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Bereitschaft bekommt eigene Bleibe

Investition Bereitschaft bekommt eigene Bleibe

Das bisher städtische Grundstück neben einem Möbelhaus in der Wetzlarer Straße gilt aufgrund der Lage als ein "Filetstück". Inzwischen hat es der Kreisverband des Roten Kreuzes gekauft, um dort zu bauen.

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Bürgermeister Christian Somogyi, (von links) Fachbereichsleiter Klaus Hütten, DRK-Geschäftsführer Christian Betz, Bereitschaftsleiter Stefan Sturm und Sebastian Pfeffer vom DRK stellten auf dem Grundstück die Pläne des Roten Kreuzes vor.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Für die DRK-Bereitschaft Stadtallendorf geht ein Wunschtraum in Erfüllung. Sie bekommt nach Jahrzehnten ein eigenes, modernes Domizil. Derzeit stehen die fünf Katastrophenschutz-Fahrzeuge der Bereitschaft in Neustadt auf dem Gelände der früheren Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne, dort, wo auch eine Spedition ansässig ist. Die Schulungen und Veranstaltungen der Bereitschaft finden in den städtischen Containern im Herrenwaldstadion statt. Der Grund: Die Räume des DRK im Bürgerhaus Schweinsberg werden erst in diesen Tagen wieder freigegeben, nachdem dort die letzten Renovierungs- und Sanierungsarbeiten erledigt wurden. Zumindest dieses Provisorium hat dann sein Ende.

Seit Jahrzehnten ist die Bereitschaft auf der Suche nach einem festen Domizil. „Wir haben uns entschieden, die Dinge jetzt in eigene Hände zu nehmen und das Problem zu lösen“, sagt Christian Betz, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Marburg. Dabei stieß das DRK auf das Grundstück in der Wetzlarer Straße, auf dem schon einmal ein Hotel vorgesehen war (die OP berichtete). Der Stadtallendorfer Magistrat und das Rote Kreuz waren sich schnell einig, wie Bürgermeister Christian Somogyi beim Ortstermin erläuterte. „Zumal wir das Anliegen des Roten Kreuzes gerne unterstützen wollen“, wie er betont, wohlwissend, wie lange die heimische Bereitschaft bereits auf eine Lösung hofft. Auch in die Stadtentwicklung passen die Rot-Kreuz-Pläne sehr gut.

Endlich eine dauerhafte Unterkunft für alle Fahrzeuge

Auf dem Gelände sind jetzt eine Fahrzeughalle mit acht Doppelplätzen und ein Schulungs- Verwaltungsgebäude geplant. In der Fahrzeughalle kommen die Katastrophenschutz-Fahrzeuge der Bereitschaft endlich dauerhaft unter. Im Gebäude sollen dann auch soziale Angebote des DRK, wie etwa das Bewegungsprogramm, aber auch die Erste-Hilfe-Schulungen stattfinden. Das Rote Kreuz möchte zugleich dauerhaft in Stadtallendorf präsent sein und eine kleine Geschäftsstelle dort einrichten. Präsent ist das DRK bereits an anderer Stelle. Der Kreisverband ist Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung Stadtallendorf, in der aktuell 50 Mitarbeiter tätig sind. Auch die Rettungswache ist Sache des DRK.

Für Stefan Sturm, seit Jahrzehnten Leiter der Bereitschaft Stadtallendorf, ist der Neubau eine ganz besondere Nachricht. „Wir sind sehr dankbar, dass es für uns ein Ziel gibt“, sagt Sturm. Die Katastrophenschutzkräfte der Bereitschaft Stadtallendorf sind häufig präsent, zum Beispiel bei Großveranstaltungen wie zuletzt dem Europafest. Aber auch im Einsatz: Im vergangenen September waren die Stadtallendorfer selbstredend beim Aufbau des Zeltcamps für die Notunterbringung von Flüchtlingen beteiligt. Oder im März 2015, als es zu dem folgenschweren Brand in dem Wohnhaus in der Spaltanlage kam. Bei Alarm müssen die Katastrophenschutz-Einheiten des DRK innerhalb von 30 Minuten abmarschbereit sein. Unter den jetzigen Bedingungen ist diese Zeit nur mit großem persönlichen Einsatz zu halten. Auch das wird durch den Neubau der Vergangenheit angehören. Ein Plus in Sachen Sicherheit für die Allgemeinheit.

Weiterer Nachwuchs wird noch gesucht

Und noch etwas könnte sich durch das feste und moderne Domizil verbessern: Aktuell hat die Bereitschaft 18 Mitglieder und wünscht sich natürlich weiteren interessierten Nachwuchs. „Wir gehen fest davon aus, dass wir den gewinnen, wenn wir erst einmal eingezogen sind“, sagt Sturm.

Der DRK-Kreisverband hat bereits einen Architekten beauftragt, das Raumprogramm steht. „Wir bereiten jetzt den Bauantrag vor“, erläutert Geschäftsführer Betz. Er rechnet mit einer Investition zwischen einer und anderthalb Millionen Euro am Standort Stadtallendorf. Ziel ist es, den Bau im Laufe des nächsten Jahres fertigzustellen.

von Michael Rinde

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