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Besondere Atmosphäre macht den Unterschied

Neujahrsmarkt Besondere Atmosphäre macht den Unterschied

Wer nach dem Neujahrsmarkt noch immer durch schmutzige Fenster schaut oder Krümel auf dem Boden hat, ist selbst schuld. Zahlreiche Händler boten Staubsauger und Scheibenreiniger an.

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Wo gehobelt wird, da fallen Gemüsespäne.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Wer schnellen Schrittes über den Neujahrsmarkt geht, entlarvt sich selbst aus Auswärtiger. Flanieren, sehen und gesehen werden - das sind die Hauptgründe, um an Kirchhains höchstem Feiertag in die Innenstadt zu gehen. Denn das Wiedersehen alter Freunde und Bekannte steht im Mittelpunkt der Veranstaltung, bei der es natürlich auch das ein oder andere zu erwerben, zu essen oder zu trinken gibt. Besonders auffällig waren am Mittwoch die Verkäufer von Staubsaugern, Gemüseschneidern und Fenster-Wunderputzmitteln, die alle paar Meter einen Stand betrieben.

Vielleicht erklärt das auch, warum der ein oder andere Händler zu ungewöhnlichen Mitteln greift, um auf sich aufmerksam zu machen. Die meisten Menschen würden beim Discounter ihre Einkäufe erledigen und dann mit den Händen in den Hosentaschen über die großen Märkte laufen, berichtet Giovanni Bordello, der Schuhputzmittel verkauft.

Händler machen Markt zum "Erlebniseinkauf"

Um die Hände zum einen aus den Taschen zu bekommen und dann auch noch Geld ans Licht befördern zu lassen, müssten sich die Verkäufer entsprechend etwas einfallen lassen. Er zum Beispiel geht voll offensiv auf die Kunden zu, umschmeichelt sie und hört nicht auf, die Vorzüge seines angeblich aus der „intergalaktischen Weltraumforschung“ stammenden Wundermittels anzupreisen - und zwar, während er ihnen die Schuhe putzt. „Erlebniseinkauf“ nennt er dieses Mittel - das scheinbar auch zieht.

Zumindest Miriam Leske und Tochter Zoe investieren den geforderten „Zehner“ und kaufen das Putzmittel (auf dem ein „empfohlener Verkaufspreis“ von 29,90 Euro aufgedruckt ist). „Es wirkt. Die Schuhe sind wirklich sauber“, kommentiert Miriam Leske ihre Investition, um dann auch noch Mutter und Gatte dabei zu beobachten, wie diese sich auch gleich noch die Schuhe putzen lassen.

Lob von „Markt-Hoppern“

Mehr als 200 Stände warteten auf Besucher. Also mehr als in Neustadt oder Stadtallendorf, den anderen beiden Märkten der „Ostkreis-Trilogie“. Laut Händlern ist die Kaufbereitschaft der Menschen in Kirchhain zumeist am größten, weil sich die Kunden - so zumindest die Aussage der Verkäufer - von der Qualität der Produkte und den guten Preisen haben überzeugen lassen.

Drei, die auch schon beim Markt in Neustadt gewesen waren, sind Stefanie und Stefan Erb mit Sohn Matthew. Unbedingt etwas kaufen, müssen sie nicht. Und etwas Spezielles suchten sie auch nicht, erklärt Stefanie Erb und betont: „Wir gehen einfach gerne über Märkte. Uns gefallen die schönen Stände und die Atmosphäre.“

Jene Atmosphäre loben auch Kirstin Stock und Mutter Bärbel Schulze aus Schwalmstadt. Im Stadtteil Treysa gibt es zwischen den Jahren zwar auch einen großen Markt. „Der ist aber nicht so schon“, erklärt Stock und hebt die in Kirchhain vorhandenen Unterhaltungsmöglichkeiten für Kinder und eben die besondere Atmosphäre hervor - für die natürlich auch die Kirchhainer sorgen, die ihren höchsten Feiertag eben zumeist gutgelaunt und mit Freunden zelebrieren.

von Florian Lerchbacher

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