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Beim Thema Feuerwehr geht es heiß her

Geplante Investitionen Beim Thema Feuerwehr geht es heiß her

Zu Anfang hatte es den Anschein, als sollten sich die Parlamentarier beim CDU-Antrag zur Zukunft der Feuerwehren ordentlich "in die Haare kriegen". Am Ende gab es ein einstimmiges Votum.

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Feuerwehr bekämpft Großbrand in Tapetenfabrik

Ein Stadtallendorfer Feuerwehrmann bekämpfte im Jahr 2009 von der Drehleiter einen Großbrand bei der Eisengießerei Winter. Archivfoto: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Über keinen anderen Tagesordnungspunkt diskutierten Stadtallendorfs Stadtverordnete am Donnerstagabend so emotional wie über den CDU-Antrag „Zukünftige Ausrichtung der Feuerwehren“. Der Antrag sieht umfassende Prüfungen durch die Verwaltung vor. Sie soll ein Baukonzept für den Kernstadt-Stützpunkt vorlegen. Außerdem hat sie den Auftrag bekommen, Bau-, Betriebs- und Folgekosten für die Feuerwehrgerätehäuser in Hatzbach und Erksdorf zu errechnen. Dabei will die CDU beide Varianten, den Bau von zwei Gerätehäusern und den eines gemeinsam genutzten Gebäudes, geprüft wissen.

Ilona Schaub (CDU) verwies auf die wichtigen Entscheidungen, vor denen die Stadtverordneten bei den Feuerwehren in nächster Zeit stünden und für die verlässliche Zahlen nötig seien. Den größten Handlungsbedarf sieht sie dabei in Hatzbach, aber beispielsweise auch in der Stadtmitte, wo Platz fehlt und die Dämmung des Gebäudes mangelhaft ist. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) verwies nochmals auf die schon geführten Diskussionen, auch mit den Feuerwehren und Ortsbeiräten in Hatzbach und Erksdorf. Dort gab es klare Positionen, der Bau von zwei Gerätehäusern war favorisiert, nachdem es aus Erksdorf ein klares Nein zu einem gemeinsamen Gebäude gegeben hatte. Die Frage der Finanzierung war dabei aber noch nicht abschließend geklärt worden. Am 9. April soll es zu dem Thema noch einmal eine große gemeinsame Sitzung geben. Mit Blick auf die Kernstadt hält der Bürgermeister einen Umbau und eine Sanierung in den Jahren 2015/16 für realisierbar. Frank Hille (CDU) wandte ein, dass seine Fraktion den von Somogyi skizzierten Weg ja prinzipiell mitgehen wolle. „Aber die Entscheidung fällt hier in diesem Hause“, machte er klar.

Werner Hesse, Fraktionsvorsitzender der SPD, wählte dann etwas deutlichere Worte, offenbar, weil er hinter dem CDU-Antrag noch andere Motive vermutete. Er warnte davor, die freiwilligen Feuerwehren in parteipolitische Auseinandersetzungen zu bringen. Später fürchtete er, dass es zu „Experimenten am lebenden Objekt kommen könnte“. Hesses Redebeitrag veranlasste CDU-Fraktionsvorsitzenden Stephan Klenner zu der Frage, ob und aus welchem Grunde die SPD denn nun „beleidigt sei.“

Friedhelm Wieber (FDP) und Manfred Thierau (Rep) versuchten, die Debatte in ruhigere Bahnen zu bringen. Auch die Feuerwehrleute wüssten, dass das Geld in Stadtallendorf „nicht vom Himmel“ falle, sagte Wieber und mahnte an, dass alle Parlamentarier bei den anstehenden Entscheidungen an einem Strang ziehen sollten. Thierau bemerkte pointiert: „Wir sind als Parlamentarier gehandicapt. Wir stehen zu unseren Feuerwehren. Doch wir müssen auch auf das Geld achten.“ Schließlich gab es das klare Votum. Der CDU-Antrag passierte das Stadtparlament ohne eine Gegenstimme.

von Michael Rinde

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