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Beim Ärztehaus gibt es einen Neustart

Veränderung Beim Ärztehaus gibt es einen Neustart

Die Ärzte-Etage im Stadtallendorfer Gesundheitszentrum wird so, wie immer wieder propagiert, wohl nicht Realität. Die Herrenwald Wohnbau hat sich von ihrem Partner getrennt.

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Das Gesundheitszentrum in der Niederkleiner Straße: Für die Ärzte-Etage soll es nun andere Lösungen geben.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Eigentlich - so der zuletzt bei der Einweihung des Gesundheitszentrums geäußerte Plan - sollte zu Beginn dieses Jahres beinahe „alles gut“ sein in Sachen Stadtallendorfer Ärztehaus. Die dafür eigens gegründete „MediTech Stadtallendorf GmbH“, hinter der der Marburger Medizinprofessor Siegfried Bien steht, hatte eine 1000 Quadratmeter große Etage des Neubaues gemietet. Ein Herzstück dieser Etage sollte eine radiologische Praxis werden. Herzstück, so der Plan, wäre ein Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) geworden. Hierfür hatte die Herrenwald Wohnbau auch schon die aufwendigen baulichen Voraussetzungen geschaffen (die OP berichtete).

Doch es wird möglicherweise ganz anders kommen: „Wir haben der MediTech GmbH den Mietvertrag zum 31. Dezember mit sofortiger Wirkung gekündigt“, erklärten die beiden Geschäftsführer Konrad Busch und Friedhelm Steidl gegenüber der OP und bestätigten damit Informationen dieser Zeitung. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Unternehmen werde es nicht geben. Zu Einzelheiten und dem Hintergrund möchten sich Busch und Steidl nicht äußern. Sie betonen aber, dass für sie das Thema Ärztezentrum keinesfalls abgehakt ist. Sie wollen auf anderen Wegen daran weiterarbeiten.

Herrenwald-Chefs wollen Neuanfang

Konkret werden wollen beide angesichts laufender Verhandlungen aber noch nicht. „Wir glauben weiter an das Projekt, das für Stadtallendorf, aber auch für den gesamten Ostkreis wichtig ist“, betont Busch für die Geschäftsführung.

Natürlich treffe es ein Unternehmen, wenn ein wichtiger Mieter ausfalle, auch wirtschaftlich. „Für unser Unternehmen ist das aber verkraftbar. Wir konzentrieren uns auf den Neuanfang und werden über die Fortschritte informieren“, erklärt Busch. Sie verweisen auf die Erfolge, die es beim Gesundheitszentrum Stadtallendorf bereits gebe: das florierende Fitness-Studio, das Physiotherapieangebot wie auch die dort bereits auf der früheren Meditech-Etage angesiedelte Orthopädie-Praxis, die Zahnarztpraxis, das Sanitätshaus und den AWO-Pflegedienst.

Professor Siegfried Bien sieht die Situation auf Anfrage der OP allerdings ganz anders. „Wir haben keinen Streit mit der Herrenwald“, betont er zunächst. Die Mietbeziehung, so Bien, sei lediglich verändert worden, damit sie den zeitlichen Entwicklungen Rechnung trage.

Untervermietung ist „nicht zentrale Geschäftsidee“

„Die Gruppe von Ärzten, die wir für die Versorgung der Stadtallendorfer Bevölkerung organisiert haben, wird dann entweder mit der Herrenwald eigene Mietverträge abschließen. Oder diese Ärzte werden an anderen Standorten in der Stadt tätig werden“, erläutert Bien.

Für eine noch junge, kleine GmbH sei es auch nicht möglich, eine so große Fläche von Beginn an komplett zu vermarkten. „Es ist auch nicht die zentrale Geschäftsidee der MediTech GmbH, als Untervermieter aufzutreten“, sagt Bien. Die Meditech konzentriere sich auf Dienstleistungsangebote, die Ärzte frei wählen könnten, von der Terminplanung bis hin zur Bereitstellung von medizinischen Großgeräten. Bien erklärt, das Thema Ärztezentrum Stadtallendorf sei für ihn keinesfalls erledigt. Ein Computer-Tomograph sei gekauft, über den Erwerb eines MRT werde verhandelt. „Wir sind nach wie vor dabei, dieses Zentrum aufzubauen. “

Facharzt-Versorgung bleibt Sorgenkind

In Sachen Ärztezentren gibt es in Stadtallendorf bereits eine wechselvolle Geschichte. Einst hatte die Stadt ein Ärztehaus bei der Neubebauung des alten Busbahnhofs-Geländes fest eingeplant. Doch dem Investor sprangen die Interessenten ab, aus dem Ärztehaus ist ein Ladengebäude geworden. In der Stadtmitte existiert hingegen ein kleineres Ärztegebäude mit verschiedenen Fachärzten.

Doch das Thema Facharzt-Versorgung bleibt ein Sorgenkind. Nach wie vor fehlt es in der zweitgrößten Stadt des Kreises an Spezialisten wie einem Augenarzt oder einem Neurologen, um Beispiele zu nennen.

von Michael Rinde

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