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Berg- und Talbahn ist nicht gewünscht

Gehweg-Planung Berg- und Talbahn ist nicht gewünscht

Seit dem Bau der Ferrero-Umgehung, der Kreisstraße 92, klagen Bewohner des DAG-Gebiets über die schlechter gewordene Fußweg-Verbindung in die Stadt. Jetzt gibt es einen ersten Entwurf für einen zusätzlichen Weg.

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Die vorgestellte Wegtrasse verliefe parallel zur Kreisstraße 92. Das kleine, eingeklinkte Foto zeigt den Forstweg, den Fußgänger wie Radfahrer aktuell nutzen müssen. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. Im Januar hatte die OP zuletzt über Probleme und Klagen von Bewohnern des DAG über die schlechte Fußweg-Verbindung in das Stadtzentrum berichtet. Seinerzeit kündigte Bürgermeister Christian Somogyi Planungen für einen Fuß- und Radweg an. Am Donnerstagabend stellte der beauftragte Ingenieur Andreas Schurath einen ersten Vorentwurf vor - der auf einige Kritik aus Reihen der Parlamentarier stieß. Doch um eine erste Rückmeldung war es Stadtverwaltung und Bürgermeister schließlich auch gegangen.

Jener neue Weg, etwa 750 Meter lang und in einer Breite von 3 Metern vorgesehen, könnte parallel zur Ferrero-Umgehung (Kreisstraße 92) verlaufen. Er begänne dort, wo der schon bestehende Rad- und Gehweg derzeit endet. Dort müssen Radfahrer wie auch Fußgänger die Kreisstraße überqueren. Sie nutzen dann einen nachträglich mit Straßenlampen ausgestatteten Forstweg, um schließlich zur Kinzigstraße beziehungsweise dem Ferreor-Ring zu gelangen.

Andere Fußgänger wählen einen wirklich gefährlichen Weg. Sie laufen auf den Banketten der Kreisstraße, an den Leitplanken entlang, bis zum Kreisverkehr Rheinstraße. Wie schon häufiger beobachtet, entstehen dabei gefährliche Situationen, etwa, wenn Lastwagen die gesamte Fahrbahnbreite benötigen. Das Laufen auf den Banketten ist darum auch eigentlich verboten.

Enden soll der neue, kombinierte Rad- und Gehweg schließlich am Kreisverkehr Rheinstraße. 206000 Euro, so die ersten Berechnungen des Planungsbüros, soll der Weg in dieser nun vorgestellten Version kosten, einschließlich entsprechender Beleuchtung.

An der Notwendigkeit, dass in Sachen Fußwegverbindung für das westliche DAG-Gebiet etwas passieren muss, äußerte am Donnerstagabend kein Ausschuss-Mitglied Zweifel. Allerdings stach den Parlamentariern das Gelände, auf dem der neue Weg verlaufen könnte, gleich ins Auge. Auf einer Länge von rund 70 Metern wäre eine Steigung von etwa 8 Prozent zu überwinden. Frank Hille (CDU) sprach dieses Problem als erster an. Für Rollstuhlfahrer wären solche Höhenunterschiede zu viel, der Weg wäre damit nicht barrierefrei. Die vorgeschlagene Wegeführung bekami m Laufe der Diskussion denn auch die Bezeichnung „Berg- und Talbahn“. Werner Hesse (SPD) drängte zumindest auf die Prüfung einer anderen Variante, die Nutzung vorhandener Wege, vor allem des Forstweges. Der allerdings gehört Hessen Forst und wird derzeit, wie die Beschilderung klar sagt, nach wie vor für Holzrückearbeiten genutzt. Zudem bliebe dann trotz Querungshilfe das Problem, dass Fußgänger wie auch Radfahrer die Kreisstraße 92 überqueren müssten.

Es zeichnete sich in der Ausschuss-Sitzung klar ab, dass eine Verbesserung der Situation in jedem Falle noch Zeit brauchen wird, möglicherweise sogar Jahre. Die Verwaltung hofft derzeit auch noch auf Zuschüsse aus dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG). Doch die können erst beantragt werden, wenn Einigkeit über den Streckenverlauf besteht. Jetzt soll es erstmal weitere Überprüfungen geben, dann auch einen Ortstermin mit den Ausschuss-Mitgliedern. Die kennen die Situation gut. Vor Freigabe der Ferrero-Umgehung hatten sie sich das entstandene Problem vor Ort bereits angeschaut - und dabei eine Verlängerung des vorhandenen Weges bis zur Rheinstraße gefordert. Das war im November 2010 (die OP berichtete)

Wieder kam im Bauausschuss die Frage auf, warum ein solcher Weg nicht gleich beim Bau der Ferrero-Umgehung eingeplant wurde. „Das waren nicht wir dummen Stadtverordneten, die das so entschieden haben“, kommentierte Manfred Thierau (Republikaner). Die Planungshoheit lag seinerzeit beim Kreis beziehungsweise bei Hessen Mobil als dessen Auftragnehmer.

von Michael Rinde

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