das Benefizspiel oder die darauffolgende Hessenliga-Partie der Frauen zwischen Roßdorf und der SG Bornheim anzuschauen. Viele von ihnen blieben auch danach noch im Sportheim, Merzai selbst kam dort mit einigen Mitgliedern des RSV ins Gespräch.

„Es ist schön zu sehen, wie positiv unsere Aktion im ganzen Verein aufgenommen wurde“, bilanzierte Reinhard Ried, der Pressesprecher der Roßdorfer. Die Spendenbox hatte sich im Verlauf des Tages ordentlich gefüllt, außerdem wurden 80 Liter Fassbier verkauft, dessen Einnahmen als Reinerlös zur Finanzierung von Merzais Rechtsbeistand verwendet werden können. Zum genauen Betrag konnte der Verein noch keine Auskunft geben. „Aber ich denke, dass wir einen wichtigen Teil der Anwaltskosten damit schon einmal stemmen können“, erklärte Ried erleichtert.

Das nun anstehende Klageverfahren werde laut Angaben der Fachanwältin mindestens einige Monate dauern, berichtete der RSV-Pressesprecher weiter. So lange bleibt Merzai dem Verein in jedem Fall erhalten. „Wir werden Walid bei allem unterstützen“, betonte Ried. Und als der aus Afghanistan geflüchtete Spieler diesen Satz hörte, wiederholte er strahlend seinen Satz, den er an diesem Tag so oft sagte: „Ich bin sehr dankbar.“

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr