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Bohl würdigt den Weg zur Einheit

Kirchhain Bohl würdigt den Weg zur Einheit

Beim letzten Jahresempfang Jochen Kirchners als Bürgermeister und von Willibald Preis als Stadtverordnetenvorsteher trat der frühere Bundesminister Friedrich Bohl als Festredner auf.

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Bürgermeister Jochen Kirchner (links) und Unternehmer Jochen Gade brachten ein Schild zur Erinnerung an den Stiftungspreis an, den Kirchhain für die Bürgerhaussanierung im vergangenen Jahr erhielt. Rechtes Foto: Im Beisein Kirchners trug sich Friedrich Bohl in das Goldene Buch ein. Fotos: Klaus Böttcher

Kirchhain. Zum Jahresempfang in das voll besetzte Bürgerhaus waren aktive und ehemalige Kommunalpolitiker sowie Vertreter aller Kirchen, von Vereinen und Verbänden, des Handels und des Handwerks, der Schulen, der Banken, von anderen Einrichtungen und verdiente Kirchhainer geladen, die im Laufe des Abends geehrt wurden (Bericht hierüber folgt). Für den musikalischen Rahmen sorgte das Frauentrio „Jazzabel“ aus Marburg.

In seiner Rückschau auf das vergangene und dem Ausblick auf das laufende Jahr versuchte Bürgermeister Kirchner tunlichst den Wahlkampf herauszuhalten. Allerdings appellierte er an die Bürger, ihr Wahlrecht zu nutzen. Zur Aufzählung der herausragenden und erwähnenswerten Ereignisse zählte Kirchner den Abschluss der Stadtsanierung nach mehr als 25 Jahren, die Haushaltskonsolidierung unter dem erfolgreich bewältigten kommunalen Schutzschirm, die energetische Sanierung des Bürgerhauses, die Sanierung des Feuerwehrhauses in der Kernstadt, den Neubau des Feuerwehrhauses in Anzefahr, den Abschluss des Projektes Bahnhof und Bahnhofsumfeld, die Gestaltung des Stadteinganges „Amöneburger Tor“ sowie die Unterbringung von Flüchtlingen. Bürgermeister Kirchner sprach aber auch umstrittene Themen an wie beispielsweise den Kiesabbau in Niederwald.

Ausbau der Nahwärme spielt 2016 zentrale Rolle

Gemeint war der aus seiner Sicht schwierige Spagat zwischen dem großen Teil der Bevölkerung, die es in der Freizeit an Wasserflächen zieht, und der großen Mehrheit, der Niederwälder Bevölkerung, die eine Ausweitung der Wasserflächen ablehnt.

Als einen positiven Punkt nannte Kirchner die Ausweitung der Kinderbetreuung um zehn Personen als Betreuungspersonal. Beim Ausblick auf das laufende Jahr nannte Kirchner die Planung des Ausbaus der Biogasanlage in Stausebach und ein Nahwärmenetz für den Stadtteil. Auch aus Anzefahr sei großes Interesse für den Anschluss an das Nahwärmenetz bekundet worden. Die neuen Möglichkeiten des schnellen Internets sollen in diesem Jahr besser genutzt werden, und in die Funktechnik der Feuerwehr investiert Kirchhain voraussichtlich 200000 Euro. Schließlich sollen eine Reihe von Straßen in Neubaugebieten, hauptsächlich in den Stadtteilen, einen Endausbau erfahren. Es war dem scheidenden Stadtverordnetenvorsteher Willibald Preis vorbehalten, den Festredner Friedrich Bohl vorzustellen. Er selbst erklärte: „Ich hatte mir vorgenommen, in dem Bereich Geschichte und Kultur unserer Stadt einen Beitrag zu leisten.“

Das habe er in herausragender Weise getan, lobte ihn Kirchner und wies exemplarisch auf die Rubrik „Bedeutende Kirchhainer“ auf der Homepage der Stadt hin. Preis erklärte, dass bereits 23 Porträts eingestellt wurden und heute eine weitere Persönlichkeit in diesen erlauchten Kreis aufgenommen werde. Damit meinte er den Festredner Friedrich Bohl. Er erklärte den Gästen zunächst seine Verbindungen zu Kirchhain, wo er einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbracht hat. Der studierte Rechtsanwalt und Notar spannte bei seinem Vortrag zur Einheit Deutschlands den Bogen von der Vorgeschichte des Ungarnaufstandes 1956 über den Mauerbau 1961 bis zum 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit. Friedrich Bohl bezeichnete die Zeit 1989 und 1990 als sehr spannend.

Bohl spickte seinen Vortrag mit Episoden und beleuchtete die Hintergründe, die er aus erster Hand miterlebt hatte. Sein abschließendes Fazit: „Wir haben die Einheit bekommen ohne einen Schuss und ohne einen Tropfen Blut.“

von Klaus Böttcher

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