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Bis zum Spatenstich dauert es noch

Ausbau-Pläne Bis zum Spatenstich dauert es noch

Für die Stadt genießt der schnelle weitere Ausbau der Bundesstraße 454 hohe Priorität. Doch das hessische Verkehrsministerium macht derzeit keine allzu großen Hoffnungen auf einen Bautermin.

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Der dritte und letzte Ausbauabschnitt der Bundesstraße 454 wird sich räumlich gleich an das jetzige Ausbauende anschließen. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Im April hatte das Regierungspräsidium Gießen seine Arbeit erledigt (die OP berichtete) und die Planfeststellungsunterlagen für den dritten Ausbauabschnitt der Bundesstraße 454 beim hessischen Verkehrsministerium eingereicht. Dort fällt die Entscheidung über das Baurecht, unter Behörden als Planfeststellungsbeschluss bezeichnet.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) noch die Hoffnung gehegt, dass es mit dem Baurecht schnell gehen könnte. Schließlich war der Beschluss in der Vergangenheit auch schon mal für das Frühjahr 2014 angekündigt worden. Doch daraus ist nichts geworden. Zuletzt hatte der Magistrat auf eine Anfrage von Winand Koch (FDP) erklärt, dass es keine konkreten Terminangaben für das Baurecht gibt.

Diese konkreten Angaben machte ein Sprecher des hessischen Verkehrsministeriums am Freitag gegenüber dieser Zeitung: Demnach ist voraussichtlich mit einem Planfeststellungsbeschluss erst im zweiten Halbjahr 2015 zu rechnen. In diesem Moment besteht dann die Möglichkeit von Klagen vor dem Verwaltungsgericht gegen den Beschluss. Keiner kann derzeit Klagen ausschließen, zumal es gegen die Pläne von Hessen Mobil im Jahr 2013 auch zahlreiche private Einwände gegeben hat. Das Ende ist und bleibt vorerst also offen.

Sehr zurückhaltend äußert sich das Ministerium derzeit zur Finanzierung des Großprojektes, das aktuell mit 16 Millionen Euro veranschlagt ist. Wie bekannt, gibt es keinerlei Finanzierungszusagen des Bundes für seinen Anteil von 8 Millionen Euro an dem Projekt. Die zweite Hälfe muss das Land aufbringen. Wann es seitens des Bundes Geld ür den dritten Ausbauabschnitt geben könnte, steht aber weiterhin in den Sternen. Der Bund konzentriere sich bei seinen Zuteilungen an die Länder derzeit auf Sanierungen bestehender Bundesstraßen, heißt es von Wolfgang Harms von der Pressestelle des hessischen Verkehrsministeriums. 640 Millionen Euro erhält Hessen beispielsweise insgesamt. Nur 33 Millionen Euro davon stehen zweckgebunden für Ausbau- und Umbauprojekte bereit. „Und dieser Teil ist jetzt schon völlig überbucht“, sagt Harms im Gespräch mit der OP. Grundvoraussetzung für mögliche Finanzzusagen des Bundes sei ohnehin erst einmal das Baurecht. „Danach müsste das Vorhaben in den jährlich zum Bundeshaushalt gehörenden Straßenbau-Plan aufgenommen werden“, erläutert der Sprecher den nächsten Schritt. Bis an der B 454 in Stadtallendorf weitergebaut wird, können also noch einige Jahre vergehen.

Dabei kommt dieser Strecke eine hohe Bedeutung zu, wenn man auf den Weiterbau der A 49 schaut. Der Abschnitt zwischen Neuenthal und Schwalmstadt ist begonnen, wenn auch dort keiner im Moment weiß, wann er abgeschlossen werden könnte. „Noch nicht terminiert“ steht derzeit auf der Internetseite von Hessen Mobil unter der Rubrik „Bauende“. Doch kommt es zu einem vielleicht auch nur vorläufigen Ausbauende der A 49 bei Schwalmstadt, droht der Region ein Verkehrskollaps. Bekommt der dritte Bauabschnitt der B 454 zumindest beim Land deshalb Priorität eingeräumt? Wenn der Bund die Finanzierung sicherstelle, so werde das auch auf die Priorisierung Auswirkungen haben, heißt es dazu aus Wiesbaden. Die Abhängigkeiten zwischen A 49 und B 454 seien dem Ministerium selbstverständlich bewusst.

Hintergrund

Im dritten Bauabschnitt, der sich an das jetzige Ausbauende anschließt, ist geplant, das Niveau der Bundesstraße auf einer Länge von rund einem Kilometer um bis zu sieben Meter abzusenken. Dabei wird die Fahrbahn auf acht Meter verbreitert. Die Anbindung der Hauptstraße und der Bahnhofstraße erfolgt durch einen obenliegenden Kreisverkehrsplatz, der über der B 454 auf der Höhe der übrigen Bebauung platziert sein wird. Zwei Fußgängerüberführungen sind dabei eingeplant, außerdem drei Lärmschutzwände.

von Michael Rinde

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