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Bioenergiedörfer arbeiten zusammen

Kooperation Bioenergiedörfer arbeiten zusammen

Der "Tag der Bioenergiedörfer" in Erfurtshausen verlief äußerst erfolgreich. Acht Bioenergiedörfer zeigten Geschlossenheit und gründeten eine Einkaufsgemeinschaft.

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Im „Energie-Express“ gab es Informationen rund um das Thema Wärmeversorgung.Foto: Karin Waldhüter

Erfurtshausen. Dr. Norbert Clement, der Leiter des Fachdienstes Erneuerbare Energien des Landkreises freute sich über die gute Resonanz auf den erstmals veranstalteten Tag der Bioenergiedörfer. Der Kreis hatte sich passenderweise Erfurtshausen ausgesucht - dort entsteht derzeit auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern ein Nahwärmenetz, gleichzeitig wird ein Glasfasernetz zur Breitbandversorgung gelegt. Das Bruttoinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

Clement sprach zunächst in einem Vortrag über Ressourcen im Kreis. „Es ist genug für alle da“, lautete sein Fazit und betonte gleichzeitig, dass eine Biogasanlage nicht unbedingt nötig sei, um die Grundlast für eine Wärmeversorgung in einem Bioenergiedorf zu realisieren.

Hans-Jochen Henkel vom Bioenergiedorf Oberrosphe widmete sich möglichen Einkaufsgemeinschaften der Dörfer - Clement hatte vorher betont, dass eine gemeinschaftliche Organisation wichtig sei, um Marktvorteile zu nutzen.

Rund dreißig Vertreter bestehender Bioenergiedörfer oder solcher, die sich auf dem Weg dorthin gemacht haben, waren ins Bürgerhaus gekommen, um den Tag zum fachlichen und persönlichen Austausch zu nutzen. Bundesweit ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf einer derjenigen mit der höchsten Dichte an Bioenergiedörfern, es waren aber auch Vertreter von Bioenergiedörfern aus Nachbarkreisen anwesend.

Die meisten von ihnen beteiligten sich an der Gründung einer Einkaufsgemeinschaft um gemeinschaftlich ihre Dörfer weiter nach vorne zu bringen. Neben Erksdorf, Erfurtshausen, Fronhausen, Oberrosphe, Gontershausen, Schönstadt, Niederwetter und Schwabendorf signalisierte auch Mardorf Interesse - falls das Nahwärmenetz dort gebaut wird.

„Wir wollen auf dem Gebiet der Rohstoffbeschaffung, der Ersatzteilhaltung und der Ascheentsorgung zusammenarbeiten, so Synergieeffektenutzen und damit auch Kosten sparen“, erklärte Henkel. Clement hob hervor, dass der Landkreis und die Bioenergie- Region Mittelhessen die „Kreiseinkaufsgemeinschaft“ unterstützen werde.

Einblick in Baustelle

Die Energiegenossenschaft Erfurtshausen verknüpfte den Tag der Bioeinergiedörfer mit einem „Tag der Baustelle“ und veranstaltete gleichzeitig eine kleine Fachmesse mit dem Titel „Nahwärmenetz mit Holzhackschnitzel“.

Bernd Riehl, Organisator und Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Erfurtshausen, lud zum Besuch von Biogasanlage und Nahwärmezentrale ein. In der Nähe der Nahwärmezentrale wurden Maschinen präsentiert, die zur Produktion und für die Lieferung von Holzhackschnitzeln benötigt werden. Station in Erfurtshausen machte auch der „Energie-Express“ der Firma Yados. In der Nahwärmezentrale präsentierten sich zahlreiche, an Planung und Ausführung beteiligte Firmen.

Die Nahwärmezentrale ist in einer Maschinenhalle am Ortsrand untergebracht. Ein Drittel der Halle hat die Energiegenossenschaft gekauft. Der erste von zwei Kesseln ist bereits an seinem Platz. „Ich finde es äußerst interessant, was hier im Landkreis und in Erfurtshausen passiert und wie sich die Bürger in Eigeninitiative engagieren. Das ist vorbildhaft und ein wichtiger Beitrag zur Energiewende“, kommentierte Peter Momper aus Gießen, der Projektkoordinator der Bioenergieregion Mittelhessen.

Im Oktober sollen in Erfurtshausen die ersten Häuser durch die Nahwärme geheizt werden. „Die Erfurtshäuser haben ganz schön was auf die Beine gestellt, ich weiß wie viel Arbeit das ist“, lobte Thomas Brathge aus Erksdorf.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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