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Beirat inspiziert "neuralgische Punkte"

Ortsbegehung Beirat inspiziert "neuralgische Punkte"

Der neue Betziesdorfer Ortsbeirat geht seine Arbeit fleißig an: Bei einer Ortsbegehung begutachtete das Gremium unter der Leitung von Dieter Tourte, wo genau im Dorf Handlungsbedarf besteht.

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Ein Fachwerkhaus im Friedhofsweg ist den Betziesdorfern ein Dorn im Auge. Sie wollen nun das
Gespräch mit dem Besitzer suchen.Foto: Yanik Schick

Betziesdorf. Der Ortsbeirat läuft gemeinsam mit einigen Interessierten aus dem Dorf den Friedhofsweg herab und bleibt vor einem alten Fachwerkhaus stehen. Es ist ein mittlerweile unbewohntes Gebäude, dessen Dach durchlöchert und das zwischen manchen Holzstreben bereits eingefallen ist. Ein trister Anblick. „Hat jemand eine Idee, was wir hier tun können?“, fragt Ortsvorsteher Dieter Tourte in die Runde. Ein Betziesdorfer berichtet, bei schlechtem Wetter sei bereits Schiefer auf die Straße gefallen. Es folgen Vorschläge, das Haus ganz abzureißen oder zumindest aus Sicherheitsgründen den Straßenabschnitt zu sperren. Tourte sagt, er werde in den kommenden Wochen zunächst einmal das Gespräch mit dem Besitzer suchen. Danach will der Ortsbeirat über das weitere Vorgehen beraten.

Die Begutachtung des Fachwerkhauses ist indes nur eins von vielen Themen, die an diesem Nachmittag auf der Agenda des Ortsbeirats stehen. Schon im Vorfeld hatte Dieter Tourte die Einwohner Betzies­dorfs nach eigenen Worten darum gebeten, „neuralgische Punkte“ des Dorfs kundzutun - während der Ortsbegehung sollten diese Punkte zum Thema gemacht und persönlich in Augenschein genommen werden. Mehr als ein Dutzend Zuschriften waren bei Ortsvorsteher Tourte eingegangen, die sich um ganz unterschiedliche Dinge drehten: Manche Einwohner führten konkrete Probleme auf, etwa der beschädigte Zaun der ehemaligen Schule, zugewachsene Wanderwege oder vereinzelte Straßen, in denen regelmäßig Hundekot hinterlassen wird. Andere Nachrichten widmeten sich derweil allgemeineren Themen, die für eine Vielzahl kleinerer Orte in der Region von Belang sind. Altwerden auf dem Dorf zum Beispiel.

Leerstand ist weiteres Problem

Die Pflegemöglichkeiten für ältere Menschen sind meistens begrenzt - gerade wenn Verwandte nicht mehr in der Nähe wohnen. Im Kirchhainer Stadtteil Kleinseelheim gab es deshalb bereits erste Ideen, eine Art Altenwohnheim zu bauen. „Wir haben für dieses Thema noch keinen Ansatz“, gesteht Tourte: „Wir werden uns aber kundig machen, welche Möglichkeiten es gibt.“

Eine weitere Herausforderung für den Ortsbeirat sind Leerstände. „Das ist früher schon angesprochen worden“, erinnert sich Gunther Decker, der ehemalige Ortsvorsteher Betziesdorfs, der ebenfalls an der Ortsbegehung teilnimmt. Momentan gebe es viele Haushalte, in denen jeweils nur noch eine Person lebt. Das Problem leerstehender Gebäude werde demnach künftig noch akuter, ist sich Decker sicher. Laut dessen Nachfolger sei es „der Idealzustand, wenn wir hier eine Anzugskraft schaffen, durch die neue Leute in diese Häuser ziehen.“

Dafür aber müsse an vielen kleineren Projekten - wie dem Haus im Friedhofsweg - gear­beitet werden. Auch das Umfeld des Feuerwehrhauses gehört für den Ortsvorsteher dazu. Dort müssten unter anderem die Parkplätze neu geschottert und die Hecken geschnitten werden. Momentan sind den Betziesdorfern allerdings die Hände gebunden, weil das Gelände Tourte zufolge in Besitz der VR-Bank ist. Mehr Handlungsspielraum hat der Ortsbeirat unterdessen beim Bushaltestellenhäuschen, dessen Renovierung über den Bauhof beantragt werden soll. Die Glastür ist kaputt, außerdem ist das Häuschen an vielen Stellen beschmiert und besprayt worden.

von Yanik Schick

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