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Benehmen von der übelsten Sorte

Geldstrafe für Angeklagten Benehmen von der übelsten Sorte

Abwesenheit schützt vor Strafe nicht. Diese Erfahrung musste ein Stadtallendorfer machen, der einer Hauptverhandlung vor dem Kirchhainer Jugendgericht unentschuldigt ferngeblieben war.

Kirchhain /Stadtallendorf. Dass er grundsätzlich den üblichen mitteleuropäischen Umgangsformen wenig zugetan ist, hatte der junge Mann am 1. März dieses Jahres im mittelhessischen Aßlar nachhaltig unter Beweis gestellt. Sein damaliger Auftritt in einem Schnellrestaurant, für den das Prädikat „rüpelhaft“ eine unzulässige Untertreibung ist, hätte ihn vor die Schranken der Gerichtsbarkeit führen sollen. Aber er kam nicht.

Dafür erschien der als Zeuge geladene Geschäftsführer des Restaurants pünktlich zum Termin. In Absprache mit Anklagevertreter Peter Heinisch entschied Jugendrichter Joachim Filmer, den Zeugen dennoch zu hören.

Der Vorfall ereignete sich, so der Zeuge, während einer Mitarbeiterversammlung. Die sei in dem 24 Stunden am Tag geöffnete Restaurant schwierig zu organisieren. Schilder an den verschlossenen Türen hätten die Gäste auf die Versammlung hingewiesen. „Mir ist heute noch schleierhaft, wie der Mann mit seiner Begleiterin und seinem Begleiter in das Haus gelangen konnte“, sagte der Geschäftsführer. Am Tresen sei das Trio durch die Angestellten auf die zeitweise Schließung des Restaurants hingewiesen wor-den.

„Die Begleiter zeigten Verständnis, er aber nicht. Er wurde massiv, laut, beleidigte meine Mitarbeiter und bespuckte in rausgehen einen von ihnen. Und dann hat er noch mit einem gezielten Tritt die untere Scheibe der Zwischentür zertreten“, schilderte der Zeuge, dem das Bespucken seines Mitarbeiters weitaus mehr empörte, als die zerstörte Scheibe.

Joachim Filmer und Peter Heinisch hatten genug gehört. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Jugendrichter einen Strafbefehl gegen den mit sechs Vorstrafen vorbelasteten jungen Mann.

Er muss wegen Sachbeschädigung und Beleidigung eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen à 15 Euro bezahlen.

Die Teilnahme an einem Benimmseminar wäre eine passende zusätzliche Auflage für den Angeklagten gewesen. Aber ein solches Seminar hat die Jugendgerichtshilfe noch nicht in ihrem Angebot.

von Matthias Mayer

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