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Bistum wünscht sich jetzt eine Fusion

Stadtallendorf Bistum wünscht sich jetzt eine Fusion

Der Weggang des Niederkleiner Pfarrers Peter Bierschenk hat dazu geführt, dass das Bistum Fulda jetzt eine Fusion der katholischen Gemeinden in Stadtallendorf vorantreiben möchte.

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Die Kirchengemeinde Christkönig ist zahlenmäßig die größte in der Stadtallendorfer Kernstadt. Ihre Kirche wurde 1957 geweiht.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Für die katholischen Gemeinden St. Katharina, St. Michael und Christkönig in der Kernstadt und St. Blasius und St. Elisabeth in Niederklein stehen möglicherweise große Veränderungen an - wenn auch noch keine definitiven Entscheidungen gefallen sind.

Wie Stadtallendorfs Stadtpfarrer Diethelm Vogel gegenüber dieser Zeitung erläuterte, ist im Augenblick an eine finanz- und verwaltungstechnische Fusion der Gemeinden gedacht. Ziel ist offenbar eine effizientere Verwaltung. Denkbar sei eine Zusammenlegung aller bisher selbstständigen Verwaltungen.

Die Vorbereitungen dafür sollen im Laufe des nächsten Jahres vonstatten gehen, die Umsetzung könnte 2016 folgen. Vogel hatte die Pfarrgemeinderäte in der Kernstadt wie auch in Niederklein über die Ergebnisse seiner ersten Gespräche mit der Bistumsleitung informiert. Bereits am 5. November sollen Vertreter der verschiedenen Gemeindegremien mit der Bistumsleitung in Fulda zusammenkommen, um die weiteren Schritte abzustimmen.

Bierschenks Weggang verändert Situation

Vom Bistum war bisher noch keine Stellungnahme zu erhalten. Die für die Planungen verantwortlichen Bistumsvertreter waren wegen anderer Verpflichtungen am Freitag in Fulda nicht erreichbar.

Inhaltliche Zusammenarbeit ist für die drei Kernstadt-Gemeinden nicht neu. Inzwischen gibt es ein gemeinsames Pfarrfest und gemeinsame Fronleichnam-Prozessionen. Die vier katholischen Kindergärten hatten einen gemeinsamen ehrenamtlichen Kurator. Für das nächste Jahr gab es Überlegungen, einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat zu wählen.

Jetzt soll alles möglicherweise eine Nummer größer ausfallen: Durch den Weggang von Pfarrer Peter Bierschenk in Niederklein hat sich die Situation aus Bistumssicht verändert.

Bierschenks Pfarrstelle ist nicht komplett wiederbesetzt worden. Pfarrer Starchurski hat eine halbe Stelle für die Gemeinde St. Blasius und St. Elisabeth zur Verfügung, hält dort momentan die Messe. Pfarrer Vogel ist seit einigen Wochen auch noch Pfarr-Administrator in Niederklein. Auf dieser Grundlage entstanden die Überlegungen für eine Großfusion im Stadtallendorfer Stadtgebiet. Neu wäre das im Bistum Fulda nicht. Eine solche Fusion wurde bereits in Fulda selbst vollzogen.

Unklar ob alle Immobilien behalten werden

Von ersten Gemeindemitgliedern, die von den Fusionsplänen hörten, gab es bereits Befürchtungen: „Wie viel bleibt denn dann von unserem Gemeindeleben übrig?“, fragte ein Mitglied der Gemeinde St. Michael bei der OP nach. Pfarrer Vogel betont: „Es wird keine Kirche geschlossen und keine Gemeinde zerstört.“ Die konkrete Ausgestaltung einer solchen Fusion muss jetzt erst noch erarbeitet werden. Ziel sei es in jedem Falle, Mitarbeiter von der Verwaltung hin zur Gemeindearbeit zu führen. Vogel selbst räumt ein, dass er momentan mit Verwaltungsaufgaben sehr belastet ist.

Welche Folgen eine Verwaltungs-Zusammenlegung für die bisherigen Mitarbeiter in den Pfarrämtern im einzelnen hat, ist noch nicht klar. Auch, ob eine Fusion mittelfristig Auswirkungen auf die Immobilien der Gemeinden, also etwa Pfarrhäuser oder Pfarrheimen hat, ist noch offen. Die Pfarrhäuser der Gemeinden St.Michael und Christ­könig sind vermietet. Das Pfarrhaus von St. Katharina bewohnt ­Vogel selbst. Pfarrer Starchurski nutzt derzeit das in Niederklein.

Alle Pfarrheime der Gemeinden werden nach Angaben des Stadtpfarrers intensiv genutzt. „Wir müssen in Zukunft sehen, ob wir alles, was die Gemeinden besitzen, auch behalten können und sollten“, sagt Vogel.

Ob Fulda einer fusionierten Großgemeinde mehr Personal bereitstellt, ist zu Anfang dieser Fortsetzung des pastoralen Prozesses offen. Laut Vogel sei es denkbar, dass für die Verwaltung der dann zukünftig fünf katholischen Kindergärten ein hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt wird. Aber auch das ist, wie viele andere Fragen auch, derzeit noch völlig offen.

Nach dem angekündigten Gespräch am 5. November sollen die Planungen in größeren Runden in den Gemeinden weitergeführt werden.

Hintergrund:
An Veränderungen sind zumindest die drei katholischen Kirchengemeinden in der Kernstadt gewöhnt, für Niederklein sind sie in dieser Form neu, obwohl auch Niederklein bereits zum Pastoralverbund Mariabild gehört. Im Jahr 1998 wurde die eigene Pfarrstelle der Kirchengemeinde St. Michael gestrichen. Im August 2008 wurde auch die Pfarrstelle von Christkönig nicht wiederbesetzt. Pfarrer Diethelm Vogel wurde der erste Stadtpfarrer in Stadtallendorf, unterstützt von Pfarrern aus dem Pastoralverbund. Die vier Gemeinden haben insgesamt rund 7100 Mitglieder, die Niederkleiner Gemeinde hat allein etwa 1100 Mitglieder. Nach Angaben der Gemeinden auf der Internetseite www.katholische-kirche-stadtallendorf.de hat St. Katharina 2193, Christkönig 2500 und St. Michael 1450 Gemeindemitglieder.

von Michael Rinde

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