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Berührungsängste gehen verloren

Sozialprojekt Berührungsängste gehen verloren

Das soziale Engagement der Schüler der Klasse G9a der Georg-Büchner-Schule verdient Anerkennung: Sie beteiligen sich nach dem Unterricht an einem achtwöchigen sozialen Schulprojekt.

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Schüler der Klasse G9a und die Kinder vom „Freizeitprojekt“ des Vereins zur Förderung der Integration Behinderter besuchten mit Saskia Richter (Dritte von links) und Carina Wink (Vierte von rechts) die Kinder des Integrativen Horts im Iglauer Weg.Foto: Wa

Stadtallendorf. Hasan Agca und Dominik Richter sind 15 Jahre alt und besuchen die Klasse G9a der Georg-Büchner Schule. Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden Leonhard Holland, Linda Illenseer, Izel Özcan beteiligen sich die Jugendlichen, trotz des oft vollen Stundenplans, an einem achtwöchigen Schulsozialprojekt, das von Saskia Richter initiiert wurde.

Die 18-Jährige entschloss sich nach ihrem Fachabitur an der Käthe-Kollwitz-Schule in Marburg erste pädagogische Erfahrung an der Georg-Büchner-Schule zu sammeln. Sie entschied sich für ein Freiwilliges soziales Jahr, das sie derzeit dort absolviert.

Es entstand eine Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Integration Behinderter (Fib), hier mit den Kindern des „Freizeitprojekts“. „Sich sozial zu engagieren ist für mich sehr wichtig, besonders die Schüler der Georg-Büchner-Schule mit in ein Projekt einzubinden, sie dafür zu motivieren und in Kontakt mit sozialen Einrichtungen zu bringen ist für mich von großer Bedeutung“, erläutert Saskia Richter. Vor allem sei es ihr wichtig, dass die Schüler ihre Berührungsängste überwinden, um in den Kontakt mit jungen gehandicapten Menschen zu treten.

Die Schüler der G9a verbringen seit Ende Oktober bis Mitte Dezember an jedem Dienstag zwei gemeinsame Stunden mit fünf bis sechs Kindern aus dem „Freizeitprojekt“.

Gemeinsam wurden Bewegungsspiele initiiert, Waffeln gebacken, Weihnachtssachen gebastelt und die Räumlichkeiten des Integrativen Horts im Iglauer Weg besucht. Ein Tierheim- und ein Kinobesuch, sowie eine Nikolausfeier stehen noch an. „Wir kommen alle gut miteinander aus, wir kümmern uns um die Kinder, helfen beim Essen und Trinken. Wie die Kinder mit ihren Behinderungen umgehen, dass ist für mich wirklich bewundernswert“, berichtet der 15-jährige Dominik Richter. Sein Klassenkamerad Hasan Agca erzählt: „Das Leben der behinderten Kinder ist nicht einfach, das berührt mich und deshalb mache ich mit“.

Positiv wertet Catrin Wink, Ansprechpartnerin für die Freizeitgruppen des Vereins fib das Projekt. „Die Schüler haben ihre Sache gut gemacht. Sie haben ihre anfänglichen Berührungsängste mit der Zeit überwunden, von beiden Seiten herrscht ein offener Umgang und unsere Kinder finden es toll, wenn die Schüler kommen“, sagt Wink.

Im nächsten Halbjahr plant Saskia Richter ein weiteres Schulsozialprojekt. „Nicht nur die Schüler der G9a hatten Interesse, sondern auch aus anderen Klassen haben sich viele Schüler gemeldet, daher werde ich im nächsten Halbjahr ein weiteres Schulsozialprojekt anbieten, dann steht eine Kindertagesstätte im Mittelpunkt“, kündigt Richter an.

von Karin Waldhüter

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