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Bekommt Stadt einen Lkw-Parkplatz?

Stadtallendorf Bekommt Stadt einen Lkw-Parkplatz?

Die Ränder der befestigten Wege im Gewerbegebiet Nordost in Stadtallendorf haben sich unter Lkw-Fahrern aus ganz Europa zu einem "Geheimtipp" für das Parken entwickelt. Doch das bringt Probleme.

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Gestern parkten diese Lastzüge im Gewerbegebiet, weitere verteilten sich über die bestehenden Wege. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. „Wohin ich sonst könnte, weiß ich nicht“, sagt ein polnischer Lkw-Fahrer. Seinen Namen will er gegenüber der OP ebensowenig nennen wie das Unternehmen, das er in Stadtallendorf anfährt. Er parkte seinen Lastzug gestern im Gewerbegebiet Nordost, war gegen 15 Uhr einer von 18, die überall am Rande von Wegen standen.

Mülleimer hat die Stadt zwischenzeitlich dort aufstellen lassen, doch was fehlt sind Toiletten. Das zeigt sich leider unschön auf angrenzenden Feldern und Wegen am Toilettenpapier und menschlichen Hinterlassenschaften. Entsprechende Klagen erreichten die OP-Redaktion auch über das Umfeld der Mariengrotte.

Lenk- und Ruhezeiten

Probleme mit parkenden Lastzügen im Stadtgebiet kennt das Industriezentrum des Landkreises seit Jahrzehnten. Nach Angaben der Stadt Stadtallendorf pendeln täglich zwischen 1200 und 1500 Lastzüge in die Stadt ein und aus. Manche „stranden“ ungewollt in der Stadt und der Umgebung. Wie ein heimischer Spediteur der OP erläutert, hängt dieses Stranden auch mit zwei Faktoren zusammen: den Lenk- und Ruhezeiten wie auch den Zeiten, zu denen die Fahrer die betreffenden Unternehmen überhaupt anfahren dürfen. Zwangsläufig führt das zu Pausen, auch tagsüber. Im vergangenen Jahr stellte die Stadtverwaltung Geld ein, um im Gewerbegebiet Nordost einen Lkw-Parkplatz zu schaffen, der die Not vielleicht lindern könnte. Ein Grundstück hatte die Verwaltung dabei schon ins Auge gefasst. Dabei hat sich jedoch zwischenzeitlich herausgestellt, dass es an diesem Standort Probleme mit Lärmgrenzwerten geben könnte.

Jener Standort läge nahe an den ersten Wohnhäusern der Wasag. An Ersatzstandorten im Gewerbegebiet mangelt es nicht. Bisher strebt die Stadt eine Parkfläche für rund 20 Fahrzeuge an, samt Toilettenanlagen und eventuell auch einem Kiosk, falls sich ein Betreiber finden ließe. Bei einer solchen „großen Lösung“ erwartet Somogyi derzeit Kosten zwischen 350000 und 500000 Euro.

Kein Ausweichen auf Autobahn-Parkplätze

Doch inzwischen hat die Stadtverwaltung ihre damaligen Pläne ohnehin noch einmal kritisch hinterfragt, wie es Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) auf Anfrage der OP ausdrückt. Er denkt jetzt auch an die Option, einen privat betriebenen Lkw-Parkplatz zu schaffen. „Erste Vorgespräche hat es inzwischen gegeben“, sagt Somogyi.

Doch bis es so weit ist, dürfte noch etwas Zeit ins Land gehen. Deshalb denkt Somogyi daran, zumindest provisorisch transportable Toilettenhäuschen im Gewerbegebiet aufzustellen, um die Situation dort für die Lkw-Fahrer zu verbessern.

In anderen Industriezentren stellt sich das Problem mit den Parkplätzen eher seltener. Dort weichen Lkw-Fahrer vorzugsweise auf Autobahnparkplätze in der nächsten Umgebung aus. Das geht in Stadtallendorf bekanntermaßen nicht, der nächste Autobahnanschluss ist zu weit entfernt für eine solche Variante.

Dass eine Stadt selbst eine Parkplatzanlage baut, gilt aber dennoch als Ausnahme, wohingegen privat betriebene Stellflächen häufiger anzutreffen sind. Somogyi sieht dennoch grundsätzlich auch die Stadt in einer Verpflichtung, Abhilfe zu schaffen. Eine Alternativ-Fläche zum Gewerbegebiet sieht Somogyi dabei allerdings im Stadtgebiet nicht. Sie müsste zwischen 2000 und 3000 Quadratmeter groß sein und auch Erweiterungsmöglichkeiten haben.

Sobald es eine Ausweich-Parkfläche außerhalb der Stadt gäbe, will der Verwaltungschef auch Kontrollen ausweiten.

von Michael Rinde

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