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Brachts Friedhof schreibt schwarze Null

Gebührenerhöhung Brachts Friedhof schreibt schwarze Null

Bestattungen im Rauschenberger Stadtteil Bracht werden erneut ­teurer. Das beschloss die Stadtverordneten­versammlung während ihrer jüngsten Sitzung in Bracht einstimmig.

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Der Brachter Friedhof befindet sich in einem sehr gepflegten Zustand. Das große Areal am Ortsrand wird von einem Brachter Bürger nebenamtlich unterhalten.

Quelle: Matthias Mayer

Bracht. Die neue Gebührenerhöhung tritt zum 1. Januar 2016 in Kraft. Zuletzt waren die Friedhofsgebühren in Bracht zum 1. Januar dieses Jahres angehoben worden.

Bürgermeister Michael Emmerich begründete dies mit den Vorgaben des Landes sowie der Kommunalaufsicht und Revision des Landkreises, den Friedhofs-Gebührenhaushalt kostendeckend zu gestalten. Die 100-prozentige Kostendeckung werde mit der neuen Erhöhung der Gebühren erreicht, sagte der Kämmerer.

Gebühren vergleichsweise niedrig

Wie Michael Emmerich erklärte, bewegten sich die Gebührensätze in Bracht noch immer auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Dass sei der Tatsache geschuldet, dass nebenamtliche tätige Brachter Bürger den Friedhof mit großer Sorgfalt pflegten.

Der Ortsbeirat habe der Erhöhung der Friedhofsgebühren zugestimmt, weil er diese ohnehin nicht habe verhindern können, berichtete die aus Bracht stammende Stadtverordnete Karin Lippert (FBL), die zugleich dem Ortsbeirat angehört.

Nach einer Aufstellung der Stadtverwaltung hat der Brachter Friedhof seit 2012 folgende Defizite erwirtschaftet: 2012: 6731,35 Euro. 2013: 7643,47 Euro. 2014: 5479,44 Euro. 2015: 1374,00 Euro.

Anzahl der Sterbefälle ist maßgeblich

So makaber es klingt, so logisch ist es auch: Die Kosten für einen Sterbefall sind abhängig von der Anzahl der Sterbefälle. Je mehr Beisetzungen auf dem Friedhof stattfinden, je geringer fallen die realen Kosten für jeden Sterbefall aus.

Auch dazu gibt es eine Statistik der Stadt. 2012 gab es in Bracht acht Sterbefälle mit einem Kostenanteil von je 1160,79 Euro. 2013 wuchs der Anteil bei sieben Sterbefällen auf 1478,92 Euro und 2014 bei nur fünf Sterbefällen sogar auf 1978,29 Euro. Nach der Gebührenerhöhung 2015 sinken die Kosten für jeden Sterbefall bei sieben Sterbefällen wieder auf 1203,00 Euro.

Magistrat wird Ausschuss Gebühren vorschlagen

Die Gebühren für eine Beisetzung inklusive Grabstätte erhöhen sich zum 1. Januar um folgende Beträge: Einzelgrab: von 1370 Euro auf 1606 Euro. Doppelgrab: von 1820 Euro auf 2146 Euro. Urnengrab: von 495 Euro auf 651 Euro. Kindergrab: von 475 Euro auf 551 Euro. Rasengrabstätte: von 1350 Euro auf 1556 Euro. Urnenrasengrabstätte: unverändert 640 Euro.

Ein Brachter Bürger nahm beim OP-Ortstermin die neuerliche Gebührenerhöhung gelassen hin. Gemessen an dem, was die Hinterbliebenen für Grabsteine investierten, seien die Friedhofsgebühren noch immer günstig. Der Bürgermeister kündigte an, dass der Magistrat dem für die Kernstadt zuständigen Friedhofsausschuss eine analoge Gebührenerhöhung vorschlagen werde.

von Matthias Mayer

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