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Boxcamp muss nicht in Zwangspause

Stadtallendorf Boxcamp muss nicht in Zwangspause

Bis zum Jahresende ist die Finanzierung des Sport- und Boxcamps im Südstadtkiosk durch die Stadt gesichert. Allerdings muss jetzt ein Zeitraum bis Ende August finanziell überbrückt werden.

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Jugendliche lieferten sich bei einem Turnier des Sport- und Boxcamp einen Kampf unter freiem Himmel. Archivfoto: Wieber

Stadtallendorf. Im August entscheidet sich, ob Stadtallendorf Geld vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für das Sport- und Boxcamp bekommt. Dann wären die Kosten von jährlich rund 50000 Euro für das Camp zur Hälfte abgedeckt. Aktuell trägt die Stadt die Kosten nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtparlaments im vergangenen Jahr allein. Doch jetzt muss zunächst eine Übergangs-Finanzierung von der Stadt gewährleistet werden, sollte es keine mehr als achtmonatige Zwangspause geben. 29000 Euro müsste die Verwaltung dafür im Haushalt 2014 vorsehen, um den Vertrag mit dem Träger Internationaler Bund zu verlängern.

Am Dienstagabend war ein entsprechender Vorschlag Thema im Fachausschuss für Jugend, öffentliche Sicherheit und Soziales. Dort zeichnete sich eine eindeutige Mehrheit für eine Übergangslösung ab, vor allem im Wissen um die Bedeutung dieses Angebots für Jugendliche. Das 2009 geschaffene Sport- und Boxcamp richtet sich an Jugendliche, die ansonsten schwer „zu erreichen“ wären. Im Vordergrund steht weniger der Sport als vielmehr das Gruppenerlebnis - und eine professionelle sozialpädagogische Betreuung (die OP berichtete mehrfach). Allein im laufenden Jahr ist es laut Stadtjugendpfleger Walter Mengel gelungen, 40 Jugendliche, Jungen wie Mädchen, neu anzusprechen.

Im Beschlussvorschlag des Magistrats ist allerdings noch ein Passus enthalten, der im Ausschuss am Dienstag intensiver diskutiert wurde. So soll die Finanzierung der Stadt automatisch Ende August auslaufen, sollte es entgegen aller Hoffnungen keine Förderung geben. Gegen diesen Automatismus wandte sich Frank Hille (CDU). Er kündigte einen Änderungsantrag seiner Fraktion an, diesen Passus zu entfernen. „Uns ist das Boxcamp wichtig“, betonte er für die CDU. Dem hielt Philipp Hesse (SPD) die Projektkosten entgegen, wenn er auch betonte, dass es seine Fraktion begrüßt, dass es zunächst keine Zwangspause für das Camp geben soll.

Im Ausschuss einigten sich die Fraktionen darauf, dass es im August neue Beratungen geben soll, wenn der Bescheid vorliegt. Sollte er negativ ausfallen, stünde die Stadt allerdings tatsächlich vor der Frage, ob sie das Camp aufgibt oder alleine weiterfinanziert. Zumindest bis August bleibt es also spannend in Sachen Boxcamp.

Untergebracht ist das Sport- und Boxcamp von Beginn an in der Freizeithalle im Südstadtkiosk. Bürgermeister Christian Somogyi wie auch Stadtjugendpfleger Mengel erläuterten im Ausschuss, dass sich die Belegung von Räumen des Südstadt-Kiosks deutlich verbessert hat. Auslöser sind organisatorische Änderungen. Einige Angebote (wie ein Projekt für Arbeitssuchende) waren ausgelaufen. Neu hinzugekommen sind zwischenzeitlich eine Jugendgruppe der Fatih-Moschee, der Verein fib, eine Kickboxer-Trainingsgruppe und die Frauengruppe des Elterncafés der Waldschule. Ganz aktuell hat sich die Menschenrechts-Organisation Amnesty International angemeldet. Sie will dort Deutschunterricht für Asylbewerber anbieten. Weitere Institutionen und Vereine sind in Gesprächen mit der Stadt.

von Michael Rinde

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