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"Bitte kein Fett verwenden"

Johannismarkt "Bitte kein Fett verwenden"

Die Stadtallendorfer Stadtmitte stand gestern ganz im Zeichen des Johannismarktes. Ein Anziehungspunkt waren wieder die Stände der Vereine.

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Christine Sommer und Reiner Endres betreiben seit 1986 Stände auf dem Johannismarkt.

Stadtallendorf. Sein schwäbischer Dialekt ist unüberhörbar. Mit gut gewählten Worten preist Stefan aus Stuttgart seinen vielseitig verwendbaren „wunderbaren“ Reiniger an - und bringt zahllose Schuhe auf Hochglanz. „Bitte kein Fett für dieses Leder verwenden“, rät er noch einem Kunden, dem er grad eine Dose Reiniger aus deutschen Landen verkauft hat - zum Sonderpreis natürlich. Das ist eine der Szenen, die zum üblichen Treiben auf den „Märkten zwischen den Jahren“ gehören.

Rund um den Marktplatz konzentrierten sich gestern in Stadtallendorf, auch wie gehabt, die Stände von Stadtallendorfer Vereinen wie den Rohrborn Kickern oder dem Eintracht-Fanclub Adlerhorst. Dieser Getränkestand war wieder besonders dicht umlagert. CDU und SPD waren ebenfalls mit ihren eigenen Ständen präsent, auch das gehört zum Johannismarkt längst dazu. Etwa 10 der 120 Stände hätten Vereine, Parteien oder andere Institutionen wie die Ministranten der Kirchengemeinde St. Michael gestellt, erläuterte Marktmeister Reiner Bremer von der Stadtverwaltung Stadtallendorf im Gespräch mit der OP. Seine erste Bilanz fiel gestern Nachmittag durchaus positiv aus. Der Markt werde wieder gut angenommen, auch wenn der Besucherstrom wegen der morgendlichen Glätte erst etwas später begonnen habe. „Natürlich sind die Vereine bei unserem Markt das Herzstück. Dort treffen sich die Menschen nach dem Weihnachtsfest wieder und tauschen sich aus“, sagt Bremer.

Die Stadt hatte das Marktgelände auf dem Parkplatz vor dem Kaufhaus etwas ausgedehnt, um das Geschehen vor allem auf dem Marktplatz etwas zu entzerren.

Bei Händlern, die wieder alles von der Musik-CD bis hin zum Obst- und Gemüse­hobel anboten, war das Fazit gestern sehr unterschiedlich: Während zwei Verkäufer von Haushaltswaren von guten Geschäften sprachen, zog ein Textilienverkäufer aus Nordrhein-Westfalen eher eine vernichtende Bilanz. Das sei nach 20 Jahren wohl sein letzter Johannismarkt gewesen, das Interesse werde immer geringer. „Ich lege hier mächtig drauf. Mit rund 100 Euro Einnahmen kann ich meine Kosten für Hotel und die Standgebühr nicht decken.“ Der Marktbesuch sei in den vergangenen Jahren immer schwächer geworden.

Beim heutigen Neujahrsmarkt in Kirchhain erwarten er und sicherlich die meisten seiner Kollegen deutlich bessere Geschäfte. Der Neujahrsmarkt bildet den abschließenden Höhepunkt des Marktprogramms.

von Michael Rinde

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