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Betrunkene Soldaten zerstören Lastwagen

Amtsgericht Betrunkene Soldaten zerstören Lastwagen

Feuerlöscher können bei Bränden eminent wichtig sein, im Alltag mitunter aber auch verheerende Schäden anrichten. In dem Fall, der vor dem Amtsgericht verhandelt wurde, war letzteres der Fall.

Kirchhain. Fünf Liter Bier und drei Schnäpse hatte ein 20 Jahre alter Soldat getrunken, als er nachts gemeinsam mit einem Kollegen den Entschluss fasste, in den technischen Bereich der Herrenwaldkaserne einzudringen. Dort machten sich die beiden an einem Lastwagen der Bundeswehr zu schaffen. Sie traten Außenspiegel ab, rissen das Armaturenbrett heraus und demolierten die gesamte Inneneinrichtung des Zwei-Tonners. Die mit Abstand größte Verwüstung entstand allerdings dadurch, dass die Betrunkenen den Inhalt eines Feuerlöschers in das Fahrzeug sprühten. Ergebnis war ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Wenngleich der gebürtig aus Nordrhein-Westfalen stammende Hauptgefreite nur die Tat mit dem Feuerlöscher einräumte, verurteilte ihn Richter Joachim Filmer zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 35 Euro. Der Zustand verminderter Schuldfähigkeit angesichts des hohen Alkoholisierungsgrades floss dabei mit ein. „Ich denke, nüchtern hätten Sie so einen Quatsch nicht gemacht“, sagte Filmer. Entwicklungsdefizite konnte er bei dem 20-Jährigen nicht feststellen, weshalb das Urteil nach allgemeinem Strafrecht erfolgte.

Von der Bundeswehr war der Mann bereits in einem gesonderten Disziplinarverfahren mit 21 Tagen Arrest abgestraft worden. Die Idee, den LKW unbrauchbar zu machen, sei ganz spontan gekommen, betonte der Angeklagte, der das Urteil akzeptierte. Somit kann er nun wieder seinem eigentlichen Ziel, bei der Bundeswehr zu verlängern, nachgehen.

von Yanik Schick

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