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Betonsanierer geben Turm wieder Halt

Stadtallendorf Betonsanierer geben Turm wieder Halt

Wenn es bei den Betonarbeiten im Inneren des Turms von St. Michael keine negativen Überraschungen gibt, könnten Ende Oktober erstmals seit Jahren die Glocken der Kirche wieder läuten.

Stadtallendorf. Bauzäune, Maschinen und Container zeugen von der Baustelle am Kirchturm von St. Michael. Mit dem Beginn der Sanierung des mehr als 50 Jahre alten Turmes rückt für die Kirchengemeinde auch der Tag näher, an dem sie erstmals wieder ihre Glocken hören wird.

Bis dahin ist aber noch einige Arbeit sowohl im Inneren wie auch an der Fassade des Turmes nötig. „Ein großer Teil des Betons muss heruntergenommen und durch neues Material ersetzt werden“, erläutert Architekt Kurt Bieling aus Kassel bei einem Ortstermin. Den alten, karbonisierten Beton stemmen Spezialisten ab oder entfernen ihn durch Druckstrahlung. Im Turminneren läuft der Betonabtrag bereits. Vorher hatten Spezialfirmen das Innenleben, sprich Elektroanlage und sogar Treppen komplett ausgebaut.

Auch am Bewehrungsstahl müssen die beauftragten Unternehmen in den nächsten Wochen und Monaten arbeiten. Er muss komplett entrostet werden, teilweise ist auch eine zusätzliche Bewehrung nötig. Derzeit sieht der Zeitplan vor, dass die reine Betonsanierung bis Ende August, Anfang September läuft. Danach beginnt Schritt für Schritt der Wiedereinbau des Innenlebens des Kirchturms. Den Glockenstuhl wollen die Planer bis Ende September wieder hergestellt haben. „Das alles setzt voraus, dass es bei der Sanierung nicht noch Überraschungen gibt, die nie ganz auszuschließen sind“, erläutert Diplom-Ingenieur Gunnar Heumann vom Ingenieurbüro EHS aus Braunschweig. Es gibt auch schon ein mögliches Schlussdatum für sämtliche Sanierungsarbeiten. Angepeilt ist nach dem aktuellen Zeitplan der 20. Oktober.

Die Schäden am Beton des Kirchturms waren seinerzeit so groß geworden, dass es lange Zeit so aussah, als dass der Turm nicht mehr zu retten sein könnte. Doch dann fand sich ein Verfahren, mit dem sich das Wahrzeichen der Kirche St. Michael doch noch sanieren ließe. Es ist auch bei der Sanierung von Betonbrücken gebräuchlich, wie sie inzwischen auf zahlreichen Autobahnen, wie etwa der Sauerlandlinie A 45, nötig ist. „Wir gehen davon aus, dass der Kirchturm nach der Sanierung wieder für rund 50 Jahre standfest sein wird“, sagt Architekt Bieling.

Für die Gottesdienst-Besucher gebe es keine größeren Einschränkungen, sagte Pfarrer Diethelm Vogel.

Dafür bietet sich den Besuchern allerdings seit einigen Monaten ein etwas ungewöhnlicher Anblick: Die drei zwischen 750 und 1850 Kilogramm schweren Glocken haben seit vergangenem Dezember einen vorübergehenden Platz im Kircheninneren gefunden (diese Zeitung berichtete).

Zwei Drittel der erwarteten Baukosten von rund 450000 trägt das Bistum Fulda, den Rest muss die Kirchengemeinde St. Michael aufbringen. Für den Eigenanteil der Gemeinde läuft eine Spendenaktion, an der sich beispielsweise auch die Sparkasse Marburg-Biedenkopf mit einem Betrag von 4000 Euro beteiligte, wie dem jüngsten Pfarrbrief zu entnehmen war.

Weitere Informationen zur Spendenaktion gibt es im Internet unter www.katholische-kirche-stadtallendorf.de

von Michael Rinde

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