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Blicke auf Härten, Wandel und Glanz

Bilderausstellung Blicke auf Härten, Wandel und Glanz

Rund 60 Bilder im DIZ veranschaulichen den jahrzehntelangen Wandel des kleinen Allendorfs zur Industriestadt Stadtallendorf. Die Ausstellung ist für Besucher noch bis Ende Januar zu sehen.

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Herbert Köller, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, führte bei der Eröffnung durch die Ausstellung. Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Fast ein Dutzend Frauen haben sich zum Gruppenfoto in der Jutereißerei Adler & Lenz aufgestellt. Manche lächeln, während sie symbolisch einen der alten Säcke in die Höhe halten. Trotzdem wirkt die Atmosphäre alles in allem ein wenig bedrückend, der Boden ist schmutzig, das Werk insgesamt eher kühl und dunkel.

Der Schnappschuss muss wohl um das Jahr 1960 herum entstanden sein, das frühere Unternehmen aus Stadtallendorf gibt es heute nicht mehr. Per Hand hatten die Mitarbeiterinnen damals etliche Jutesäcke, die der Aufbewahrung von Getreide oder Kartoffeln dienten, zerrissen, recycelt und damit der Stoffproduktion wieder zugeführt. Für Herbert Köller ist jene Schwarz-Weiß-Aufnahme eines der aussagekräftigsten Bilder in der neuen Fotoausstellung des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) und Stadtmuseums.

„Es zeigt die Härte der Arbeit, die die Menschen dort erbracht haben, aber auch den Wandel innerhalb der Stadt“, erklärte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins gegenüber der OP. Er leitete die erste Führung durch die rund 60 Bilder umfassende Ausstellung. „Stadt - Industrie - Menschen“ lautet der Titel. Die Ausstellung wird noch bis Ende Januar im DIZ zu sehen sein wird.

Einige Besuchererkennen sich wieder

Sie ist Teil der Vortragsreihe „Einblicke in die Geschichte einer jungen Stadt“, zeigt verschiedenste Bilder aus den Jahren 1950 bis 1985 und damit die Entwicklung des kleinen Allendorfs zur Industriestadt Stadtallendorf. So sind die Ansiedlung großer Unternehmen wie Ferrero oder Fritz Winter nach dem Zweiten Weltkrieg, die Wiederbewaffnung der Bundeswehr, Besuche hochrangiger Politiker wie der des damaligen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn, aber auch Feste und Schulausflüge in den Räumen des DIZ bildlich dargestellt. So mancher der etwa 50 Besucher erkannte sich auf einem der Fotos sogar wieder. „Es ist eine tolle Leistung, die Geschichte Stadtallendorfs anhand der Bilder auf diese Weise herauszuarbeiten“, sagte der Erste Stadtrat Otmar Bonacker in Vertretung des Bürgermeisters, „ein Besuch der Ausstellung ist sehr empfehlenswert.“ Die Idee dazu war übrigens vor einiger Zeit im Kreis des Heimat- und Geschichtsvereins entstanden, wie Herbert Köller verriet. Damals hatten Mitglieder ein paar alte Fotos gefunden und sie vereinsintern vorgestellt. „Wir haben uns gedacht, diese Erinnerungen müssen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, so Köller.

Auswahl aus rund 8000 Bildern

Heinrich Wegener, der in der Vergangenheit viele Projekte für das Stadtmuseum geleitet hat, konzipierte fortan die Ausstellung und wählte aus etwa 8 000 Bildern aus. „Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Es könnten 12000 bis 15000 werden“, spekulierte Wegener in der Hoffnung, dass möglichst viele Stadtallendorfer in den kommenden Wochen weitere Bilder zu ihm bringen.

Er werde sie lediglich zur digitalen Erfassung einscannen, das Original bleibe unbeschädigt, betonte er. „Wir tragen die Verantwortung, gerade jungen Menschen die Frage zu beantworten, woher sie eigentlich kommen“, ergänzte Herbert Köller.

Am Wochenende des vierten Advents wird Köller noch einmal durch die Ausstellung führen. Ansonsten ist sie zu den gängigen Öffnungszeiten des DIZ zu besichtigen.

Am Donnerstag geht die Vortragsreihe im DIZ um 19.30 Uhr mit einer Bilderausstellung von Karl Weitzel zum Thema „Brauchtum, Feste, Märkte“ weiter.

von Yanik Schick

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