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Beim Kulturspektakel gibt es viel zu Lachen

Veranstaltungsreihe Beim Kulturspektakel gibt es viel zu Lachen

Viele Hundert Besucher nutzten die wunderbaren Voraussetzungen und verbrachten während des siebten Kulturspektakels wunderbare Stunden in und rund um die Schlossruine auf dem Berg.

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Deacon und Schwester Nele freuen sich über die goldene Kugel, die sie, wie einst der Froschkönig – aus dem Brunnen fischten. Jan Luley begeisterte zur Spektakeleröffnung rund 120 Gäste.

Amöneburg. Mit einem Konzert Jan Luleys ging es los. Trotz der kühlen Abendtemperaturen kamen rund 120 Besucher in den Zwinger der Schlossruine. „Kommen Sie häufig. Ich verspreche Ihnen, in den nächsten Tagen wird’s noch wärmer“, hatte Michael Richter-Plettenberg in weiser Vorausahnung betont.

Der Bürgermeister und Vorsitzende des Vereins Kulturspektakel freute sich über Gastspiel des bekannten Jazz-Pianisten: „Wir konnten uns ein solches Zugpferd nicht leisten. Um das finanzielle Risiko etwas zu streuen, haben wir den Brücker Verein mit ins Boot genommen.“ Reiner Nau, Vorsitzender des gelobten Vereins, erläuterte das Engagement: „Die Kultur hat in unserem Vereinsprogramm einen ganz hohen Stellenwert. Es ist für uns eine große Ehre, dass ein solch international bekannter Künstler das Kulturspektakel eröffnet.“

Luley ist gebürtiger Nordhesse, der mehrere Jahre im Amöneburger Stadtteil Erfurtshausen gewohnt hatte und mittlerweile wieder in seine Heimat Bad Hersfeld, zurückgekehrt ist. Er tourt seit vielen Jahren über die Bühnen Europas. Seine Schwerpunkte liegen sowohl im traditionellen Jazz, Boogie Woogie und Gospel als auch im swingenden Mainstream-Jazz.

Auf dem Berg präsentierte er sein kreolisch-karibisches Programm „2 Boonoonoonous“. Der Pianist mit dem schwarzen Cowboyhut begeisterte mit Musik auf höchstem Niveau. Titel wie „New Orleans Joys“ oder der „St. Louis Blues“ rissen das Publikum mit. Es war beeindruckend zu sehen, wie seine Finger bei „Martins Mambo“ über die Tasten huschten.

Auch den Gesang setzte er geschickt und gekonnt in seine Gesamtvorstellung ein. Dazu kam noch sein Talent als Conférencier. Mit seiner unterhaltsamen, charmanten Moderationen verknüpfte er die Musik mit Stimmungen, Anekdoten und historischen Informationen über die Stücke, über Pianisten und unterschiedliche Musikstile.

Am Freitagabend stand dann Kabarett auf dem Programm. „Wolf &Bleuel“ sorgten mit ihrem Jubiläumsprogramm „Alles Gute“ auch am zweiten Tag des Kulturspektakels für ein höchst zufriedenes Publikum, das gar nicht genug von dem wandlungsfähigen Duo bekommen konnte.

Am Ende gab es stehende Ovationen - was aber auch kein Wunder war, schließlich hatten Wolfgang Mihm und Michael Bleuel jedem der rund 150 Zuschauer das Lachen als Geschenk mit nach Hause gegeben. „Passt gut auf das Lachen auf. Aber Vorsicht: Es ist infektiös!“, warnte Mihm, der mit dem vor 13 Jahren geschriebenen Gedicht „Das Lachen“ dem Abend eine stimmungsvolle Krone aufsetzte.

Hellwach, wandlungsfähig und überaus sympathisch trumpfte das Duo mit einem Mix aus Klamauk, geistreichen Wortwitz und Hintersinn auf. Seit 20 Jahren steht das Fuldaer Duo gemeinsam auf der Bühne. Da wunderte es nicht, dass die beiden Männer sich ausgiebig den Themen Zeit und Älterwerden widmeten.

Beim „Holzfäller-Lied“ ließen sich die beiden so richtig über Hundebesitzer aus. „Hundekot d‘Azur“ war ein herrlich lockerer Bossa-Nova mit jazzigen Gitarrenharmonien. Ähnlich groß war die Freude bei weiteren Liedern, wie der schrägen Mischung aus Blues und Chanson, dem „Blueson“, der Midlife-Samba und beim Auftritt als Volksmusikanten Toni und Ambross. Wolf & Bleuel zeigten, warum sie Gewinner des Reinheimer Satirelöwen und des Goldenen Rottweilers 2012 sind. Als Bauer Franz Habersack oder als lispelnder Christof Witzel strapazierten sie die Lachmuskeln bis zum Äußersten.

„Wir hätten heute auch für 6500 Euro in Berlin auftreten können - aber wir haben das Geld nicht zusammen gekriegt, deswegen sind wir hier“, witzelten sie, lobten das tolle Ambiente der Schlossruine und das „wunderbare Publikum“ und zogen Parallelen zwischen Fulda und Amöneburg. „Wir haben die Reste gelagert, ihr habt den Bonifatius aus Holz“, erklärten sie und trugen als Zugabe, passend zur bald beginnenden WM in Brasilien, ein „Gebet“ an die Schiedsrichter vor.

Als Pfingstausflug beliebt

Zum Abschluss des ersten Blocks des Kulturspektakels 2014 machten sich am Pfingstsonntag kleine und große Besucher mit viel Begeisterung daran, auf sieben verschiedenen Touren sieben Fragen zu beantworten. Besonders beliebt bei Kindern war die Märchen-Tour.

Angelina, Leandra und Sophia konnten es beispielsweise kaum erwarten, diese Tour in Angriff zu nehmen. „Wir haben schon die Frage gelöst, wer Dornröschen in den Finger gestochen hat“, berichteten sie. Anschließend machten sie sich daran, für die Prinzessin einen goldenen Ball aus dem Brunnen zu holen. Bereits am Vormittag hatte die Leiterin des Naturschutzinformationszentrums, Dr. Astrid Wetzel, 27 Gäste über die Sieben-Kräuter-Tour geführt - und viele weitere nahmen sie später alleine in Angriff.

Herrliche Ausblicke erwarteten die Teilnehmer der Mauer-Tour, die einmal rund um die Stadt führte. Aufgrund der großen Hitze war die Nachfrage nach der längsten Tour, der Amanaburch-Tour, allerdings nur gering.

Da am Pfingstsonntag der Geburtstag der Kirche gefeiert wird, führte die Reli-Tour zunächst in die Stiftskirche. Wer sich für die Vulkan-Tour entschieden hatte, der kam nicht an Wilfried Kaul vom Kulturspektakelverein vorbei. Er klebte nicht nur den roten „Lavapunkt“ in den Laufzettel, sondern überraschte die Besucher mit einem „Flaschenvulkan“ und einem „Vulkanausbruch“.

Die Resonanz fiel durchweg positiv aus. „Die Kinder haben Spaß, das ist das Wichtigste“, sagte Sandra Gnau. „Ich finde es eine schöne Idee, man merkt, dass sich die Organisatoren viel Mühe gegeben haben und wünsche mir auf jeden Fall eine Wiederholung“, kommentierten Markus und Bettina Kliem aus Amöneburg.

„Mehrere Besucher haben drei bis vier Touren unternommen. Erfreulich war, dass Familien, Singles und Touristen das Angebot trotz Hitze hochmotiviert mit viel Freude genutzt haben“, freute sich Birgit Gruß, die Koordinatorin der Veranstaltung. Erfreulich sei auch gewesen, dass „die Einheimischen“ den „auswärtigen Teilnehmern“ unterwegs viele Geschichten erzählten hätten.

von Karin Waldhüter und Alfons Wieber

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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