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Betziesdorfer Schule erreicht Parlament

Resolution für Erhalt des Standorts Betziesdorfer Schule erreicht Parlament

Die Sorge um den Erhalt der Grundschule in Betziesdorf erreicht jetzt die politischen Gremien der Stadt Kirchhain. Die SPD-Fraktion hat dazu eineResolution vorgelegt.

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Die eigene Schule war der früher selbstständigen Gemeinde Betziesdorf etwas wert, wie dieser stolze Sandsteinbau zeigt. Wie lange in dem Schulhaus noch unterrichtet wird, ist ungewiss. Foto: Matthias Mayer

Betziesdorf. Mit der Resolution sollen sich der Ausschuss Umwelt und Soziales am 29. November und die Stadtverordnetenversammlung am 17. Dezember befassen.

In dem Resolutionstext der Sozialdemokraten heißt es:

„Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kirchhain unterstützt den Beschluss des Ortsbeirates von Betziesdorf zur Erhaltung des Schulstandortes und Beibehaltung des Schulverbundes mit der Grundschule Anzefahr-Niederwald.

Darüber hinaus wird der Magistrat aufgefordert, sich beim Schulträger nachhaltig dafür einzusetzen, dass - besonders im Grundschulbereich - Kirchhainer Schüler auch weiterhin Kirchhainer Schulen besuchen.

Eine Orientierung von Betziesdorfer Kindern (Planungsregion Ost) in Richtung Cölbe, Wetter, Marburg - Planungsregion Nord) ist eine falsche Weichenstellung für die Schüler des Kirchhainer Stadtteils.

Die Kirchhainer Kreistagsabgeordneten werden aufgefordert, dieser schulorganisatorischen Änderung nicht zuzustimmen.“

Hintergrund der Resolution ist die im Schulentwicklungsplan des Landkreises festgeschriebene Absicht, die Grundschul-Außenstelle Betziesdorf aus dem Dreierverbund mit den Grundschulen Anzefahr und Niederwald herauszulösen und der Grundschule des Cölber Ortsteils Bürgeln zuzuordnen. Die über die Grenzen von Kommunen reichende Zusammenarbeit ist möglich, da der Landkreis der Schulträger ist.

Betziesdorfs Ortsvorsteher Gunther Decker beklagt vor allem zwei Punkte:

n Es gibt keine Begründung für die geplante Auflösung des bisherigen Schulverbundes. n Es bleibt offen, was die Zuordnung zur Bürgelner Grundschule für die Betziesdorfer Schüler bedeutet.

Elternschaft und Ortsbeirat teilen die Sorge, dass die Betziesdorfer Schüler bald in Bürgeln zur Schule gehen müssen und der Standort Betziesdorf, an dem derzeit 27 Kinder unterrichtet werden, geschlossen wird.

Diese Sorge ist nicht unbegründet, den die Grundschule Bürgeln hat räumliche Überkapazitäten und kämpft selbst ums Überleben. Das war nicht immer so. Früher wurden die Kinder aus dem Marburger Stadtteil Ginseldorf in Bürgeln eingeschult. Mitte der 90er Jahre platzte die Schule aus allen Nähten, sogar in zwei Containern wurde unterrichtet. Als dann 1996 gleich 13 Ginseldorfer Kinder zur Einschulung anstanden, reichten auch die Container nicht mehr. Da sich die Stadt Marburg nicht an den Kosten für einen Erweiterungsbau beteiligen wollte, wurde der gemeinsame Schulbezirk aufgelöst. Grundschüler aus Ginseldorf besuchen seitdem die Schule Schröck-Bauerbach.

Zeitgleich begann der zahlenmäßige Abstieg der Bürgelner Grundschule, der durch die Schüler aus Betziesdorf gestoppt werden könnte.

Begründung:

Mit der im Schulentwicklungsplan vorgesehenen schulorganisatorischen Änderung

gemäß §146 HSchG, soll der Schulverbund Anzefahr-Niederwald mit der

Außenstelle Betziesdorf aufgelöst werden und ein neuer Schulverbund Bürgeln

mit der Außenstelle Betziesdorf gebildet werden.

Außer der Tatsache, dass mit einer solchen Entscheidung kurzfristig der

Grundschulstandort Bürgeln der Gemeinde Cölbe erhalten werden kann, gibt es

keine nachvollziehbaren Gründe, einen bestehenden und funktionierenden

Schulverbund mit Anzefahr-Niederwald aufzulösen.

Sollte bei dieser vorgesehenen Lösung der Grundschulstandort Betziesdorf wegen

zu geringer Schülerzahlen nicht mehr beibehalten werden können, bedeutet dies,

dass Betziesdorfer Kinder die Grundschule in Bürgeln besuchen müssten und

damit eine Orientierung von Kirchhain weg, nicht nur in eine andere

Gemeindeverband, sondern auch in eine andere Planungsregion, die zwangsläufige

Folge wäre.

Dies ist nicht im Sinne der Stärkung des Schulstandortes Kirchhain.

Weitere Erläuterungen in der Sitzung.

von Matthias Mayer

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